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Entscheidung zur Vorsorge für Krankheit und Alter

Verl (gl)

Was passiert eigentlich, wenn Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen werden können? Der Verler Kreuzbund hat Antworten.

Organisatoren und Redner: (v. l.)Hans-Peter Jakobfeuerborn, Michael Leggemann und Franz Brinkmann.

Verl (gl)- Der Kreuzbund Verl setzt seine Vortragsreihe rund um das Thema Sucht fort. Michael Leggemann informierte jüngst im Pfarrzentrum Verl über seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in der ambulanten Hospizgruppe Verl, insbesondere über die Beratungen im Bereich Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter. 

Sich als gesunder, junger Mensch mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen, fällt vielen Menschen schwer. Die Zeit des Alters und der Gebrechlichkeit ist noch weit entfernt. Doch schnell könne jeder Mensch, egal welchen Alters, in Situationen geraten, in denen man aufgrund von Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr geschäftsfähig sei, schreibt Hans-Peter Jakobfeuerborn vom Kreuzbund. 

Wenn Besorgungen nicht mehr erledigt werden können

Im Alter kann Gebrechlichkeit oder auch Demenz dazu führen, dass man nicht mehr wie gewohnt das tägliche Leben selbst gestalten kann. Tägliche Besorgungen oder Behördengänge selbst zu erledigen, ist nicht mehr möglich. Wer aber darf dann in Vertretung die Geschäfte einer Person ausführen? Dazu und zu weiteren Fragen rund um das Thema informierte der Rietberger Michael Leggemann, der seit 2007 als Stationsarzt im Evangelischen Klinikum Bethel Gilead in der Alkohol- und Medikamentenentgiftungsstation tätig ist und sich seit 2005 ehrenamtlich in der ambulanten Hospizgruppe Verl engagiert.

Zunächst erläuterte er den Bereich Vorsorge. Wichtigster Punkt bei der Vorsorge ist die Benennung eines gesetzlichen Vertreters. Dieser erhält dann die Vorsorgevollmacht. Der Bevollmächtigte muss vorher gefragt worden sein und zugestimmt haben. Hier geht es um eine einmalige Willensbekundung, die allerdings keine Verpflichtung ist. Die Benennung sollte am besten über einen Notar erfolgen und festgelegt werden.

Es gibt drei Arten von Betreuern

HintergrundDie Hospizgruppe in Verl wurde 1998 gegründet. 2000 wurde sie zum Verein. Er besteht aus 150 fördernden und rund 40 aktiven Mitgliedern. Von den Aktiven arbeiten 30 im Bereich Sterbebegleitung. Der Kern der Arbeit besteht darin, dass die Mitarbeiter die Sterbenden aufsuchen und sie beim Sterben begleiten. Im Kreis Gütersloh gibt es insgesamt 16 ambulante Hospizgruppen. Der Kreuzbund Verl ist eine Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige von Suchterkrankten. Gruppenabende finden immer dienstags ab 19 Uhr im Pfarrzentrum St. Anna Verl statt. Ansprechpartner sind Franz Brinkmann, 05246/3738, und Hans-Peter Jakobfeuerborn, 05246/703668.

Ein Betreuungsgericht muss diesem dann noch zustimmen. Solange man noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, sollte man einen Betreuer benennen. Falls dies nicht der Fall ist, wird ein Betreuer vom Gericht eingesetzt. 40 Prozent der Bürger haben dieses bereits so festgelegt. Ehrenamtlicher Betreuer kann jeder volljährige Bürger werden. Dazu muss er sich beim Betreuungsgericht melden. 

Laut Mitteilung gibt es drei Arten von Betreuern: 1. Aus dem Angehörigenkreis (keine Aufwandsentschädigung); 2. Ehrenamtlicher Betreuer (mit Aufwandsentschädigung); 3. Berufsbetreuer (Notar, Anwalt – bekommt Gehalt vom Staat). Mit einer Vorsorgevollmacht kann der Betreuer Geschäfte des zu Betreuenden und rechtliche Angelegenheiten regeln. 

Zum Ende ging Leggemann noch einmal auf das Thema Patientenverfügung ein. Hier legt der Verfasser fest, ob er zu Hause, im Krankenhaus oder im Hospiz sterben möchte. Inhalt einer Patientenverfügung sind vorweggenommene Willenserklärungen für Behandlungen, falls der Betroffene das später nicht mehr selbst entscheiden kann.

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