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Haller Gerry Weber International AG legt Halbjahreszahlen vor

Umsatzrückgang von fast 25 Prozent

Halle 

Der Umsatz der Gerry Weber International AG ist im ersten Halbjahr um fast ein Viertel zurück gegangen. Als Grund führt der Haller Modekonzern unter anderem die Corona-Krise an.  

Gerry Weber hat seine Halbjahreszahlen vorgelegt. Foto: dpa

Die Filialen in Deutschland seien im ersten Quartal fast ununterbrochen geschlossen gewesen. "Seit dem 8. März 2021 gibt es je nach regionalem Infektionsgeschehen wechselnde Öffnungssituationen (Inzidenzstufe), die darüber hinaus insbesondere im April und auch noch im Mai zu Umsatzrückgängen geführt haben", heißt es in der Mitteilung von Donnerstagmorgen. Seit der Öffnung im Juni  sei die Kundenfrequenz sei zwar auf niedrigem Niveau gewesen, die Kunden hätten aber mehr gekauft.

Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatz von 107,7 Millionen Euro. Das entspreche einem Rückgang von etwa 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Doch die Corona-Pandemie hat für Gerry Weber auch positive Seiten: Das Online-Geschäft wuchs nach Unternehmensangaben um 37,8  Prozent und erreichte einen Umsatz von 20,8 Millionen Euro (2020: 15,1 Millionen). Unterm Strich ist der Umsatz  im Einzelhandel inklusive des  Onlinegschäfts aber auf 60,9 Millionen (Vorjahr 74,5 Millionen) gesunken. 

Trotz des Umsatzrückgangs um fast ein Viertel habe sich der Rohertrag in den ersten sechs Monaten 2021 gegenüber den ersten sechs Monaten 2020 nur um 18 Prozent verschlechtert und  liegt bei 67,3 Millionen (81,6 Millionen) Euro, heißt es in der Mitteilung weiter. "Aufgrund gesunkener Kosten (Nutzung von Kurzarbeit und strikter Kostendisziplin) steigt das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 5,3 Millionen Euro (-1,1 Millionen)."

Zu den strategischen Initiativen am Markt gehören unter anderem der Ausbau des Online-Geschäfts in Verbindung mit einer stärkeren Vernetzung der stationären Verkaufsflächen und digitalen Plattformen. Zur Senkung der Mietkosten werden weiterhin Verhandlungen mit Vermietern geführt sowie gesetzliche Regelungen wie Kurzarbeit und Überbrückungshilfen (bisher 12 Millionen) genutzt. Darüber hinaus finden Gespräche über mögliche Untervermietungen von Verkaufsflächen an Partner mit ergänzendem Sortiment statt. "Investitionen werden weiterhin kritisch geprüft und gegebenenfalls verschoben", heißt es. Im ersten  Halbjahr habe das Unternehmen darüber hinaus einen Kredit von fünf Millionen Euro aufgenommen.

Finanzvorstand Florian Fink. Foto: Gerry Weber

Die Pandemie führt bei Gerry Weber weiterhin zu einer erheblichen Prognose-Unsicherheit. "Wir sehen aktuell eine uns zuversichtlich stimmende Erholung der Umsätze online und in unseren Filialen, gehen aber gleichwohl nicht davon aus, dass wir die Umsatzausfälle zu Beginn des aktuellen Geschäftsjahres 2021 im Verlauf des Jahres werden aufholen können“, prognostiziert Finanzvorstand Florian Frank. Insgesamt fehlen der Gerry-Weber-Gruppe im ersten Quartal 2021 deutschlandweit rund 55 Verkaufstage, davon zehn Samstage.

Der Vorstand  zeigt sich überzeugt, mit den  Maßnahmen die Liquidität ausreichend zu sichern und so die in 2023 anstehende Refinanzierung erfolgreich zu meistern. Für das Geschäftsjahr 2021 geht der Vorstand unverändert von einem Konzernumsatz zwischen  260  bis  280 Millionen aus.

Ende Mai hat die Gerry Weber International AG das Logistikzentrums Ravenna Park in Halle an die WB Logistik GmbH, einer Gesellschaft von Christian Busch, Mehrheitsgesellschafter der Walbusch Walter Busch GmbH & Co. KG mit Sitz in Solingen, verkauft. Die Mitarbeiter sollen zum 1. September wechseln. 

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