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Evangelischer Pfarrer Hoffmann Stargast bei jecken Sürenheiderinnen

»Ach, wenn ich doch katholisch wär«

Verl-Sürenheide (WB). Wenn im Tal die Bratkartoffeln blühen, ja dann ist Karneval in Sürenheide! Die Damen der Frauengemeinschaft feierten eine fröhlich-bunte Party und freuten sich über einen ganz besonderen Stargast.

Andreas Berenbrinker

Wie war das nochmal mit dem bekannten Märchen vom Rotkäppchen (Jule Edenfeld)? In Sürenheide hat es jedenfalls Alkohol, Haschisch und Sprengstoff für die Großmutter dabei. Da fühlte sich auch der Wolf wie im falschen Märchenfilm. Foto: Andreas Berenbrinker

Da konnte Pastor Jens Hoffmann noch so oft betonen, als evangelischer Ostwestfale keinen Humor zu haben und zum Schmunzeln in den Keller zu gehen. Der Geistliche eroberte die Herzen seiner katholischen Gastgeberinnen im Sturm.

Immer wieder betonte Hoffmann, dass es doch viel schöner wäre, katholisch zu sein. »Guckt euch die Kirchen an. Die katholischen Häuser sind schön und pompös. Bei uns Protestanten merkt man den Übergang zwischen Lagerhalle und Kirche doch gar nicht.« Außerdem sei es bei den Katholiken immer bunt. »Wir haben nur schwarz und weiß.« Und dann die vielen Helfer in der Kirche. »Messdiener, die mir alles hinterher tragen, habe ich ja nicht.« Einzig der Zölibat sei ja nicht so toll, meinte Jens Hoffmann. »Ich habe eine Ehefrau und zwei Kinder und ich darf das auch laut sagen«, konnte er sich einen humorvollen Seitenhieb nicht verkneifen. Aber natürlich zeigte Hoffmann sich versöhnlich: »Egal welches Schäfchen auf der Weide, so richtig wohl fühlt es sich nicht in Verl, nicht in Kaunitz, sondern nur in Sürenheide.«

Schroederscher als Medizin

Zur jecken Feier gehören Sketche und Gags, die auch unter der Gürtellinie platziert sein dürfen. Ein Zwiegespräch unter Frauen mit sexuellen Anspielen wirkt da harmlos. So richtig lustig wird es aber, wenn auf der Bühne die Oma mit ihrer Enkelin sitzt. Gertrud und Jule Edenfeld nahmen kein Blatt vor den Mund, und Doris Schnathmann, Chefin der Theatergruppe, mischte sich eifrig ein.

Über die Wirkungen von Pillchen und Mittelchen unterhielten sich Gabi Rofalski und Christel Roggenkamp im besten Plattdeutsch auf einer Gebetbank. Und wie es sich für eine Karnevalssitzung in Verl gehört, wurde mit Schroederschem runtergespült.

Haschisch vom Rotkäppchen

Viva Colonia, Schlager, Evergreens und Wies’n-Hits: Ohne fetzige Musik ist der Karneval schlicht undenkbar. In den Spielpausen sorgten die DJs Wolfgang »Brösel« Schubert sowie Julian und Jannik Schmees für Schunkeleinlagen. Aber auch auf der Bühne ging es musikalisch zu. Immer wieder sagte die Moderatorin Katy Schumacher Auftritte an. Unter Begleitung verschiedenster Hits versorgte das Rotkäppchen die Großmutter mit Haschisch, Sprengstoff und Alkohol, die »Wilderer« gaben ihren Oktoberfestsong »Cordula Grün« zum Besten. Auch der Chor der St.-Georg-Schule mit Lehrerin Barbara Weber hatte einen Auftritt. Die Mädchen und Jungen sangen von im Tal blühenden Bratkartoffeln und hatten die Lacher der 120 Jecken auf ihrer Seite.

Letztes Jahr gab es keine Sause in Sürenheide, da das Pfarrheim für Gottesdienste genutzt wurde. Heute Abend um 19 Uhr können Piraten, Prinzessinnen und Co. die Show noch einmal erleben. Sürenheide Helau!

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