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Steinhagenerin Mathia Dubberke leitet Verein, der sich für strenge Regeln bei der Zucht der Hunde einsetzt

Wie der Mops wieder fidel wird

Steinhagen (WB). Runder Bauch, kurze Beine, bei kleinen Anstrengungen kommt er schon aus der Puste: Der Mops ist nicht gerade als sportlicher Hund bekannt. Das will die Steinhagener Tierärztin Mathia Dubberke ändern. Sie ist Vorsitzende des Vereins Mops Vital, der Anfang dieses Jahres in Delbrück ins Leben gerufen wurde. Der Verein hat strenge Regeln für die Mops-Zucht aufgestellt. Die Gesundheit der Tiere steht dabei im Mittelpunkt.

Lissi Walkusch

Dass der Mops-Nachwuchs fidel wird, dafür setzt sich die Steinhagener Tierärztin und Züchterin Mathia Dubberke ein. Ein gesunder Hund sei eben noch am schönsten, sagt sie. Foto: Lissi Walkusch

Angefangen hat der Verein Mops Vital mit sieben Mitgliedern. Mittlerweile sind es 20, darunter sieben Züchter. Einer davon ist Mathia Dubberke. Die Steinhagenerin hat ihr Herz an den Mops verloren, als sie noch im Bielefelder Tierheim arbeitete. Wurde ein Mops dort abgegeben, hatte das meist gesundheitliche Gründe. »Dabei sind das so liebe und familienfreundliche Hunde«, sagt Mathia Dubberke. Denn so manch ein Mops ist überzüchtet und krank, kann kaum noch atmen, leidet unter Knie-Dysplasie oder stirbt früh an der Mops-Hirnhautentzündung (PDE Pug Dog Encephalitis). Das ist ein Problem, das durch die richtige Zucht vermieden werden kann, findet Mathia Dubberke.

Sie und ihre Mitstreiter haben deswegen viele Kriterien, was die Zucht anbelangt. »Wir sind so ziemlich der strengste Mops-Zucht-Verein, den ich kenne«, sagt Mathia Dubberke. Das hat sich schon herum gesprochen und auch Hundebesitzer beispielsweise aus der Schweiz auf den Verein aufmerksam gemacht.

Der Dortmunder Appell von 2009 soll in die Tat umgesetzt werden. Und das heißt: Die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes müssen immer im Mittelpunkt der züchterischen Tätigkeit stehen.

Für die Züchter gelten einige Regeln. So müssen sie eine vorgegebene Anzahl von Würfen beachten und die Tiere regelmäßig zum Tierarzt bringen. Auch der Mops selbst wird ganz genau unter die Lupe genommen. Die Form des Gehirns wird untersucht genau so wie die Nasenlänge und die Größe der Nasenlöcher. »Wir gehen dabei sehr wissenschaftlich vor«, sagt Mathia Dubberke.

Alle Werte werden schließlich in ein Online-Portal eingegeben, auch ob der Hund PDE-Träger ist. Heraus kommt eine Punktzahl bis 290. Je näher der Hund diesem Wert kommt, desto gesünder ist er. Und desto mehr ist er für die Zucht geeignet.

Auch wenn es zum Beispiel noch nicht genügend wissenschaftliche Untersuchungen gibt, wie sehr sich die Nasenlänge auf die Gesundheit des Mopses auswirkt, will der Verein Mops Vital doch an diesem System festhalten.

Der Zuchtrüde von Mathia Dubberke heißt Joshua vom Vogelsang und hat ganze 280 Punkte erzielt. Aber dass der Hund mopsfidel ist, das wusste seine Besitzerin schon länger. Denn im Oktober 2011 büchste der damals 13 Monate alte Hund aus und wurde erst nach zwölf Tagen am Schloss Königsbrück in Melle-Neuenkirchen aufgefunden. Der Kurzbeinige muss Dutzende Kilometer gelaufen sein.

Nun ist der sportliche Joshua aber nicht der einzige Mops, der weit laufen kann. Im Oktober dieses Jahres veranstaltete der Verein Mops Vital seine erste Ausstellung in Delbrück – Belastungstest inklusive. So mussten Herrchen oder Frauchen mit ihrem Mops einen Kilometer in acht Minuten laufen. Bei den Hunden wurden vorher und nachher Herz- und Atemfrequenz gemessen. »Das haben unsere Hunde alle mit bravour gemeistert«, sagt Mathia Dubberke und denkt schon darüber nach, den Belastungstest noch zu verschärfen. »Aber da muss man schauen, dass auch die Besitzer mithalten können«, sagt die Steinhagener Tierärztin schmunzelnd. Insgesamt 20 Züchter nahmen an der Ausstellung teil.

Die nächste Ausstellung ist übrigens auch schon in Planung und wird voraussichtlich in Steinhagen stattfinden. Willkommen sind alle Züchter und auch Interessierte, die sich dem Verein anschließen möchten. Anders als bei anderen Rassenschauen werden dann nicht nur die äußeren Merkmale bewertet, sondern eben auch die Fitness des Hundes. »Der Mops ist am schönsten, wenn er gesund ist«, sagt Mathia Dubberke.

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