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Geldautomat an der Österwieher Straße gesprengt – Täter fliehen offenbar ohne Beute – mit Video

Gewaltiger Knall reißt Verler aus Schlaf

Verl (WB). Ein Geldautomat am Edeka-Markt an der Österwieher Straße ist am Montagmorgen von bislang unbekannten Tätern gesprengt worden. Die gewaltige Detonation gegen 2.30 Uhr muss in der ganzen Stadt zu hören gewesen sein.

Carsten Borgmeier  und Andreas Berenbrinker

Der Tatort: In der Montagnacht ist der Geldautomat am Edeka-Markt an der Österwieher Straße mitten in Verl in die Luft gesprengt worden. Kriminelle hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Doch Geld sollen sie nicht erbeutet haben. Foto: Carsten Borgmeier

Nach ersten Informationen der Polizei sollen der oder die Kriminellen bei der Tat gegen 2.30 Uhr nicht an das Geld in dem Gerät gelangt sein. Eine noch in der Nacht eingeleitete Fahndung, in die auch ein Hubschrauber der Polizei eingebunden war, verlief bisher erfolglos.

Zerstörerische Druckwelle

Die Täter hinterließen eine selten gesehene Spur der Zerstörung: Nicht nur der Geldautomat sowie das Gebäude des Lebensmittelmarktes mit angrenzendem Bäckerei-Café wurden stark in Mitleidenschaft gezogen, auch der etwa 25 Meter entfernt liegende Aldi-Markt wurde durch die enorme Splitterwirkung schwer beschädigt. So gingen Schaufensterscheiben zu Bruch und Teile des Daches wurden durch die Druckwelle zerstört – ein etwa 50 Zentimeter großes Holzstück, mutmaßlich aus der Fassade des Edeka-Marktes, bohrte sich in eine Eingangstür zur Aldi-Immobilie.

Einer der Ersten am Tatort war am frühen Montagmorgen Jens Niederschulte, der Edeka-Marktleiter und Vorsitzende der Verler Werbegemeinschaft: »Als ich hier mitten in der Nacht im Chaos stand, war ich zunächst nur schockiert und konnte es nicht fassen.«

Erst etwas später sei ihm das Ausmaß der Explosion bewusst geworden. Niederschulte: »Ich hätte heulen können. Viele Lebensmittel, insbesondere das Obst und Gemüse im Eingangsbereich werden wir vernichten müssen.«

Mit Gas gesprengt

Bei dem Geldautomat handelte es sich um ein Gerät der Kreissparkasse Wiedenbrück. Von dem Kreditinstitut äußerte sich Frank Dreismickenbecker als Filialleiter zu dem Vorfall: »Die Täter waren wohl selbst von der Sprengkraft überrascht. Mit so einer Detonation haben sie offenbar nicht gerechnet.« Dreismickenbecker spielte damit darauf an, dass die Täter ihr Equipment wie Gasflaschen zurückgelassen hätten.

Die Polizei vermutet, dass der Geldautomat mit Gas gesprengt wurde. Die Spurensicherung hatte bereits um 10 Uhr ihre Arbeit am Tatort abgeschlossen, denn dann konnte mit dem Aufräumen begonnen werden. Eine Kehrmaschine der Stadt reinigte weite Bereiche des großen Parkplatzes, da Splitter und Fassadenteile mehr als 100 Meter im Umkreis lagen. Der Sachschaden wird demnach auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

Polizei sucht Zeugen

Entlang der weitläufigen Polizei-Absperrungen durch weiß-rotes Flatterband im Bereich Österwieher Straße/Westfalenweg verfolgten Schaulustige die Aufräumarbeiten. Der Vorfall in der Nacht war schließlich das Gesprächsthema in der Stadt: »Ich wohne etwa 500 Meter vom Tatort entfernt und bin durch den gewaltig lauten Knall aus dem Schlaf gerissen worden«, berichtet die 29-Jährige Natalia. Das habe kein Gewitter sein können, fuhr die junge Mutter fort. Als dann ein Hubschrauber über der Stadt kreiste, sei sie zunächst von einem Unfall ausgegangen.

Die Polizei in Gütersloh bittet unter Tel. 05241/8690 um Zeugen-Hinweise zu der Tat.

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