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Sophie Bonnet stellt im Gymnasium ihren fünften Krimi vor

Die Provence mit allen Sinnen erleben

Verl (WB) Ihr wollten ganz viele Leute zuhören: Sophie Bonnet. Die Lesung der Hamburger Autorin, die mit bürgerlichem Namen Heike Koschyk heißt, sollte eigentlich in der Bibliothek stattfinden, aufgrund großer Nachfrage wurde sie ins Verler Gymnasium verlegt. Am vergangenen Montagabend las sie aus ihrem Buch »Provenzalische Schuld«.

Jan Hermann Ruthmann

Sophie Bonnet begeisterte im Gymnasium ihre Zuhörer mit ihrem neuen Buch. Foto: Jan Hermann Ruthmann

Sophie Bonnet freute sich, dass sie erstmals aus ihrem neuen Buch lesen darf. Es ist eine Vorpremiere, denn das eigentliche Debüt fand gestern beim Krimifestival in München statt.

Heimlich macht die Autorin aus dem Backstagebereich Selfies mit ihrem Publikum. Nachdem Claudia Thye die Zuhörer begrüßt hat, setzt sich Sophie Bonnet hinter das Lesepult und beginnt zu erzählen. Von Lavendelfeldern, verlassenen Dörfern, der Schönheit der Provence.

Verliebt in diese Region

Man merkt, dass Sophie Bonnet regelrecht verliebt in diese Region ist. Nebenbei erzählt sie auch ein wenig über sich. Sie hat vieles ausprobiert im Leben, hat Germanistik und Theologie studiert. Dann ging sie ins Modebusiness, hatte sogar ein eigenes Label. Doch das alles erfüllte sie nicht so richtig. Erst als sie anfing ein Buch zu schreiben, wusste sie: Hier wollte ich immer hin.

Warum sie sich den Künstlernamen Sophie Bonnet zugelegt hat? »Ich möchte, dass meine Leser in eine andere Welt eintauchen können. Eben in die Welt der Sophie Bonnet. Außerdem hört sich mein bürgerlicher Name wie der einer polnischen Sachbuchautorin an und das ist für diese Art von Literatur ungeeignet«, sagt sie.

In ihren Krimis ermittelt Pierre Durand, ein Kommissar aus Paris, der sich aus der Stadt zurückgezogen hat und nun im malerischen Städtchen Sainte-Valérie als Dorfpolizist seinen Dienst tut. Um sich das fiktive Städtchen besser vorstellen zu können, griff Bonnet irgendwann mal zum Buntstift und zeichnete einen Stadtplan des Städtchens, der in ihren Büchern auch abgedruckt ist.

Opfer wird vorgestellt

Ein weiteres Markenzeichen ist, dass jedes ihrer Bücher mit einem Prolog beginnt, der das spätere Opfer vorstellt. In »Provenzalische Schuld« ist es eine Frau, die eine Auszeit von ihrem Alltag braucht und eine einsame Hütte in den Bergen aufsucht. Von einem Geräusch geweckt geht sie nach draußen und starrt in den Lauf eines Gewehres. Sie versteckt sich in der Speisekammer, doch der Täter findet sie und schießt ihr brutal ins Gesicht.

Im nächsten Textauszug kommt der Ermittler ins Spiel. Er sitzt am Tisch und wird von seiner Freundin Charlotte, die eine ausgezeichnete Köchin ist, verwöhnt. Er wird durch den Bürgermeister gestört, der ihn bittet, sofort zu ihm zu kommen. Erst will er nicht so recht raus mit der Sprache, erzählt lediglich, dass er und seine Frau sich gestritten hätten und das sie nun weg ist. Erst später rückt er damit heraus, dass es bereits zwei Wochen her ist, dass er sie das letzte Mal gesehen hat. Die Zuhörer werden im Unklaren gelassen, wer nun wirklich das Opfer ist. Jeder, der das wissen will, muss den ganzen Roman lesen.

In der Pause können die Besucher die Provence auch schmecken. Das »Kochwerk« liefert Lammfrikadellen, Crêpes mit Frischkäse und viele Leckereien mehr. Das Publikum ist rundum zufrieden: »Die Geschichte ist toll, das Essen schmeckt auch, was will man mehr«, sagt Bernd Heimbach.

Renate Tornede, Elisabeth Pros­ke und Gisela Meiner haben sich bei einem Glas Wasser oder Rosé an einen Stehtisch zurückgezogen und sind ebenfalls bester Laune: »Dass es hier auch noch so leckeres Essen gibt, einfach herrlich«, meinen sie.

Im zweiten Teil stellt Sophie Bonnet ihr Kochbuch »Provenzalischer Genuss« vor, das gleichzeitig mit ihrem fünften Buch erschien. Es ist gegliedert in fünf Teile, aus jedem Buch mehrere Rezepte.

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