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Grüne: Lkw sollen raus aus Innenstadt

Verl (ack) - Ob es auch an Corona und dem nicht mehr so starken Rückenwind für die Grünen liegt? Auf ein konkretes Ziel für die Kommunalwahl will sich der Ortsverband Verl nicht festlegen. Mehr Mandate wolle man erreichen. Konkreter wird die Partei, die 2014 vier Sitze errungen hatte, bei ihren Zielen. Von Klimaschutz und allem, was damit zusammenhängt, mal abgesehen, nehmen die Grünen zum Beispiel die Ortsentwicklung in den Blick.

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Sie fordern eine Perspektive für die Stadtmitte. „Verl zerfällt“, sagt Dr. Egbert Daum. Die Paderborner und Gütersloher Straße sei nicht zu einer Flaniermeile geworden. Ein Grund aus Sicht der Grünen: der Schwerlastverkehr. Den möchte der Ortsverband am liebsten aus der Stadt verbannen. Eine Patentlösung habe man nicht, so Thorsten Rohde, Vorsitzender der Grünen in Verl.

Thema ist nicht neu

Ein Ansatz: eine Südumgehung. Bisher endet der Westring an der Österwieher Straße. Und Lastwagen damit im Nichts, wenn man sie nicht weiter in Richtung Kaunitz leiten will, wo spätestens im Dorf dann wieder massive Verkehrsprobleme auftreten würden. Eine Idee, über die hinter den Kulissen parteiübergreifend schon häufiger mal gesprochen wurde, ist die Aufweitung und eventuell teilweise Verlegung der Bornholter Straße, um die Lastwagen vom Westring bis zur Paderborner Straße zu führen. Aber mehr als eine Idee ist das bisher wirklich nicht.

Konkreter werden die Grünen in Sachen Innenstadt. Zebrastreifen – schon oft gefordert und immer vom Landesbetrieb Straßen NRW abgelehnt – sind für den Ortsverband eine Option. Die Hauptstraße und Teile der Bahnhofsstraße könnten zumindest testweise verkehrsberuhigt werden. Also Tempo 20 für Autofahrer, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Am Marktplatz sowie am alten Bauhofgelände wollen die Grünen ein Zeichen setzen. Etwas Attraktives solle entstehen. Wegeverbindungen sollen geschaffen werden. Gefordert sei eine intelligente Stadtplanung, so Egbert Daum.

Stärkung des Radverkehrs

Eng mit diesem Thema verbunden sind alle Aspekte rund um die Mobilität. Da gebe es eine Menge Potenzial, sagt Simon Lütkebohle, der zwar kandidiert, aber angesichts von Listenplatz zwölf eher nicht wieder in den Rat einziehen wird. Er hat neben seinem Job noch ein Studium angefangen und will in Sachen Politik keine halben Sachen machen. Und entsprechend auch kein volles Ratsmandat.

In Sachen Programm mischt er aber weiter mit. Den Radverkehr will Lütkebohle stärken. Gern sähe er ein Car-Sharing-Angebot auf dem Delphos-Platz. Das Argument der Verwaltung, erst ein Verkehrskonzept erarbeiten zu wollen, zieht aus Sicht der Grünen nicht. „Einfach mal loslegen“, sagt Simon Lütkebohle. Ähnlich ist das beim Thema Fahrradstraßen: Bei der St.-Anna-Straße würden die Grünen es zumindest versuchen. Weitere könnten folgen.

Klimaneutral deutlich vor 2050

Von Mobilität und Stadtplanung mal abgesehen setzen die Grünen auf ihre Klassiker. Umweltschutz? Na klar. Verl solle deutlich vor 2050 klimaneutral werden, sagt etwa Thorsten Rohde.

Gewerbegebiet in der Pausheide? Auf keinen Fall. Die Grünen wollen den Flächenverbrauch verringern. Und das passt aus ihrer Sicht nicht mit einem Gewerbegebiet im Verler Norden zusammen. Stattdessen sollen die bestehenden Gewerbegebiete nachverdichtet werden. „Der Bedarf ist auch ohne die Pausheide zu decken“, sagt Simon Lütkebohle. Dr. Egbert Daum regte Parkhäuser anstelle von großen Stellflächen an. Und von einem Gewerbegebiet in der Pausheide würde aus Sicht der Grünen vor allem die Stadt Bielefeld profitieren. Wenn das Gewerbegebiet kommt, dann als interkommunales Projekt zusammen mit der großen Verler Nachbarkommune. Rita Paulick kündigte an, sich persönlich vor die Bagger zu stellen, wenn eine Autobahnauffahrt an der Bielefelder Straße gebaut werden sollte. Ein bisschen Revolution steckten eben doch noch in der Partei.

Und sonst? Mehr Grün und mehr Freiräume sähe der Ortsverband gern in der Stadt. Deutlich mehr Dächer sollten für Photovoltaik-Anlagen genutzt werden. Das Fernwärmenetz beurteilt die Fraktion positiv. Noch besser fände sie aber eine deutliche Ausweitung des Angebots. Zumindest damit dürften die Grünen auf einer Linie mit der Verwaltung liegen. Die Stadt hatte in den vergangenen Jahren die Fernwärme immer weiter ausgebaut. Für die Schulen wollen die Grünen einen Digitalmanager einstellen. Es reiche nicht, nur Computer anzuschaffen. Wer sich näher mit dem Programm der Verler Grünen beschäftigen will, findet auf der Internetseite des Ortsverbands eine Übersicht.

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