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Gedenkstätte Stalag 326 bietet im November zwei Vorträge im Saal der „Entlausung“ an

Themen sind Sinti und Roma und Nazis in der Familie

Schloß Holte-Stukenbrock

Die Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne und das Kreismuseum Wewelsburg bieten im November zwei Vorträge zum Thema „Verfolgung von Mitgliedern der Minderheit der Sinti und Roma“ an.

Verena Meier Foto: Hanna Lehun

 Um die „Die Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus aus tätergeschichtlicher Perspektive“ geht es Verna Meier in ihrem Vortrag am Mittwoch, 23. November, ab 18 Uhr in der ehemaligen „Entlausung“ des Stalag 326. Anmeldung unter der E-Mail-Adresse [email protected]  

Im Vortrag beleuchtet Verena Meier, Doktorandin an der Forschungsstelle Antiziganismus der Uni Heidelberg, wie die Kriminalpolizei den Völkermord an Sinti und Roma arbeitsteilig umsetzte und wie diese Verbrechen von den Alliierten und der DDR aufgearbeitet wurden. Ausgangspunkt bilden ihre lokalhistorischen Untersuchungen zur Verfolgung von Sinti und Roma durch die Kriminalpolizei in Magdeburg.

Einen Tag später, Donnerstag, 24. November, ab 19 Uhr geht es im Kreismuseum Wewelsburg um Wege verfolgter Sinti und Roma im KZ-System nach der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ 1938.

Wolfgang Keim Foto: Privat

 Wolfgang Keim ist am Montag, 28. November, ab 18 Uhr zu Gast in der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne mit dem Vortrag „Wolfgang Keim: Mein Vater – Richter an einem Sondergericht während des Krieges. Ambivalenzen eines Vater-Bildes.“ Die Justiz stellt bis heute einen unterbelichteten Bereich innerhalb des NS-Systems dar, obwohl sie mit ihren Gesetzen, Erlassen und Geheimen Verfügungen sowie den darauf basierenden Urteilen ein wichtiges Instrument zur Durchsetzung des nationalsozialistischen „Führerstaates“ gewesen ist. Vor allem während des Krieges kam den bereits 1933 eingerichteten Sondergerichten zentrale Bedeutung bei der Verurteilung so genannter „Volksschädlinge“ oder der Anwendung des „Polenstrafrechts“ zu, wobei die Zahl der von Sondergerichten verhängten Todesurteile auf 11.000 geschätzt wird.

Wolfgang Keim, der bis zu seiner Emeritierung Erziehungswissenschaft an der Universität Paderborn gelehrt und grundlegende Publikationen zur Pädagogik unter der Nazi-Diktatur verfasst hat, ist Jahrzehnte nach dem Tode seines Vaters dessen Spuren als Richter an einem Sondergericht wie auch dem Stellenwert dieser Tätigkeit in dessen gesamtem Lebenszusammenhang nachgegangen und hat sich der Frage gestellt, was diese Tätigkeit für seine eigene Sozialisation und sein Verhältnis zum Vater bedeutet hat. Der Vortrag mit Diskussion versteht sich als Beitrag zum Umgang mit dem Nationalsozialismus im Familiengedächtnis. Der Vortrag findet in der ehemaligen „Entlausung“ des Stalag 326 statt. Anmeldung unter [email protected]

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