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Im Kampf gegen Mikroschadstoffe

Verl (ack) - Zunehmend werden nach Angaben der Stadtverwaltung Abwässer und damit die Umwelt von Mikroschadstoffen belastet. Zumindest in Verl soll nun etwas Abhilfe geschaffen werden. Das Klärwerk an der Wiedenbrücker Straße soll eine vierte Reinigungsstufe erhalten.

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Die Kläranlage Verl-West an der Wiedenbrücker Straße soll um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden. Am heutigen Montag wird im Betriebsausschuss über das Thema diskutiert. Foto:

Chemische Substanzen sollen so aus dem Abwasser herausfiltert werden. „Allein in einem Privathaushalt sind heute bis zu mehrere hundert verschiedene Chemikalien vorhanden, deren Rückstände mit dem Abwasser entsorgt werden“, schreibt die Verwaltung in einer Vorlage für den Betriebsausschuss, der sich heute, Montag, ab 18.30 Uhr in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema beschäftigt.

Jeder Bürger konsumiere im Schnitt pro Jahr etwa ein halbes Kilo der 2700 chemischen Wirkstoffe, die über Arzneimittel, Nahrungszusätze oder Kosmetika verbraucht würden. „Dies hat erhebliche Folgen für die Reinigung des Abwassers und für die Umwelt“, heißt es in dem Schreiben der Verwaltung.

Schadstoffe gelangen ins Trinkwasser

Bisher wird das Wasser an der Wiedenbrücker Straße nur mechanisch-biologisch behandelt. „Mikroschadstoffe werden dabei jedoch nur in geringem Umfang eliminiert, weshalb sie ungehindert in die Gewässer eingeleitet werden, sich dort schließlich anreichern und dadurch vielfach ins Grundwasser gelangen. Damit stellen sie auch eine Belastung für das Trinkwasser dar“, schreibt die Verwaltung in einer von Heribert Schönauer, Erster Beigeordneter und Leiter des Abwasserbetriebs, unterzeichneten Vorlage.

Ziel ist es, die Mikroschadstoffe aus dem Abwasser zu eliminieren. Aktivkohle soll dabei eingesetzt werden. Bereits seit dem Jahr 2018 beschäftigen sich Politik und Verwaltung mit den Plänen für die vierte Reinigungsstufe. Ein externes Büro wurde eingeschaltet, das die Pläne macht. Ende März 2020 sei der Genehmigungsentwurf für die Ertüchtigung des Klärwerks Verl-West der Bezirksregierung Detmold vorgelegt worden, schreibt die Stadt.

Kosten in Höhe von mindestens 4,5 Millionen Euro

Ende vergangenen Jahres – genau ein Jahr, nachdem die Stadt den Förderantrag gestellt hatte – gab es von der NRW Bank grünes Licht für eine Förderung der Baumaßnahme. Denn – das ist klar – billig wird es nicht. Rund 2,9 Millionen Euro steuert das Land bei. Insgesamt rechnete die Stadt Ende 2019 mit Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

„Eine Überschreitung dieses Kostenrahmens aufgrund des Zeitverzugs und der ausgelasteten Bauwirtschaft kann zum jetzigen Stand der Umsetzung des Projektes allerdings nicht ausgeschlossen werden“, schreibt die Verwaltung. Nichtsdestotrotz schlägt die Stadt vor, das Projekt weiter voranzutreiben. Allein für nächstes Jahr sind im Wirtschaftsplan 4,2 Millionen Euro für Investitionen in die Anlage vorgesehen.

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