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WLV-Bauernpräsident Beringmeier und Fleischkonzern Tönnies setzen auf Dialog mit neuem Agrarminister

Vegetarier Özdemir gibt Richtung vor

Hövelhof/Rheda-Wiedenbrück

Der designierte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (55) wird nicht der erste Grüne an der Spitze des Ressorts sein – aber der erste Vegetarier in diesem Amt. Doch das allein sorgt nicht für Vorbehalte unter einigen Bauern. Sie bemängeln zudem, dass Özdemir völlig fachfremd ist. Darin aber sieht der westfälische Bauernpräsident Hubertus Beringmeier (60) aus Hövelhof „vielleicht sogar einen Vorteil“. Und auch Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück verbindet Hoffnungen mit der Nominierung Özdemirs.

Von Oliver Horst

Die Tierhaltung in der Landwirtschaft will der designierte Agrarminister Cem Özdemir verbessern. WLV-Präsident Hubertus Beringmeier und Tönnies-Lobbyist Thomas Dosch, selbst Mitglied der Grünen, sind gesprächsbereit.

Der Schwabe mit türkischen Wurzeln soll nach Renate Künast (2002 bis 2005) zweiter grüner Bundesagrarminister werden. In einem Interview mit „Stuttgarter Zeitung“/“Stuttgarter Nachrichten“ äußerte sich Özdemir erstmals zu Plänen und Ansichten. „Wer Fleisch essen will, kann das gerne tun. Wer Fleisch produziert, darf das auch tun, aber unter Berücksichtigung des Tierwohls, des Klimaschutzes und nicht zulasten unserer Umwelt“. Özdemir erklärte, dass es ihm um die Höfe und die Menschen gehe, die täglich hochwertige Lebensmittel produzieren – „nicht um industrielle Massentierhaltung, die Tiere als Billigware verramscht“.

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