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Ehrenamtliche in Steinhagen unterstützen Flüchtlinge im Alltag

Weitere Familienpaten dringend gesucht

Steinhagen (WB). Es ist ein wertvolles Engagement, das anderen Menschen soziale Kontakte vermittelt und wichtige Türen öffnet: 20 ehrenamtliche Familienpaten unterstützen Flüchtlingsfamilien in Steinhagen. Dringend werden weitere solcher Paten gesucht.

Volker Hagemann

Als Familienpaten engagieren sich auch (vorne, von links) Horst Goßmann, Ulrike Rediker-Authmann und Kerstin Abraham. Sie suchen dringend weitere Mitstreiter, die Unterstützung durch (hinten, von links) Katharina Hermjohannes (Flüchtlingsberaterin bei der Diakonie), Christine Dresler und Regina Fleer-Meyer (beide Gemeinde Steinhagen) erhalten Foto: Volker Hagemann

Es mag auf den ersten Blick simpel wirken, doch dieser ehrenamtliche Einsatz ist für die Familien der geflüchteten Menschen enorm wichtig: Die Familienpaten besuchen in regelmäßigen Abständen jeweils eine Familie mit Kindern. »Dabei gibt es kein festgeschriebenes Aufgabenprofil«, sagt Integrationsbeauftragte Christine Dresler von der Gemeinde Steinhagen. »Wichtig ist vor allem, einfach für die Flüchtlingsfamilien da zu sein, ihnen beim Meistern des noch neuen Alltags zur Seite zu stehen. Das reicht vom Spielen mit Kindern über das Üben des alltäglichen Wortschatzes bis hin zu Rat und Tat bei Behördengängen und Ähnlichem.«

Es kommt viel Dankbarkeit zurück

321 Flüchtlinge leben aktuell in Steinhagen, darunter 30 Familien. Im Hinblick auf eine möglicherweise wieder steigende Flüchtlingszahl und den entsprechenden Familiennachzug werden weitere Familienpaten in Steinhagen gesucht.

Auf diese Weise engagiert sich auch Ulrike Rediker-Authmann. »Ich betreue eine fünfköpfige Familie, die aus dem Irak stammt. Manchmal bin ich dort zweimal pro Woche, manchmal seltener, das ist ganz flexibel«, berichtet sie. »Wir verstehen uns gut, und es kommt viel Dankbarkeit zurück.« Gerade den letzteren Punkt bestätigt auch Horst Goßmann, ebenfalls seit mehreren Jahren Familienpate: »Ich bin schon richtig in die Familie integriert. Wir üben die Sprache, spielen und plaudern. Und nebenbei merkt man, wie leicht sich auf beiden Seiten Ängste oder Vorbehalte in Luft auflösen. Sogar Geburtstag haben wir zusammen gefeiert, mit Torte und allem Drum und Dran.«

Familienpatin Kerstin Abraham

Seit eineinhalb Jahren ist Kerstin Abraham Familienpatin. Sie ist selbst Mutter und besucht regelmäßig ein junges Ehepaar. »Wir pflegen schon eine tiefe Freundschaft. Ich habe der Mutter in ihrer Schwangerschaft zur Seite gestanden – heute nennt mich die Familie ›ihre zweite Mama‹. Das ist das größte Lob!«, erzählt sie.

Treffen der Ehrenamtlichen sind auch Anlaufstelle für neue Interessierte

Familienpate könne jeder werden, sagen Christine Dresler und ihre Kollegin Regina Fleer-Meyer vom Generationenbüro: »Wir haben Leute von 17 bis 70.« Interessierte erhalten alle Informationen dazu im Rathaus, Telefon 0 52 04/99 72 07 oder 99 72 30, sowie bei Katharina Hermjohannes von der Flüchtlingsberatung, Telefon 0 52 04/8 80 88 70. »Wir bieten auch Treffen zum Austausch an: jeden ersten Donnerstag im Monat um 17 Uhr im Familienzentrum, das nächste Mal am 5. Oktober«, lädt Hermjohannes Interessierte ein. Sich im Generationenbüro zu melden, ist wichtig, um als Ehrenamtler versichert zu sein.

Kontakte durch die Familienpaten knüpfen zu können, ist das eine, ebenso werden Ausbildungspaten gesucht, ob als sprachliche Hilfe oder zur weiteren Motivation als Rückhalt.

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