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Bibliothek und Gesamtschule besiegeln Kooperation

Hilfe beim Lesen und Lernen

Verl (WB). Im Grunde arbeiten Bibliothek und Gesamtschule von Anfang an zusammen, also seit es in Verl die Gesamtschule gibt. Durch den Vertrag, der in der Bibliothek unterschreiben worden ist, wird diese Kooperation nun amtlich.

Matthias Kleemann

Heike Schniedermann vom Leitungsteam der Bibliothek und Tanja Heinemann, Leiterin der Gesamtschule (sitzend, von links), unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Darüber freuen sich auch Martina Lüke (didaktische Leitung an der Gesamtschule), Erster Beigeordneter Heribert Schönauer und Bianca Klimmek die in der Bibliothek für das Projekt zuständig ist (hinten von links). Foto: Matthias Kleemann

Und es kommen ein paar neue Dinge hinzu. Beispielsweise sollen die Oberstufenschüler, die es bislang noch nicht gibt, demnächst beim Methodentraining unterstützt werden. Das wird benötigt, um zu lernen, wie man sich die für eine Facharbeit notwendigen Informationen beschafft.

Klar, heutzutage findet man fast alles im Internet. Aber auch hier gilt: Wer etwas finden will, muss wissen, wie er suchen muss. Und manches gibt dann eben doch nicht im Netz. Ein seltenes Fachbuch möglicherweise, oder einen Aufsatz, der noch nicht digitalisiert worden ist. Da kann die Bibliothek zum Beispiel mit einer Fernleihe helfen.

Wichtige Kulturtechnik

Ganz oben auf der Liste steht jedoch die Leseförderung. »Lesen ist und bleibt eine wichtige Kulturtechnik«, sagt Gesamtschulleiterin Tanja Heinemann. Dafür wird jetzt schon eine Menge getan. In Klasse 5 lernen die Schüler die Bibliothek kennen. Im Rahmen einer Rallye erforschen sie die Einrichtung. Dafür werden jetzt sogar iPads angeschafft. Wer noch keinen Leseausweis hat, bekommt ihn jetzt.

In den Jahrgangsstufen 7 und 8 gibt es Bücherkisten für die Klassen zu bestimmten Fachthemen. Für die Sekundarstufe will die Bibliothek demnächst den Sommerleseclub organisieren. Alle Schüler, die in den Ferien mindestens drei Bücher gelesen haben, bekommen ein Zertifikat.

Im Deutschunterricht lernen die Schüler, wie man Buchkritiken schreibt. Diese Empfehlungen können dann in der Bibliothek ausgestellt werden.

Leise lesen kann nur, wer mit lautem Lesen angefangen hat. Deswegen wird auch das Vorlesen an der Gesamtschule geübt. In der Klasse 9 werden dafür so genannte Lesecoaches ausgebildet, also Schüler, die besonders gut vorlesen können. Sie sollen Schüler in der Klasse 6 unterstützen, oder sie kommen zum Vorlesen in die Klassen.

Und natürlich gibt es den jährlichen Vorlesewettbewerb. Auch hier kann die Bibliothek die Schule unterstützen. Die Sieger der einzelnen Schulen treten in der Bibliothek auf Stadtebene gegeneinander an.

Mit »Gaming Zone«

Martina Lüke, die in der Gesamtschule die didaktische Leitung hat, und Bianca Klimmek, die in der Bibliothek für das Projekt zuständig ist, haben verabredet, dass sie sich zwei mal im Jahr zusammensetzten, um die Zusammenarbeit auszuwerten und weiter zu entwickeln.

Die Bibliothek wurde 1999 bewusst in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums errichtet, um in den Schulen auf eigene Bibliotheken verzichten zu können. Erster Beigeordneter Heribert Schönauer sagt, dass die Stadt die Kooperation begrüßt. Die Bibliothek sei ein wesentlicher Teil der Bildungsbeschaffung.

Gleichzeitig unterliege sie dem Wandel der Zeit. Deswegen sei es wichtig, sie den modernen Anforderungen anzupassen. Die Stadt wolle die Bibliothek erneuern, zum Beispiel durch eine Umgestaltung mehr Bereiche schaffen, in denen das ungestörte Arbeiten möglich ist. Außerdem sei eine »Gaming Zone« in der Planung. Die Beratung in den Ausschüssen soll nach den Sommerferien beginnen.

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