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Christoph Wilke freut sich über stetig wachsenden Imkerverein

Die Welt verändern vor der Haustür

Verl (WB). Ein Einzelner kann die Welt nicht verändern, aber jeder kann vor seiner Haustür damit anfangen. »Das würde schon helfen«, sagt Christoph Wilke und geht mit gutem Beispiel voran.

Matthias Kleemann

Christoph Wilkes Bienen erwachen langsam aus der Winterruhe. Unweit seines Hauses in Sende stehen diese zwei Völker. Am Samstag, 23. Februar, haben die Teilnehmer des Imkerkurses Gelegenheit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Foto: Matthias Kleemann

Er tut das im wahren Sinn des Wortes. Vor der Tür seines Hauses, der alten Brisseschule in Sende, stehen mehrere Bienenstöcke. Wilke ist Vorsitzender des Imkervereins Verl und imkert nicht nur selbst, sondern bietet seit zehn Jahren einen Imkergrundkurs an – mit Erfolg.

Denn der Imkerverein ist seit dem ersten Grundkurs von 14 auf 39 Mitglieder gewachsen. Alle Neumitglieder sind, bis auf zwei Ausnahmen, durch die Kurse zum Verein gestoßen. Bedenkt man außerdem, dass von den 14 Altmitgliedern nur noch vier im Verein sind, dann wird deutlich: Durch jeden Kurs kann Wilke zwei bis fünf Teilnehmer so von der Imkerei begeistern, dass sie selbst damit anfangen.

Mehr Bienen gibt es trotzdem nicht in Verl. »Früher hatte ein Imker 20 bis 25 Völker, heute sind es nur noch drei bis fünf pro Imker. Es hält sich so gerade die Waage«, sagt Wilke. Wer die Bienenzucht nebenbei betreibt, muss wissen, dass es ein zeitaufwendiges Hobby ist. Bis zu zehn Stunden pro Volk muss man schon rechnen. »Und als Anfänger braucht man länger.« Wer seinen Lebensunterhalt mit einem Vollzeitjob verdient, schafft das mit der Imkerei also nur, wenn er sich bei der Zahl der Völker beschränkt.

Christoph Wilke ist seit 2004 Mitglied des Verler Imkervereins. Er hat sich vieles selbst beigebracht. Im Jahr 2008 hat er bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen an einem Kurs zum Bienensachverständigen und zum Schulungsreferenten teilgenommen. Als er 2009 seinen ersten eigenen Kurs durchgeführt hat, sind gleich vier neue Hobbyimker dazugekommen.

Im Kreis Gütersloh gibt es neben Verl nur noch ein Imker-Kursangebot des Kreisimkervereins in Rietberg. Zu Wilke nach Verl kommen Teilnehmer aus Bielefeld, Oerlinghausen, Schloß Holte-Stukenbrock, Rietberg und Gütersloh. Die sieben Kurstermine verteilen sich übers ganze Jahr, weil, je nach Jahreszeit, immer etwas anderes zu tun ist.

Wilke zeigt seinen Schülern, wie man mit den Bienenvölkern umgeht, wie man sie füttert und vermehrt und Königinnen aufzieht. Die Honig-Ernte und -Vermarktung, das Überwintern und die Behandlung der Varroa-Milbe sind weitere Themen. Am Ende gibt es eine Teilnahmebescheinigung, aber keine regelrechte Prüfung. Imkern darf jeder, auch ohne Schulung. Wer noch Fragen hat, kann Christoph Wilke jederzeit konsultieren.

Der Imkerverein bietet seinen Mitgliedern zusätzliche Unterstützung und bei sieben Treffen im Jahr Erfahrungsaustausch. Bei weiteren drei Treffen, die reihum bei den Mitgliedern stattfinden, kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz.

Der Imkergrundkurs beginnt mit einer Informationsveranstaltung am Samstag, 23. Februar. »Wir gehen an diesem Tag einmal durch das Bienenjahr. Die Teilnehmer erfahren, was auf sie zukommt.« Diese Veranstaltung ist kostenlos. Wer sich dann entschließt, mitzumachen, zahlt die Kursgebühr in Höhe von 150 Euro. Bis Juli findet monatlich eine Kurseinheit statt, immer samstags von 10 bis etwa 15 Uhr. Der letzte Termin ist dann im November. Fünf Teilnehmer haben sich schon angemeldet, Wilke hat aber noch genügend freie Plätze.

• Anmeldungen nimmt er entgegen unter Telefon 05246/ 8389286 oder per E-Mail an christoph@dsb-wilke.de oder info@imkerverein-verl.de.

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