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Gemeindeverwaltung Steinhagen baut Angebot Schritt für Schritt aus

Unterwegs ins digitale Rathaus

Steinhagen  (WB). Wochenlang war auch das Steinhagener Rathaus coronabedingt geschlossen, die Bürger angewiesen auf Telefon, E-Mail – und das digitale Bürgerportal. In diesem bietet die Gemeinde Steinhagen inzwischen 110 Dienstleistungen von der Beantragung zur Abholung von Sperrmüll bis zu Beurkundungen im Standesamt. Und doch steckt der Bürgerservice online noch in den Kinderschuhen. Jens Hahn, Leiter des Amtes für Personal, Organisation und Finanzen, ist aber davon überzeugt „dass die digitale Verwaltung jetzt fahrt aufnimmt“.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Der Einstieg der Bürgerinnen und Bürger in die digitalen Dienstleistungen der Steinhagener Gemeindeverwaltung: Auf der Homepage können sie sich über das Bürgerportal und das Servicekonto NRW gesichert anmelden. Foto: Bluhm-Weinhold

Zeit wäre es vermutlich angesichts des Digitalisierungsschubes durch Corona in allen Belangen des Lebens und der Arbeit. Doch gerade in einer Verwaltung ist schon aus Sicherheitsgründen längst nicht alles so schnell machbar: „Personalausweis und Reisepass online zu beantragen geht noch nicht, weil es besondere Anforderungen gibt“, sagt er. Doch mit der Ummeldung von Müllgefäßen und der Anmeldung von Hunden will man demnächst einen weiteren Schritt schaffen. Beides sind gut nachgefragte Dienstleistungen der Gemeinde – ebenso wie der Antrag zur Abholung von Elektrogeräten sowie Sperrmüll. „Wir haben das Bürgerportal nach der Priorität der Nutzung aufgebaut“, sagt Jens Hahn.

Durchgehend digitale Prozesse sind das Ziel

Häufig allerdings werden die Bürger irgendwann auf ein Formular verwiesen, das sie ausfüllen und dann doch wieder ins Rathaus schicken müssen. Das ist die nächste Baustelle: durchgehende digitale Prozesse. Teilweise kann man auch schon digital bezahlen, aber das funktioniert noch nicht in jedem Bereich. Idealerweise sollte jeder Vorgang durchgängig online möglich sein. Wie etwa im Standesamt die Beurkundungen. Das einzige Analoge dabei ist das Verschicken der Urkunde per Post. Melderegisterauskünfte in der Bürgerberatung etwa sind auch bereits mit einem Bezahlverfahren hinterlegt.

Das gilt es auszuweiten im Sinne der überregionalen Nutzung: „Wenn wir eines Tages soweit sind, beispielsweise einen durchgehenden Wohngeldantrag darzustellen, dann kann man sich auch bei einem Umzug woanders anmelden“, so Hahn.

Sichere Datenübermittlung

Seit 2018 ist mit dem damaligen Relaunch der Homepage der Gemeinde das neue Bürgerportal am Start. Damals erstellt in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Regio.IT, der die Gemeinde Steinhagen und unzählige weitere Kommunen in NRW technisch unterstützt. Bis Ende 2019 folgte dann der Service Konto NRW: „Dafür muss man sich nur einmal anmelden und kann landesweit Verwaltungsleistungen nutzen“, sagt Jens Hahn. 300 Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits mit einem eigenen Konto registrieren lassen: „Das klingt erst einmal wenig bei mehr als 20.000 Einwohnern. Aber tatsächlich ist das schon ganz gut.“ Der Amtsleiter plädiert für die Registrierung: „Das ist einfach der sicherste Weg der Kommunikation, besser auch als E-Mail oder PDF. Die Registrierung im Service Konto NRW erfüllt die Datenschutzbestimmungen hundertprozentig“, so Hahn.

Er weiß: Der Prozess ist noch lange nicht zu Ende. „Alle Verwaltungen werden sich fragen lassen müssen, was sie auch online für ihre Bürger tun können.“ Den persönlichen Weg ins Rathaus soll das aber nicht versperren: „Dieses Angebot wird es auch weiterhin noch geben.“

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