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Azubi aus Verl bringt Licht in die Dörfer in Tansania

Verl (gl)

Der Verler Azubi Philipp Mäker hat  ein dreiwöchiges Praktikum in Tansania absolviert und dabei Gastfreundschaft und Lebensfreude erlebt. 

In dem Waisenhaus in Tansania hat Philipp Mäker (Mitte) nicht nur als Elektriker geholfen, sondern auch kurzzeitig den Deutschunterricht übernommen. Schnell hatte er einen guten Kontakt zu den Kindern. Foto: Elektro Beckhoff

Verl (gl) - Fremde Länder und Menschen kennenlernen – Philipp Mäker hat diese Chance genutzt und ist nach Tansania gereist. Um dort für die internationale Hilfsorganisation African Amini Alama zu arbeiten. Eine Reise, auf der er gelernt hat, was in dem afrikanischen Land wichtig ist: Gastfreundschaft, Lebensfreude und Improvisationstalent.

„Aus Deutschland sind wir Termintreue und Verlässlichkeit gewohnt. In Tansania spielt das eher keine Rolle. Dafür sind die Lebensfreude, die Gastfreundschaft und das Improvisationstalent der Menschen umwerfend“, sagt Philipp Mäker. Wie sich das mit dem Improvisationstalent anfühlt, erfuhr er gleich bei seiner Ankunft. Abends am Kilimandscharo Airport suchte er vergeblich nach seiner Kontaktperson, die ihn abholen sollte. An vereinbarter Stelle, mit Namensschild. Telefonate und geraume Zeit später am Abend kam dann doch noch jemand, um den Auslandspraktikanten abzuholen. 

Dreiwöchiges Praktikum in einem Land seiner Wahl

Philipp Mäker ist Auszubildender zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik im dritten Lehrjahr bei Elektro Beckhoff in Verl. Er ist bereits der dritte Auszubildende, der das Angebot seines Arbeitgebers genutzt hat, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. „Wer möchte, hat bei uns die Möglichkeit, ein dreiwöchiges Praktikum in einem Land seiner Wahl zu machen. Wir stellen die Azubis bei laufendem Lohn frei. Alles weitere organisieren sie selbst“, erklären die Ausbilder Thomas Erdbories und Daniel Pohlmann. 

Philipp Mäker war privat auf die internationale Hilfsorganisation aufmerksam geworden, die sich im Bereich Medizin, Bildung und Soziales um hilfsbedürftige Menschen, Waisenkinder und mittellose Frauen und Familien in Tansania kümmert. Er nahm Kontakt auf, bekam eine positive Rückmeldung und organisierte seine Reise, nachdem sein Arbeitgeber zugesagt hatte. 

Solarpanel produziert den Strom

50 Hütten hat Philipp Mäker mit Licht und Strom versorgt.Vor Ort in Momella wohnte er in für Gäste, Volunteers oder Paten vorgesehenen Hütten, verbrachte aber auch eine Woche in einem Waisenhaus der Hilfsorganisation. Zu seinen Aufgaben gehörte es, gespendete Solarlampen in Lehm- und Steinhütten nahe gelegener Dörfer zu installieren. „Ich durfte mir bei Elektro Beckhoff extra noch eine Woche Kenntnisse in Solaranlagen aneignen“, erzählt der 23-Jährige. „Der Elektrostandard in Tansania ist mit unserem nicht zu vergleichen,“ sagt Philipp Mäker. In Momella sei es darum gegangen, ländliche Hütten überhaupt erstmals mit Strom und Licht zu versorgen. Dafür montierte er ein Solarpanel mit jeweils drei Lampen in und vor den Hütten. 

Für die Bewohner, denen der Auszubildende einen Lichtschalter erst einmal erklären musste, bedeutet eine Lichtquelle auch Schutz vor Wildtieren. Vor allem aber haben nun die Kinder nach der Schule die Möglichkeit, Schulaufgaben auch nach Sonnenuntergang zu erledigen. Insgesamt versorgte Philipp Mäker zusammen mit der Stiftung African Amini Alama 50 Hütten in der Region auf diese Art mit Licht.

Über den  Tellerrand hinausschauen

Auslandspraktika erweitern den Horizont. „Für mich war das alles eine einmalige Erfahrung. Vor allen Dingen konnte ich mein Wissen teilen. Ein Highlight war für mich, im Waisenhaus mit den Kindern zu arbeiten“, beschreibt der Philipp Mäker seine Erlebnisse. Dort übernahm der Auszubildende kurzzeitig den Deutschunterricht und stellte schnell einen engen Kontakt zu den Kindern her. Erfahrungen, die den Blick über den Tellerrand des eigenen, guten Lebens ermöglichen, hält Arno Beckhoff, Geschäftsführer von Elektro Beckhoff, für extrem wichtig. „Wir ermöglichen Auslandspraktika, weil sie den Horizont erweitern. 

Die Auszubildenden lernen eine andere Mentalität, Kultur sowie wirtschaftliche und technische Standards kennen. Sie gewinnen meist eine höhere Wertschätzung für den eigenen, komfortablen Lebensstandard und bringen Selbstständigkeit und Teamorientierung mit“, betont Arno Beckhoff laut einer Mitteilung. Elektro Beckhoff zählt zu den größten Ausbildungsbetrieben seiner Branche in Deutschland. Aktuell beschäftigt das Unternehmen an seinen elf Standorten 213 Auszubildende. Mit insgesamt 940 Mitarbeitern realisiert das inhabergeführte Familienunternehmen elektrotechnische Projekte.

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