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Kaunitz

Drittes Regentenjahr bei St. Hubertus

Kaunitz (abb)

„Endlich wieder viele grüne Jacken, endlich wieder Blasmusik, endlich wieder ein Hauch von Schützenfest“: Mit diesen Worten hat Brudermeister Peter Lichtenauer die Kaunitzer Hubertus-Schützen bei der Mitgliederversammlung begrüßt.

In der „Kutsche 2.0“ nahm das Königspaar Elisabeth Esken und Chrstian Dulleck (Mitte) Platz. Flankiert wurden sie vom Jungschützenkönigspaar Anika Peterhanwahr und Patrick Wiesemann. Die vier Regenten gehen mit ihren Throngesellschaften in ihr drittes Jahr. Foto:

Das erste Fest, an dem die neu gegründete Hubertus-Bruderschaft teilnahm, war das Heimatfest mit den landwirtschaftlichen Ortsvereinen Liemke und Österwiehe, das am 30. September und 1. Oktober 1951 auf dem Alten Schulhof stattfand. Die Schützen marschierten unter Begleitung des Spielmannszugs Kaunitz und der Feuerwehrkapelle Schloß Holte beim Festmarsch mit. 

Begonnen hatte der Tag mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal an der Marienkirche. Die Schützen gedachten der verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft sowie der Toten aus Krieg, Terror und Gewalt. 

Flutkatastrophe erzeugt Betroffenheit

Besonders betroffen zeigte sich Peter Lichtenauer während der Zeremonie über die Toten der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In einer Andacht an der Schützenhalle lenkte auch Präses Pfarrer Joachim Cruse die Aufmerksamkeit auf das Überflutungsgebiet. „Hätten wir heute überhaupt Lust, richtig einen draufzumachen, wenn wir diese Bilder sehen?“, fragte er mit Anspielung auf das Schützenfest, das ohne die Coronakrise am Wochenende stattgefunden hätte. 

Cruse schlug vor, dass jeder Schütze sein eigentlich eingeplantes Schützenfestgeld spenden könnte. Bei Robin Rieksneuwöhner rannte er damit offene Türen ein: „Wir spenden 1000 Euro aus der Vereinskasse und bitten um weitere Spenden der Anwesenden“, sagte der Kassierer, der nun insgesamt 2500 Euro an eine Hilfsorganisation überweisen kann. 

Rekord wird nicht aufgestellt

Das junge Königspaar Christian Dulleck und Elisabeth Esken hängt nun ein weiteres Regentenjahr dran – es ist das Dritte. Einen Rekord werden sie aber wohl kaum aufstellen. Aufgrund der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg regierten Heinrich Pagenkemper und Anna Vorderbrügge von 1939 bis 1952 und erlebten während ihrer Amtszeit eine Besonderheit, die wohl auch eingefleischten Kaunitzer Schützen kaum bewusst sein dürfte. 

Regentschaft dauerte von 1939 bis 1952

Als Pagenkemper den Vogel vor dem Krieg aus dem Kugelfang holte, war er König des Schützenvereins Kaunitz. Beim ersten Schützenfest nach dem Krieg 1952 war er König einer Bruderschaft. Die St.-Hubertus-Bruderschaft feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen, während der Schützenverein als solcher in vier Jahren 100 Jahre alt wird. Der Schützenverein Kaunitz von 1925 war nach dem Krieg durch eine Verordnung der britischen Militärregierung aufgelöst worden. 

Durch einen Zufall trafen sich 1951 Konrad Obermeier, Ferdinand Johannliemke, Josef Offelnotto und Ewald Füchtjohann in der Gastwirtschaft „Walter Krusenotto – Wiesengrund“ am heutigem Hegselweg 62. An der Theke diskutierten die Männer die Neugründung des Schützenvereins. Es wurde ein Beitritt zu den Historischen Deutschen Schützenbruderschaften angestrebt.

Gründungsversammlung 1951

Am 12. August 1951 fand die Gründungsversammlung im Saal Liemke statt. Einstimmig entschieden sich die Anwesenden für den Schutzheiligen Hubertus als Namenspatron. Zuvor hatten auch eine Sebastianus- oder eine Christkönigsbruderschaft zur Debatte gestanden. Als erster Brudermeister fungierte Konrad Obermeier, sein Stellvertreter war Heinrich Linnenkamp. Oberst war zunächst Josef Lükewille, der aufgrund einer schweren Erkrankung bald von Hans Berenbrinker abgelöst wurde. Kassierer war Heinrich Pagenkemper, Schriftführer Fritz Degener und Präses der damalige Pfarrer Franz Greweling. 

Jubilare

Während der Mitgliederversammlung ehrte Brudermeister Peter Lichtenauer folgende Schützen für ihre langjährige Mitgliedschaft: 

65 Jahre: Alfons Beste und Ewald Johann vor der Brügge. 

45 Jahre: Klaus Berning, Ottmar Hakenewerd, Udo Hesse, Peter Krausemann, Johannes Kleinhans, Michael Kulik, Burkhard Menke, Ewald Pauleickhoff, Ferdi Rodemann, Klaus Rodemann, Michael Sagemüller, Jörg Simmerdinger, Alfons Steinlage, Andreas Wittenborg, Josef Wittenborg und Klaus Wittreck. 

25 Jahre: Marcel Benden, Hans-Jürgen Buhe, Pfarrer Joachim Cruse, Ulrich Draier, Jürgen Genseke, Helmut Hakenewerd, Frank Hassenewert, Christian Jacobfeuerborn, Karl-Heinz Kley, Manfred Krüger, Stefan Lauströer, Kai Richert, Elmar Sagemüller, André Tanger, Hans Turner und Andreas Wagner.

Die Bruderschaftsfahne wurde 1952 von Schwestern der Benedektinerinnen-Abtei Varensell genäht, die alte Fahne des Schützenvereins wurde entweder durch den Bombenangriff auf Kaunitz 1945 zerstört oder ging beim Einmarsch der Amerikaner am Ostersonntag 1945 verloren. Das erste Schützenfest der Bruderschaft fand vom 19. bis 21. Juli 1952 im Zelt bei Festwirt Otto Laustroer statt. Als auswärtige Vereine waren die Verler Gildeschützen sowie der Schützenverein Schloß Holte dabei.

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