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Von »Lysistrate« bis Heavy Metal: Kulturwerk stellt Programm der nächsten Spielzeit vor

Wilsberg kommt

Steinhagen  (WB). Steinhagen ist zwar nicht Münster. Und auch nicht Bielefeld. Aber Wilsberg kommt – obwohl er diesmal nicht Wilsberg heißt, sondern Marc: Leonard Lansink, der im TV den eigensinnigen Privatermittler spielt, ist mit dem Schauspiel »Kunst« in der nächsten Spielzeit im Steinhagener Kulturwerk zu sehen.

Annemarie Bluhm-Weinhold

Diesmal sind sie nicht Wilsberg und sein Freund Manni, sondern Marc (Leonard Lansink, re.) und Yvan (Heinrich Schafmeister), die sich in dem Stück »Kunst« über ein Bild und über das Bild, das sie voneinander haben, streiten. Foto: Jürgen Frahm

Und Adelheid Meyer-Hermann hat weitere prominente Namen, renommierte Ensembles, ungewöhnliche Musiker und Themen von »hoher gesellschaftlicher Relevanz«, wie sie sagt, zu bieten. »Steinhagen ist auch kulturell attraktiv. Das ist nur noch nicht hinreichend zu Bewusstsein gekommen«, sagt sie.

Viel Programm

Doch mit dem Programm der nächsten Spielzeit und dessen Akteuren ist sie sicher, erneut ein Niveau zu bieten, das sich hinter der Bielefelder Theater- und Musikszene nicht verstecken muss. Samstag, 15. September : Junge Sinfoniker mit Dvoraks Cellokonzert h-moll und Bahms’ Zweiter Sinfonie D-Dur. Samstag, 6. Oktober: »Die Frau und die Stadt – eine Nacht im Leben der Gertrud Kolmar« von Gerlind Reinshagen. Schauspielerin Martina Roth spielt in der von ihr erfundenen Darstellungsform des Bewegttheaters, einer Kombination von Theater und Film, die polnische Jüdin Gertrud Kolmar. Als »Antigone« hat sie das Bewegttheater bereits in Steinhagen eingeführt – was mancher gewöhnungsbedürftig fand. Mittwoch, 14. November : Euripides »Troerinnen« und Aristophanes »Lysistrate« mit Cornelia Elten: »Tragödie und Komödie an einem Abend. Das war schon im griechischen Theater so«, so Meyer-Hermann. Freitag, 30. November : Das Boém Quartett spielt Weber (Quintett B-Dur op.34), Mendelssohns Streichquartett Es-Dur und – ungewöhnlich– ein Streichquartett von Puccini. Die Musiker kommen aus allen Teilen Europas und spielen in Orchestern in Essen und Bochum. Dienstag, 15. Januar : »Kunst« von Yasmina Reza mit Leonard Lansink, Heinrich Schafmeister, der im »Wilsberg« seinen Freund Manni spielte, und dem ebenfalls aus dem TV bekannten Luc Feit. Donnerstag, 31. Januar : Arthur Miller »Tod eines Handlungsreisenden« mit dem bekannten Helmut Zierl. »Miller wird zurzeit überall gespielt. Denn er ist aktuell. Er zeigt, wie Arbeitslosigkeit den kleinen Mann zermürbt«, so Meyer-Hermann. Freitag, 22. März : »vision string quartet« spielt stehend und auswendig – und zwar ungewöhnliche Musik: im ersten Teil klassisch mit Barber und Ravel, im zweiten Pop, Jazz und Heavy Metal. Sonntag, 7. April : Nordwestdeutsche Philharmonie mit Benjamin Appl (Bariton), »Shootingstar der neuen Generation der Liedersänger«, so Meyer-Hermann. Mahlers Blumine, symphonischer Satz, Lieder von Schubert und Mendelssohns Sinfonie Nr. 1 c-moll sidn angekündigt.Das Kinderstück außerhalb des Abonnements ist am Sonntag, 23. Dezember , Kalif Storch.

Abo-Preise sind stabil

Die Abo-Preise sind stabil geblieben, bieten gegenüber dem Einzelverkauf 25 Prozent Ersparnis. Der Vorverkauf der Abos startet jetzt, der Verkauf der Karten am 15. August bei Kira Heitland in der Kreissparkasse (0 52 01/89 30) oder www.kskhalle-shop.de/de/kulturwerk-steinhagen.

Bitte um mehr Fördergelder

»Wir sind finanziell sehr solide aufgestellt und haben auskömmliche Rücklagen«, sagt Frank Pohl, Schatzmeister des Kulturwerks. Dennoch hat der Vereine bei der Gemeinde 5000 Euro mehr beantragt. 45.000 Euro pro Jahr beträgt die kommunale Förderung derzeit, etwa ebenso hoch ist der Erlös aus den Abos und den Kartenverkäufen. »Doch man muss die Zukunft im Blick haben. Es ist teurer geworden, Theaterstücke und Orchester einzukaufen«, so Pohl. So kostet die Nordwestdeutsche Philharmonie inzwischen 12.000 Euro – und das, obwohl das Orchester Kommunen, die wie Steinhagen zu den Förderern gehören, Sondertarife anbietet. Pro Schauspiel kann man 10.000 Euro rechnen.

Nicht nur finanzielle, sondern auch personelle Mithilfe ist erwünscht: »Wir brauchen Leute, die sich etwa in der Organisation der Veranstaltungen und der Künstlerbetreuung engagieren.«

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