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Bündnis Islamischer Gemeinden hatte zum dritten Mal eingeladen

Fastenbrechen am Abend

Verl(WB). Die Zapfanlage in der Schützenhalle bleibt zu. Stattdessen steht ein Teekocher auf dem Tresen. Zum dritten Mal hatte das Bündnis Islamischer Gemeinden zum gemeinsamen Ramadan-Fastenbrechen eingeladen – erstmals in die Schützenhalle.

Jan Hermann Ruthmann

Die Helferinnen des Bündnisses Islamischer Gemeinden haben das Fastenbrechen vorbereitet. Foto: Jan Hermann Ruthmann

Der Vorsitzende des Bündnisses Islamischer Gemeinden, Cemil Sahinöz, war zufrieden. »Wir feiern von Freitag bis Sonntag. Bei den guten Wetterprognosen für den Sonntag könnte es gut klappen, dass 2500 Leute an den drei Tagen zu uns kommen.« Zweimal fand das Fastenbrechen bereits in Bielefeld statt. »Die Leute kommen von überall her. Aus Gütersloh, aus Bielefeld, aus Osnabrück und Hannover«, sagt Sahinöz.

Entspannte Atmosphäre

Ab 18 Uhr waren die Türen der Schützenhalle geöffnet. Um 21.20 Uhr wurde das Fastenbrechen mit einem Gebetsruf eingeläutet. In entspannter Atmosphäre und bei frühlingshaften Temperaturen konnten die Besucher bis in den Abend draußen sitzen. An Ständen gab es türkische Gerichte. Ein Eintopf mit Rindfleisch und Gemüse wurde angeboten, den sich Berthold und Gieran Siebert aus Verl schmecken ließen.

Mustafa Doganer

»Es ist toll hier. Das Essen ist lecker, die Leute sind nett. Man lernt mal andere Kulturen kennen«, sagt Berthold Siebert. Aus Espelkamp angereist war Mustafa Doganer mit seiner Frau Hayrie und den Kindern Eflin und Esda. Sie wollten in einer größeren Gemeinschaft das Fasten brechen. »Absolut cool hier.«

An einer Tafel hatte sich Abdullah Güngör einen Platz gesichert. Er war mit seiner Frau Marita dabei. »Wir Muslime sind friedliche Menschen. Habt bitte keine Angst vor uns«, appelliert er. »Wir können bestätigen: Eine hervorragende Veranstaltung. Die Gemeinschaft ist das wichtigste.«

Wie in Istanbul

Gülsüm Tire-Cetin mit ihrem Sohn Kerem waren von ihrer Schwester Durkadin Vezne und deren Mann Ramazan mitgenommen worden. »Man fühlt sich wie in Istanbul«, schwärmt sie und erklärt den Ramadan: »Der Ramadan geht einen ganzen Monat lang. Wir essen und trinken tagsüber nichts. Erst nach Sonnenuntergang fangen wir wieder an. Wir machen das, damit wir die Armen nicht vergessen, die weder Essen noch Trinken haben. Nach Sonnenuntergang dürfen wir wieder essen und trinken.« Am 15. Juni ist der Ramadan zu Ende. Dann wird das Zuckerfest gefeiert.

Deutsche Besucher erwünscht

Akin Can aus Friedrichsdorf nippt an einem Tee. »Es wäre doch schön gewesen, wenn mehr Deutsche zu diesem Fest gekommen wären. Man muss miteinander leben statt nur nebeneinander. Und hier hätte es wirklich leckeres Essen gegeben«, lacht er und genießt frittierten Hefeteig mit Honigsirup.

Das Fastenbrechen ist ein großes Fest der Muslime, zu dem Besucher anderer Nationen eingeladen waren. Allerdings haben wenige die Einladung angenommen. Dabei betonen die Muslime, dass sie gerne Deutsche an der Tradition teilhaben lassen würden.

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