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Ugandahilfe auf Tour in Afrika – Lauf sorgt für weitere Einnahmen

»Den Menschen Würde geben«

Verl (WB). Das ist wahre Nächstenliebe und ehrenamtliches Engagement. Eine Delegation der Ugandahilfe nutzte die Sommerferien für einen Besuch in Afrika. Im Mittelpunkt der Reise standen neben großen Projekten auch scheinbar kleinere, aber großartige Gesten am Rande.

Andreas Berenbrinker

Auch die Kinder legen sich bei ihrem Lauf mächtig ins Zeug und rennen für Uganda. Foto: Andreas Berenbrinker

Wenn die pensionierte OP-Schwester Helga Brockbals (64) von den Wochen in Uganda erzählt, merkt man ihren Enthusiasmus und ihre pure Freude am Helfen. Ihre Augen leuchten, sie ist mit Herzblut dabei. Seit vielen Jahren ist sie bei der Humanitären Hilfe für Uganda aktiv, seit Mai diesen Jahres ist sie neben Iris Schulz zweite Vorsitzende neben dem Chef Thomas Pankoke.

Es sind gerade die kleineren Geschichten, die es oft nicht in die Zeitungen schaffen, die die Ugandahilfe so herzlich macht. »Wir wollen den Menschen Würde geben«, sagt Helga Brockbals, die gemeinsam mit neun weiteren Mitgliedern der Verler Organisation für einige Wochen in Uganda war.

Sie berichtet von dem alleinstehenden älteren und gehbehinderten Mann namens Matthias, dessen einziger Sohn gestorben ist. »Wir haben ihm eine neue Matratze, neue Schuhe, zwei Anzüge, zwei Hemden und einen Schrank gekauft«, erzählt sie. Außerdem habe man organisiert, dass eine Frau regelmäßig nach dem Rechten schaut und für ihn kocht. »Bisher hat er sich ausschließlich von Kochbananen ernährt«, weiß Brockbals. Die gesamte Aktion hat 300 Euro gekostet.

Im Jahr 2001 gegründet

Mit 577 Euro hat die 2001 gegründete Ugandahilfe eine alleinerziehende Frau mit fünf Kindern glücklich gemacht. »Sie musste eine Stunde bergauf- und bergab gehen, um Wasser zu holen«, sagt Helga Brockbals. Man hat ihr einen Wassertank und Regenrinnen gekauft, um ihr diese Mühen zu ersparen.

Auch einem kleinen Jungen mit angeborenen Fehlstellungen an beiden Füßen konnte geholfen werden. »Dank der Spenden aus Verl und Umgebung konnte er schon fünfmal operiert werden und kann jetzt mit seinen Schienen laufen«, sagt Brockbals. Sie hat während des jüngsten Aufenthaltes mit dem Team auch eine groß angelegte Tetanusimpfung betreut und Lebensmittel für ein Waisenhaus in Ibanda besorgt.

Neben kleineren Gesten treibt die Ugandahilfe aktuell zwei große Projekte voran. Im Krankenhaus in Kyamahunga wird eine Abwasseranlage samt Toiletten gebaut. Der erste Bauabschnitt beginnt im September und wird mit 45.000 Euro veranschlagt.

Ferner wird derzeit der Rettungsdienst in Mbarara ausgebaut. Von der Ugandahilfe wird ein Büro eingerichtet, wo Einsätze koordiniert werden sollen. Alle Krankenwagen sollen mit Funkgeräten ausgestattet werden. Helga Brockbals: »Wir brauchen dazu noch 40 000 Euro«.

Lauf durch den Holter Wald

Mehr als 180 Läufer haben sich auf den Weg durch den Holter Wald gemacht, um etwas für ihre Fitness zu tun und vor allem, um ein Zeichen für Uganda zu setzen. Zahlreiche Helfer der Humanitären Hilfe für Uganda hatten sich wieder ein tolles Rahmenprogramm ausgedacht. Mit dabei war wie immer eine größere Gruppe von Laufspaß Sende – »das sind ganz treue Seelen«, zeigte sich Helga Brockbals begeistert. Die Schirmherrschaft übernahm in diesem Jahr die stellvertretende Landrätin Christine Disselkamp (CDU) aus Herzebrock-Clarholz. Moderiert wurde die Veranstaltung am Bornholter Hühnerstall in diesem Jahr von Peter Germann, einer der drei Gründer des legendären Hermannslaufes.

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