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1200 Katholiken aus acht Gemeinden feiern gemeinsam

Die Kaunitzer Messehalle

Verl-Kaunitz (WB). Wenn 1200 Gläubige aus acht Gemeinden einen Gottesdienst feiern, wird die Ostwestfalenhalle zur Messehalle. Mit einer Heiligen Messe wurde am Pfingstsonntag der neue Pastorale Raum Verl/Schloß Holte-Stukenbrock besiegelt. Als Vorbild dabei war auch die legendäre Levi's Jeans.

Andreas Berenbrinker

Die Gläubigen im Rücken zeigten sich die Geistlichen dankbar für einen gelungenen Start für den Pastoralen Raum: Joachim Cruse, Hermann-Josef Klöpper, Johannes Epkenhans, Josef Dieste, Wolfgang Schinke, Karl-Josef Auris, Markus Korsus sowie Dieter Osthus. Foto: Berenbrinker

Von der St.-Judas-Thaddäus-Kirche in Sürenheide bis zu St. Achatius in Stukenbrock-Senne sind es gut 20 Kilometer. Hat man es eilig, wählt man den Weg über die Autobahnen A2 und A33. Besonders viel miteinander zu tun haben die Bürger der beiden Orte nicht. Das soll sich jetzt ändern. Während einer feierlichen Messe mit 1200 Gläubigen wurde in der Ostwestfalenhalle der Pastorale Raum Verl/Schloß Holte-Stukenbrock eröffnet. Acht Pfarrgemeinden mit insgesamt fast 25 000 Gläubigen (siehe Kasten) sollen der Katholischen Kirche einen neuen Weg ebnen.

Der Pastorale Raum

Ende 2017 lebten fast 25.000 Katholiken in den acht Pfarrgemeinden, die seit Sonntag offiziell im Pastoralen Raum Verl/Schloß Holte-Stukenbrock vereint sind. Zentrum des Raumes ist die St.-Anna-Gemeinde in Verl mit fast 8900 Katholiken. Hier wohnt auch der Leiter des Raumes Pfarrer Karl-Josef Auris im Pfarrhaus neben der Kirche. Mit dabei sind außerdem die Pfarrgemeinde St. Maria Immaculata Kaunitz mit 2500 Katholiken und die St.-Judas-Thaddäus Gemeinde Sürenheide mit 2100 Gläubigen. Aus dem Pastoralverbund Schloß Holte-Stukenbrock stoßen die St. Johannes Baptist Stukenbrock (3600 Katholiken), St. Ursula Schloß Holte (3600) St. Heinrich Sende (1800), St. Joseph Liemke (1400) sowie St. Achatius Stukenbrock-Senne (740).

Der Leiter des Pastoralen Raumes, Pfarrer Karl-Josef Auris, betonte in seiner Ansprache, dass die Neuausrichtung nicht seine Idee gewesen sei. »Das wurde vom Erzbistum in Paderborn so vorgesehen.« Den Start bezeichnete er schon vor der Messe als gelungen, die Ostwestfalenhalle war gut gefüllt. Pfarrer Auris: »Unsere Erwartungen haben sich erfüllt.« Die Katholiken würden sich nun über ihre Gemeindegrenzen hinweg wahrnehmen, sagte Auris. »Die Gläubigen müssen den Raum nun mit Leben füllen.« Auch Pfarrer Auris bekräftigte, dass es Veränderungen in der Kirche gebe und sie sich nun auf einen neuen Weg begeben müsse.

Der sympathische Domkapitular Dechant Josef Dieste wurde vom Erzbistum nach Kaunitz geschickt. In seiner Predigt verglich er den neuen Pastoralen Raum mit einer Levi's Jeans. Dechant Dieste: »Es hat sehr lange gedauert, bis diese Hose bei uns im Dorf ankam. Mein Vater wollte das Wort ›Jeans‹ nicht in den Mund nehmen.« Den Trend habe man aber nicht aufhalten können, und heute seien diese Hosen völlig normal. Mit diesen Worten wollte Dechant Josef Dieste den Gläubigen die Angst nehmen. Auch der neue Pastorale Raum wird zuweilen – wie vieles Neue – skeptisch betrachtet. Der Geistliche sagte, dass kirchliche Strukturen sich ändern, es weniger Priester gebe und Pfarrhäuser frei werden würden. »Wir müssen uns neue Räume suchen, gleichzeitig aber den Verlustängsten in den einzelnen Gemeinden entgegenwirken«, sagte Dieste. Das kleine Dorf sei auch in Zukunft wichtig. »Was vor Ort prägend ist, soll auch prägend bleiben.«

Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine erschienen

»Wir wollen unsere Zukunft feiern«, zelebrierte Dechant Josef Reiche die Messe mit den Geistlichen Karl-Josef Auris (St. Anna Verl), Joachim Cruse (St. Marien Kaunitz), Markus Korsus (St-Judas-Thaddäus Sürenheide), Dieter Osthus (St. Ursula Schloß Holte), Johannes Epkenhans (St. Johannes Baptist Stukenbrock) und dem Pfarrer in Ruhe Hermann-Josef Klöpper (Stukenbrock) sowie dem Verler Diakon Wolfgang Schinke.

Mit dabei waren Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine aus allen acht Pfarrgemeinden – von den Kolpingsfamilien, den Frauengemeinschaften, über die Schützenbruderschaften bis hin zum Kreuzbund.

Musikalisch untermalt wurde das feierliche Pfingsthochamt vom Musikverein Verl unter der Leitung von Martin Pollmeier sowie einem Chor mit 120 Sängerinnen und Sängern, der von Michael Brockschmidt dirigiert wurde und sich aus Gläubigen aller acht Pfarrgemeinden zusammensetzte. Darunter auch Mitglieder der »S(w)inging Voices«, die in den nächsten Monaten Konzerte in den acht Pfarrkirchen des neuen Pastoralen Raumes geben möchten.

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