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Verler Unternehmensgruppe steigert Umsatz um 19 Prozent – bald 4000 Mitarbeiter

Beckhoff erzielt stärkstes Wachstum

Verl (WB). Drei Viertel der weltweit verkauften Klemmen und elektrotechnischen Verbindungen stammen aus Produktionsstätten in OWL. Die Branche profitiert vom Boom in der Automatisierung. An der Spitze: Beckhoff Automation in Verl.

Bernhard Hertlein

Außer den traditionellen Klemmen produziert die im Jahr 1980 von Hans Beckhoff in Verl gegründete Beckhoff Automation unter anderem auch Industriecomputer, Maschinensteuerungen und – in einem Zweigwerk in Franken – Motoren. Foto: Oliver Schwabe

Nach vorläufigen Angaben konnte Weidmüller in Detmold im vergangenen Jahr 7,5 Prozent zulegen, Marktführer Phoenix Contact im lippischen Blomberg 11,6 und die Mindener Wago-Gruppe 13 Prozent. Harting (Espelkamp) hat für das Geschäftsjahr 2016/17 (30.09.) ein Plus von 14,7 Prozent gemeldet. Übertroffen wird diese Wachstumsrate noch von Beckhoff. Der Umsatz stieg sogar um 19 Prozent auf 810 Millionen Euro.

Erwirtschaftet wurde der Umsatz – wie bei den anderen Herstellern auch – nicht nur mit Klemmen, von denen Beckhoff aber insgesamt fünf Millionen herstellte. Unter anderem stellte das Unternehmen nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Hans Beckhoff (64) auch 150.000 Industriecomputer her – und ist damit nach einem taiwanesischen Konzern und Siemens die Nummer 3 in der Welt. Weiter produzierten die Verler in ihrem Werk im fränkischen Marktheidenfeld 70.000 Motoren.

60 Millionen Euro in die Entwicklung

Seit 15 Jahren baut Beckhoff Klemmen mit integrierten Sensoren zur Messung der verbrauchten Energie. Die neue Generation, die auf der Hannovermesse vorgestellt wird, sei noch leistungsfähiger, sagte Beckhoff am Mittwoch. Weiter würden neue Sensoren in die Maschinensteuerung eingefügt, die die Anlage visuell überwachen oder Sprachsteuerung ermöglichen oder die Vibration messen. Künftig wolle Beckhoff die kleinen Kameras zur Überwachung sogar selbst herstellen.

In die Entwicklung von Neuheiten investiert Beckhoff jährlich 60 Millionen Euro. 1400 der weltweit 3900 Beschäftigten sind Ingenieure. 2600 Arbeitsplätze befinden sich in OWL. Der lange geplante Neubau der Zentrale in Verl wird konkret: In diesem Sommer werde der Architektenplan ausgewählt.

Ab Mai wird Beckhoff in Herzebrock einen weiteren Standort in Betrieb nehmen. In dem ehemaligen Arvato-Werk, in dem früher Handys repariert wurden, stehen insgesamt 30.000 Quadratmeter zur Verfügung. Weitere 11.000 Quadratmeter kommen durch den 15 Millionen Euro teuren Neubau – plus zehn Millionen für Maschinen und Anlagen – der Tochterfirma Smyczek in Verl hinzu. Schon 2017 ist die Betriebsfläche der Firmengruppe um 44 Prozent auf 93.686 Quadratmeter gewachsen.

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