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Lkw-Fahrer stirbt auf der A33 in Steinhagen – mehrere Autofahrer sollen einfach weitergefahren sein

Unterlassene Hilfeleistung? Polizei ermittelt

Steinhagen

Ein Todesfall auf der A33 in Steinhagen Anfang Februar hat in den sozialen Medien große Bestürzung und bei der Kreispolizei Gütersloh gleich zwei Ermittlungsverfahren ausgelöst – eines wegen des Vorwurfs unterlassener Hilfeleistung.

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Auf der A33 in Steinhagen ist ein Lkw-Fahrer gestorben, Autofahrer sollen nicht angehalten haben. Foto: Bluhm-Weinhold

Am Dienstag, 9. Februar, an dem Tag nach den heftigen Schneefällen also, ist ein 33-jähriger Lkw-Fahrer auf der A33 im Bereich Steinhagen zu Tode gekommen. Kevin (27), ebenfalls Lkw-Fahrer, hatte, wie er selbst in einem YouTube-Video schilderte, den Lkw am Rand der Autobahn in Steinhagen stehen sehen und angehalten. Er fand den Fahrer leblos hinter seinem Lenkrad vor. Er versuchte, wie er im Video kurz nach dem Erlebnis noch sehr auf gewühlt berichtete, andere Fahrzeuge anzuhalten. Doch kein Fahrer reagierte nach seinen Worten auf sein Winken – einer hielt an und fuhr dann weiter, als er hörte, was passiert war. Alleine habe er nicht helfen können, weil er den Kollegen nicht ohne Hilfe aus der Fahrerkabine heben konnte. Er verständigte Rettungsdienst und Polizei. Doch diese Hilfe kam zu spät. In dem Video erhob Kevin schwere Vorwürfe insbesondere gegen denjenigen, der erst anhielt und dann weiterfuhr.

Die Kreispolizeibehörde Gütersloh hat zuerst ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Der 33-Jährige starb demnach ohne Fremdverschulden, sagte Pressesprecherin Katharina Felsch. Ein Verkehrsunfall sei dem Versterben nicht vorausgegangen – es seien internistische Gründe gewesen, sagte sie.

Dieses erste Verfahren ist abgeschlossen. „Dann aber haben wir in den Sozialen Medien das Video gesehen, in welchem Vorwürfe in Richtung vorbeifahrender Fahrzeugführer erhoben worden sind“, so Felsch. Daraufhin hat die Kreispolizeibehörde Gütersloh ein zweites Verfahren aufgrund des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung eingeleitet. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Wie die Polizeisprecherin sagte, sei zwar von dem Zeugen Polizei und Rettungsdienst verständigt worden: Doch über unterlassene Hilfeleistung hat er uns nicht informiert. „Das haben wir erst später erfahren“, sagte sie.

Deshalb sucht die Polizei Gütersloh nun Zeugen. Wer kann Angaben zu dem Sachverhalt machen? Der Vorfall ereignete sich um kurz nach 19 Uhr am Dienstagabend, 9. Februar. Hinwiese dazu nimmt die Kreispolizeibehörde Gütersloh unter der Telefonnummer 05241/8690 entgegen.

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