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500.000 Euro für Verler Wirtschaft

Verl (matt). Die Sondergutscheinaktion der Stadt Verl ist gestartet. Durch die Maßnahme sollen die heimische Wirtschaft gestärkt werden. Der Clou an der Geschichte: Interessenten zahlen 20 Euro für den Gutschein. Einkaufen können sie jedoch im Wert von 25 Euro. 

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Die Kommune gibt fünf Euro aus der Stadtkasse dazu. Erhältlich sind die insgesamt 20 000 zur Verfügung stehenden Bons nur im Bürgerbüro des Rathauses. Wichtig dabei: Die Stadt Verl verkauft ausschließlich Gutscheinkombinationen im Wert von 25 Euro.

Die Scheine behalten ihren Wert über die gesamten 25 Euro bis zum 31. Oktober. Danach sind sie nur noch die 20 Euro wert, die der Kunde beim Erwerb gezahlt hat. Die Gutscheine behalten ihren ursprünglichen Wert über drei Jahre, wie es im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt ist. Maximal bis zum 31. Dezember 2023.

Barauszahlung ist nicht möglich

Dass der städtische Anteil so schnell entfällt, dient als Anreiz, die Scheine zeitnah einzulösen. So soll das Geld schnell in der Verler Wirtschaft ankommen. Außerdem sollen die Gutscheine nicht mit der Glückstaleraktion der Werbegemeinschaft zu Weihnachten kollidieren.

Und so funktioniert es: Der Gutschein muss im Ganzen in einem Geschäft oder Gewerbebetrieb eingelöst werden. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Gültig sind die Gutscheine nur in teilnehmenden Geschäften. Die sind durch einen Werbeaufkleber „Verler Sondergutschein – Wir sind dabei“ gekennzeichnet.

100.000 Euro Kosten für die Stadt

Unkompliziert, aber reglementiert will die Verwaltung die Aktion umsetzen. Einzelpersonen können Gutscheine bis höchstens 100 Euro erwerben. Pro Haushalt sind nicht mehr als 400 Euro gestattet. „Die Käufer werden registriert und müssen sich mit dem Personalausweis ausweisen“, erklärt Verls Wirtschaftsförderin Sandra Claes. Es dürfen aber nicht nur Bürger aus Verl teilnehmen, sondern auch Nicht-Verler. Diese Regelung soll für Chancengerechtigkeit sorgen. „Es soll sich ja keiner ein Auto von den Gutscheinen kaufen können“, formuliert Michael Esken überspitzt.

Einige Kleinwagen säßen bei dem Gesamtvolumen schon drin. Für den Fall, dass sich genügend Interessenten finden, würden durch die Gutscheine Umsätze in Höhe von 500 000 Euro in der lokalen Wirtschaft angestoßen. Die Stadt Verl lässt sich ihre Unterstützung 100 000 Euro kosten. Hinzu kommen die nicht näher genannten Aufwendungen für Personal, Druckerei und Verwaltung. Der Haupt- und Finanzausschuss hatte das Vorhaben in seiner Sondersitzung am 28. Juli einstimmig bewilligt.

Bürgermeister glaubt an den Erfolg

„Grundsätzlich wollen wir erreichen, dass in erster Linie all die Betriebe, die im Zuge des Lockdowns geschlossen hatten, von der Aktion profitieren“, erklärt Bürgermeister Michael Esken bei der Vorstellung des Sondergutscheins das Ziel der Maßnahme. Unterstützt werden dadurch Einzelhändler, Dienstleistungs-, Gastronomie- und Handwerksbetriebe.

Michael Esken glaubt, dass die Aktion von den Bürgern gut angenommen wird. Er rechnet deshalb im Rathaus mit einer ähnlichen Resonanz wie beim Verkauf der Dauerkarten für das Verler Freibad. „Wir wollen, dass die lokale Wirtschaft profitiert und einen Schub bekommt. Das muss jetzt und es muss schnell passieren“, betont Verwaltungsmitarbeiterin Sandra Claes. 48 Händler, Gastronomen oder auch handwerkliche Einzelbetriebe wie Friseure beteiligen sich an der sechswöchigen Aktion. „Es können aber noch immer Geschäfte einsteigen, wenn sie wollen“, wünscht sich Michael Esken eine möglichst flächendeckende Beteiligung des Verler Handels.

Gutschein ist fälschungssicher

Kosten entstehen den Kaufleuten nämlich keine, dafür ist der Sondergutschein weitgehend analog organisiert. „Einzig digital ist das Verzeichnis der teilnehmenden Händler, die auf der Website der Stadt aufgelistet sind.“ Die Einzelhandelgemeinschaft Kaunitz (EHG) und Verler Werbegemeinschaft begrüßt die Aktion, die keine Verler Erfindung ist, sondern in vielen Kommunen derzeit umgesetzt wird, um die Kauflaune vor Ort für den Handel zu verbessern. Um keine ungebetenen Nachahmer auf den Plan zu rufen, wurde der Sondergutschein fälschungssicher gemacht. Am rechten Rand befindet sich das Stadtwappen und unten eine Lochperforation mit den Worten „Amt Verl“.

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