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Doppelkopfrunde besteht seit 25 Jahren

Hauptsache keine Hochzeit

Verl-Kaunitz (WB). Der Eifer ist groß, die Stimmung fröhlich. Lautes Lachen erfüllt den Raum im Haus von Siegfried Erichlandwehr. Bei ihm zu Gast sind an diesem Abend Reinhard Junker, Klaus Bokel, Bodo Uffelmann und Winfried Erichlandwehr.

Manuela Fortmeier

Die Doppelkopfrunde feiert »Silberhochzeit«: (von links) Siegfried Erich­landwehr, Reinhard Junker, Klaus Bokel, Winfried Erichlandwehr und Bodo Uffelmann bei ihren monatlichen Treffen zum Doppelkopfspielen. Foto: Manuela Fortmeier

Wie jeden Monat ein Mal, treffen sie sich zum Doppelkopfabend. Und der hat es in sich. Vor 25 Jahren als Idee zum geselligen Miteinander durch Bodo Uffelmann ins Leben gerufen, treffen sich die Kaunitzer Frohnaturen seit 25 Jahren im monatlichen Wechsel bei einem der Mitspieler. »Das Spiel ist reine Männersache«, da sind sie sich einig. Nur zu besonderen Festen sind die Frauen willkommen. Wie jetzt, als die Männergruppe zur »Silberhochzeitsfahrt« nach Mallorca gestartet ist, sind die Frauen dabei. »Dafür haben wir lange gespart, denn wenn die Frauen mitkommen, wird es ja immer teuer«, sagt Klaus Bokel.

Fast alle Männer sind in der Laienspielschar der Kolpingfamilie Kaunitz aktiv. Und dass diese Gruppe immer für Frohsinn und Scherze zu haben ist, ist über die Grenzen hinaus bekannt.

Der Verlierer zahlt ein Essen

»Sieht gar nicht so schlecht aus«, schmunzelt Reinhard Junker und hält seine Karten dicht an seinem Körper. Bloß nicht zeigen, was man hat, ist die Devise. Zug um Zug versuchen die Männer, für sich die meisten Punkte, insgesamt sind 240 Punkte möglich, zu erreichen. Immer wieder ist die Stimmung auf Grund des spannenden Spiels zwischen Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt und immer wieder gibt es Gründe, um reichlich Spaß zu haben. Schließlich möchte jeder gewinnen. Aus gutem Grund. Einmal im Jahr gibt es ein »Loser-Essen«. Das ist das Essen für die Männer, das derjenige bezahlen muss, der im Laufe des Jahres die meisten Spiele verloren hat.

Geselligkeit, den Alltag hinter sich lassen, Spaß haben, das sind die Hauptgründe für die Treffen. Terminlich stimmt sich die Gruppe über eine Whats-App-Gruppe ab, weil alle unterschiedliche Arbeitszeiten haben. »Das klappt gut.«

Es wird turbulent im Raum, manche Stirn wird gerunzelt. Jetzt geht es darum, wer mit welchem Partner Re oder Contra spielt. »Aber bitte keine Hochzeit,«, ruft Junker in den Raum. Dass mit der Hochzeit ist nicht wörtlich zu nehmen, denn die Männer sind alle glücklich verheiratet. »Ein Spieler, der beide Kreuz-Damen hat, kann Hochzeit ansagen«, klärt Klaus Bokel eine Regel des Doppelkopfspiels auf.

Partner muss auf Zack sein

Überhaupt sei es ein spannendes Spiel. Und das sei der Reiz am Doppelkopf. Das Spiel ist ein Kartenspiel mit Bedienerpflicht, so dass man von Anfang an nicht weiß, mit welchem Partner man spielt. Und wenn man es weiß, hofft man, dass man nicht bezahlen muss. »Das ist wie in der Ehe, ist der Partner nicht auf Zack, muss man doch bezahlen«, bringt Junker die Gruppe erneut zum Lachen. Doch beim Bezahlen geht es nur um Cent-Beträge, weil die Freude im Vordergrund steht.

Und dann ist es soweit. Junker bekommt Siegfried Erichlandwehr zum Partner. Zum Glück gibt es keine Hochzeit. Darauf müssen die Männer erst einmal anstoßen.

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