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Neue Mobilitäts-Managerin befasst sich mit Verkehrsentwicklung

Auf der Straße ist Platz für alle

Verl (WB). In Verl liegt viel Potenzial, meint Andrea Willebrand. Als neue Mobilitätsmanagerin wird sie sich zukünftig vorrangig mit der Überarbeitung des Verkehrsentwicklungsplans befassen.

Alexandra Wittke

Andrea Willebrand ist als Mobilitätsmanagerin bei der Stadt Verl tätig. Schwerpunkt ihrer Arbeit im Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt ist die Unterstützung der verschiedenen Stellen innerhalb der Verwaltung bei der Verkehrsentwicklung. Foto: Alexandra Wittke

Zur Person

Andrea Willebrand ist ausgebildete Bauingenieurin mit Fachrichtung Verkehrswesen. Ihren Abschluss machte sie an der Technischen Hochschule in Köln. Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes hat zuletzt bei der Stadt Paderborn im Bereich Lichtsignalanlagen gearbeitet und war vorrangig für die Programmierung der Ampelanlagen zuständig. Mit ihrem Wechsel nach Verl verlagert sie ihren Schwerpunkt auf die konzeptionelle Unterstützung in der Stadtentwicklung. Die Voraussetzung dazu schuf die 30-Jährige mit einem Masterstudium zur integrativen Stadt- und Landentwicklung berufsbegleitend an der Hochschule Wismar. In Verl freut sich Willebrand vor allem auf die Herausforderung, Konzepte für den ländlichen Bereich zu erarbeiten.

Ihren ersten Arbeitstag am 1. Oktober hat Willebrand direkt mit der Erkundung ihrer zukünftigen Wirkungsstätte verbracht. Zuerst zu Fuß, später dann als Verkehrsteilnehmerin mit den städtischen Dienst-Pedelecs. »Verl verfügt über eine spannende Struktur. Auf der einen Seite der hervorragend ausgebaute Innenstadtbereich mit neuer Ortsdurchfahrt. Auf der anderen Seite aber auch ländlich geprägte Ortsteile«, sagt die gebürtige Paderbornerin.

Mobil auch im Alter

Die Herausforderung dabei sieht Willebrand vor allem in der Entwicklung von Konzepten, die es allen Verler Einwohnern ermöglicht, mobil zu sein und auch im Alter zu bleiben. Carsharing etwa sei für Städte wie Verl nur schwer realisierbar, denn »wie kommt das geliehene Auto zum Beispiel aus Sürenheide zurück in den Stadtkern?«. Die Initiative Future-Rail, bei dem zukünftig akkubetriebene und autonome Fahrzeugeinheiten auf dem stillgelegten Streckenabschnitt zwischen Hövelhof und Verl verkehren sollen, sei ein Prozess, den Willebrand begleiten wird.

Aber auch des Themas öffentlicher Nahverkehr wird sie sich annehmen. Als konzeptionelle Schnittstelle zwischen den einzelnen Stellen innerhalb der Verwaltung führt Willebrand die Fäden zusammen und begleitet bei der Umsetzung. Unterstellt ist die Mobilitätsmanagerin dem Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt.

Ganz konkret im Blick hat Willebrand dabei auch den Beschluss, mit dem sich die Gremien 2015 dafür ausgesprochen hatten, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreisen in NRW (AGFS) zu werden. Ziel der Initiative ist es, die Nahmobilität zu stärken. Dazu gehört nicht nur der motorisierte Verkehr. Auch für Fußgänger, Radfahrer und Nutzer von Skate- und Kickboards, Inlinern und Rollatoren sollen Bedingungen geschaffen werden, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht werden.

2008 hatte man nur Autofahrer im Blick

»Der in 2008 veröffentlichte Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt Verl hatte vor allem die Autofahrer im Blick«, erklärt Willebrand. Mit der Überarbeitung möchte die neue Mobilitätsmanagerin nun den Fokus eher auf die anderen, nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer richten. »Im Innenstadtbereich dürfen Fahrradfahrer in Verl auch auf der Straße fahren«, nennt Willebrand ein Beispiel. Allerdings würden nur wenige von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, da es keine Trennhilfen gebe. Schutzstreifen oder sogenannte Taschen vor Ampelkreuzungen etwa ermöglichen es Radfahrern, sich vor den Autos aufzustellen. »Da müssen wir generell mehr Bewusstsein bei allen Verkehrsteilnehmern schaffen«, nimmt Willebrand auch Rücksichtslose in die Pflicht.

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