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Hauptschule wird 50 Jahre alt und läuft nun aus

Abrissparty zum Jubiläum

Verl (WB). Morgen feiert die Hauptschule ihren 50. Geburtstag. Ob echte Festtagsstimmung aufkommen wird, darf bezweifelt werden. Die Jubiläumsfeier kommt nämlich einer Abrissparty gleich. Die Schule läuft mit Ende dieses Schuljahres aus, Wehmut wird ein Teil der Feier sein.

Andreas Berenbrinker

Neben der Realschule kann auch die Hauptschule auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Bis zuletzt hatte und hat die »HSV« (Hauptschule Verl) einen guten Ruf in der Schullandschaft.

Neben der Realschule (wir berichteten) kann auch die Hauptschule auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Bis zuletzt hatte und hat die »HSV« (Hauptschule Verl) einen guten Ruf in der Schullandschaft.

Im Jahr 1968 ordnete das Land Nordrhein-Westfalen das Volksschulwesen neu. Vom ersten bis zum vierten Schuljahr gingen die Schüler zur Grundschule, vom fünften bis achten (später kam das neunte und zehnte dazu) Schuljahr sollten sie zur neu zu gründenden Hauptschule gehen. Heinrich Hamschmidt, damaliger Leiter der gerade eröffneten St.-Georg-Schule in Sürenheide, sagte dazu: »Die Hauptschule ist wie die Realschule und das Gymnasium eine Schule der weiterführenden Bildung.« Die Lehrpläne seien entsprechend dem Bildungsauftrag und Ziel anspruchsvoller und leistungsbezogener gestaltet worden als die der ehemaligen Volksschuloberstufe.

Auch im damaligen Amt Verl mit den fünf Gemeinden Bornholte, Sende, Österwiehe, Schloß Holte und Verl musste eine Hauptschule geschaffen werden. Jede der Gemeinden wollte diese Schule. Da sie aber mindestens zweizügig sein sollte, fehlte es den einzelnen Gemeinden an Kindern – Schulverbände mussten geschlossen werden.

Das Ergebnis spiegelte schon 1968 die geplante Neuordnung der Gemeinde- und Verwaltungsbezirke (kommunale Neugliederung) wider. Schloß Holte bildete einen Verband mit dem östlichen Teil Sendes (Schulbezirk Elbracht). Verl bildete einen mit Bornholte und dem westlichen Teil Sendes (Schulbezirk Brisse). Lediglich Österwiehe wollte sich zunächst keinem Verband anschließen. Man befürchtete den Tod der Bauerschaft, zu der das Dorf Kaunitz gehörte, wenn die Kinder nicht mehr hier zur Schule gehen würden.

Am 2. September 1968, also vor fast genau 50 Jahren, begann der Unterricht an der Hauptschule, wobei die fünften bis siebten Klassen zunächst in der St.-Georg-Schule unterrichtet wurden, die achten und neunten Klassen in der Marienschule. 1970 wurde mit dem Bau der Hauptschule begonnen, sie entstand direkt neben der Realschule, der ersten weiterführenden Schule Verls.

1971 konnten die ersten Räume bezogen werden, am 6. November 1973 wurde die Schule eröffnet. Erster von insgesamt drei Rektoren war Heinz Müller. 19 Jahre war er Leiter der Schule. Abgelöst wurde er 1987 von Bernhard Klotz, der das Amt wiederum 19 Jahre ausübte. Seit 2006 ist Maria Lindner Rektorin der Hauptschule.

Die Hauptschule sollte die Schüler auf die Berufsreife vorbereiten und den Zugang zu weiteren Bildungswegen öffnen. Zu den erfolgreichen Projekten der »HSV« gehörte Berufswahlvorbereitung und ein schuleigenes Praktikumskonzept. Das praktische Lernen war stets ein wesentliches Kennzeichen im Unterricht, handwerkliches und technisches Arbeiten sowie künstlerisches Gestalten und soziales Handeln hatten immer einen festen Platz.

Kooperationspartner waren neben dem Kolping-Berufsbildungszentrum Gütersloh und dem Jugendaustauschwerk im Droste-Haus auch die Polizei. Zentrale Themen waren die Prävention in der Jugendkriminalität und ein Schlichterprogramm. Zu Hochzeiten hatte die Schule mehr als 1000 Schüler, 1977 waren es 1100. Der letzte Jahrgang besteht zurzeit noch aus drei Klassen. Er wird am 29. Juni verabschiedet.

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