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Die Bauarbeiten zur Mobilitätsstation gehen in Steinhagen voran – Fertigstellung Ende des Jahres

Wie der ZOB zukunftsfähig wird

Steinhagen  (WB). ZOB, Zentraler Omnibusbahnhof, das war einmal – Mobilitätspunkt wird er demnächst heißen. Denn der ZOB Steinhagen wird dann mehr können als nur den Busverkehr abwickeln. „Die unterschiedlichen Mobilitätsmöglichkeiten, Bus, Fahrrad und Auto, werden hier kombiniert und gebündelt“, sagt Bauamtsleiter Stephan Walter.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Der ZOB Steinhagen wird zur Mobilitätsstation ausgebaut: (von links) Alexander Kowalski (Bauleiter Unverfehrt), Sam Seyfzadeh (Bauleiter Ingenieurbüro Röver), Bauamtsmitarbeiter Andreas Puls und Bauamtsleiter Stephan Walter. Foto:

Dazu ist der alte ZOB auf gutem Weg: Die Bauarbeiten laufen seit Anfang der Sommerferien, und inzwischen nehmen die Einfassungen der Bushaltestellen, die Parkflächen und die Fahrbahnen Gestalt an. Wie mehrfach berichtet, entstehen vier barrierefreie und überdachte Bussteige, Fahrradständer, Fahrradboxen, E-Ladesäulen und Park&Ride-Plätze sowie Haltegelegenheiten für die Elterntaxis an zwei Stellen.

Der erste Bauabschnitt an der Pestalozzistraße zwischen dem ZOB und der Grundschule ist seit Ende der Sommerferien fertig. Drei Park&Ride-Plätze, Eltern-Halteplätze sowie ein kleiner Wendebereich sind entstanden. Jetzt ist bereits die erste Hälfte des ZOB in Arbeit.

Der Verkehr zum Wohngebiet hinter der Schule läuft inzwischen direkt an der Baustelle vorbei wieder ohne Einschränkungen. Das war in den ersten Wochen die eigentliche Schwierigkeit: Da die Pestalozzi­straße die einzige Zufahrt zur Siedlung ist, musste der breite Fuß- und Radweg, der etwas abseits der Straße verläuft, provisorisch als Fahrbahn hergerichtet und mit einer Ampel versehen werden.

Schotter, Beton und Asphalt

Die Mitarbeiter der Firma Unverfehrt aus Bad Laer, die auch die Straße Am Markt und den Fivizzanoplatz jüngst neu gepflastert haben, sind jetzt bereits im zweiten Abschnitt weit fortgeschritten. Der Schotter liegt, in dieser Woche werden die Fahrbahnen vor den Haltestellen betoniert. „Das hatten wir anfangs gar nicht eingeplant. Aber dann haben Bodenuntersuchungen ergeben, dass der Untergrund nicht stabil genug ist“, sagt Bauamtsleiter Stephan Walter. Also musste das Planungsbüro Röver noch einmal ran an die Pläne. „Für eine ZOB-Anlage gibt es spezifische Anforderungen. Deshalb haben wir den Schotterunterbau um zehn bis 15 Zentimeter verstärkt“, erläuterte der Bauleiter des Planungsbüros, Sam Seyf­zadeh.

Dass darauf erst eine Betonschicht kommt, ist heute Standard an Bushaltestellen, wie Alexander Kowalski, Bauleiter der Firma Unverfehrt erklärt. Den Belastungen, die stehende schwere Fahrzeuge wie Busse verursachen, hält eine Asphaltdecke nicht einfach so stand. Und damit es nicht sofort zu tiefen Spurrillen kommt, wird eben erst eine stabilisierende Betonschicht gegossen. „In den nächsten 14 Tagen wird die Fahrbahn asphaltiert“, so Kowalski. Dann stehen Pflasterarbeiten an.

Abschließbare Boxen für E-Bikes

Dann zieht die Baustelle im dritten Abschnitt um auf die andere Seite des ZOB, und die Anlieger machen einen Schlenker durch die Bushaltestellen, wenn sie in ihr Wohngebiet fahren. Denn dann wird die alte Buskehre in einen neuen Wendebereich mit integrierter Elternhaltezone umgebaut. Die alten Fahrgastunterstände werden abgerissen. An dieser Stelle entsteht ein neuer überdachter Wartebereich, auf dessen Rückseite Fahrradständer und sechs abschließbare Boxen mit Ladesäulen entstehen. Gedacht sind sie speziell für E-Bikes. Aber auch das teure Rennrad kann dort sicher verwahrt werden.

Die Boxen muss man vorab mieten, so dass auch gesichert ist, dass eine freie verfügbar ist. Der Zugang erfolgt über einen Zahlencode. Insgesamt werden 42 Stellplätze im Bereich des Mobilitätspunktes geschaffen. Parallel zu den Tiefbauarbeiten richten die Gemeindewerke derzeit schon die LED-Beleuchtung des Platzes ein.

90 Prozent der Kosten gefördert

Der Ausbau von Mobilitätsstationen ist nach Auskunft von Sam Seyfzadeh noch eine neue Entwicklung. Im Umkreis hat Werther bereits seinen ZOB umgebaut, Borgholzhausen und Rheda-Wiedenbrück sind ebenso wie Steinhagen gerade dabei. „Dem Verkehrsverbund OWL ist an einer Vereinheitlichung gelegen“, so Seyf­zadeh. Von diesen Fördermitteln profitiert auch Steinhagen.

Die Gesamtkosten gibt Stephan Walter mit knapp einer Million Euro an. „90 Prozent der anrechenbaren Kosten sind förderfähig“, sagt er. Doch der zusätzliche Unterbau im Fahrbahnbereich führt zu deutlichen Mehrkosten von 300.000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde an den Baukosten ist auf etwa 146.000 Euro gestiegen, liegt damit aber sogar noch im kalkulierten Rahmen.

Fertigstellung zum Jahresende: Höchstens Restarbeiten werden laut Bauleiter Kowalski noch mit ins nächste Jahr genommen. Und vielleicht verspätet sich auch das Mobiliar, also die Fahrradboxen und ähnliches, durch coronabedingt verlängerte Lieferzeiten.

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