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Gesprengter Geldautomat am Edeka-Markt verursacht Schaden von 550.000 Euro

Gesamte Ware muss auf den Müll

Verl (WB). Der Sachschaden nach dem Gas-Angriff auf einen Geldautomaten am Edeka-Markt an der Österwieher Straße 20 ist größer als zunächst angenommen: Nach Angaben von Inhaber Jens Niederschulte (47) muss die gesamte Ware entsorgt werden.

Carsten Borgmeier

Farid Cherradi (33, links) und Hanke Kudra (42) von der Rietberger Zimmerei Brüggenjürgen bessern mit fünf Holzbalken aus Kiefer und Tanne den am Edeka-Markt beschädigten Dachstuhl aus. Die Statik der 1988 errichteten Immobilie ist intakt. Foto: Carsten Borgmeier

Unbekannte hatten in der Montagnacht gegen 2.30 Uhr den vor der Immobilie frei stehenden Geldautomaten der Kreissparkasse (KSK) Wiedenbrück in die Luft gesprengt. Bei der Tat leiteten sie offenbar ein Gasgemisch in das Gerät und brachten es zur Explosion. Niemand wurde verletzt, die Täter sind auf der Flucht.

Ohne Beute

Trotz der gewaltigen Detonation soll der Tresor des dort 2014 aufgestellten Gerätes der Attacke standgehalten haben, so dass die Kriminellen nach Angaben der Polizei ohne Beute flohen. Ersten Ermittlungen zufolge bezifferte die Behörde den entstandenen Schaden an zwei Gebäuden auf etwa 100.000 Euro.

Doch wie Jens Niederschulte auf Anfrage der VERLER ZEITUNG berichtete, wird der komplette Warenbestand seines Marktes auf den Müll kommen. »Ein Sachverständiger der Versicherung hat heute chemische Proben in den Regalen und Auslagen genommen«, sagte der 47-Jährige. Dabei sei auf der gesamten Verkaufsfläche von mehr als 1600 Quadratmetern Ruß auf den Waren entdeckt worden. Dieser Ruß stamme von dem Feuer, das nach der Explosion aufloderte, aber schnell gelöscht werden konnte.

Durch den Qualm sei nun die Ware kontaminiert und dürfe nicht mehr verkauft werden, so Niederschulte. Am Mittwoch soll der Laden ausgeräumt werden; die Ware habe einen Gesamtwert von etwa 450.000 Euro. Bereits am Abend wird nach Angaben des Vorsitzenden der Werbegemeinschaft die neue Ware kommen. 20 seiner 90 Beschäftigten seien vor Ort, um die Arbeiten so rechtzeitig zu erledigen, damit am Freitag, 1. Juni, wieder eröffnet werden könne.

Statiker zufrieden

Auch ein Statiker habe sich das 1988 errichtete Gebäude angesehen und keine gravierenden Schäden an der Stabilität festgestellt. Deshalb konnten die Zimmerer Hanke Kudra (42) und Farid Cherradi (33) schon den Dachstuhl ausbessern, die Dachdecker kommen am Mittwoch.

Die angrenzende Bäckerei Hosselmann konnte nach Auskunft von Filialleiterin Brigitte Kaase wieder öffnen, das dazugehörige Café mit 40 Sitzplätzen wurde durch die Detonation aber beschädigt und ist deshalb noch geschlossen.

Auch gegenüber, am 25 Meter entfernten Aldi-Markt, laufen Reparaturen: Denn die Explosion schleuderte Teile der Edeka-Fassade und des Geldautomaten gegen den Eingang des Aldis. »Wir konnten bereits am Montag gegen 12.30 Uhr wieder öffnen, unsere Schäden sind glücklicherweise gering«, sagte Marktleiter Ferhad Demir (33). Seine Kollegin Gabriela Heimbach (55), die dort seit 23 Jahren arbeitet, meinte: »So etwas habe ich hier noch nicht erlebt.«

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