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Verler Triathlon: Anfängergruppe kennt Geheimrezepte gegen Muskelkater jetzt genau

Im Zweifel hilft Pferdesalbe

Verl (WB). In der Ferne ist die Triathlon-Trainingsgruppe auf Rädern zu sehen. Schnell kommen sie näher. Blitzschnell rasen sie vorbei. Die neun Anfänger in unserer Mini-Serie sind fix unterwegs. In den Wochen vor dem Verler Triathlon am 15. Juli reißen sie hunderte Kilometer mit dem Rad ab.

Andreas Berenbrinker

Kilometer um Kilometer legt die von dieser Zeitung begleitete An­fängergruppe mit Expertenhilfe zurück. Im Training wird das Windschattenfahren vermittelt. Dazu muss die Gruppe mit Trainer Torsten Selker (vorne rechts) perfekt harmonieren. Foto: Anvdreas Berenbrinker
Torsten Selker

Das Fahrradfahren macht den neun Mitgliedern der Übungsgruppe augenscheinlich Spaß und zunächst wenig Probleme. »Zumeist kann man ja seit seiner Kindheit Radfahren und viele betreiben es auch in ihrer Freizeit«, sagt Torsten Selker vom Tri-Sport-Team des Turnvereins. Dennoch müssen die acht Frauen und der Hahn im Korb Jonathan Klotz einige Regeln beachten und bekommen Tricks mit auf den Weg.

Ein Ziel der Trainingsarbeit ist es, das sichere Fahren in der Gruppe zu vermitteln. Während des Verler Triathlons im Juli ist die Strecke zwar abgesperrt. »Aber während der Trainingseinheiten müssen wir uns und natürlich auch die anderen Verkehrsteilnehmer schützen«, betont Selker.

Vorausschauend

Wichtig sei es, immer vorausschauend zu fahren und Vertrauen in die Mitfahrer zu entwickeln. »Außerdem zeigen wir Trainer den Teilnehmern bestimmte Handzeichen, um sicher zu fahren.« Dazu gehören Signale, die auf Hindernisse hinweisen oder zum Halten auffordern. Ein weiterer Kniff ist das Fahren in kleineren Gängen. »Die Beine ermüden dann nicht so schnell und man kommt im Wettkampf leichter ins Laufen«, erklärt Selker. Nicht erlaubt ist im Ernstfall das Windschattenfahren, also das Ausnutzen des vorausfahrenden Fahrers als Windbrecher. »Im Training bedeutet diese Technik aber eine enorme Kraftersparnis und wird von uns vermittelt«, sagt Selker. Mit ständigen Führungswechseln in der Gruppe, im Fachjargon »Belgischer Kreisel« genannt, könne man das Tempo über eine lange Strecke hoch halten.

Katja Franke

Die Verlerin Katja Franke bezeichnet das harte Training und insbesondere das Fahrradtraining als großes Abenteuer. »Es macht total viel Spaß und ich möchte mir selbst beweisen, dass ich das hier durchziehe.« Besonders schön zu sehen sei es, dass in dem Team jeder für jeden da ist und es immer wieder besonders aufmunternde Worte gibt.

Und passende Hilfe von den »Profis« des Tri-Sport-Teams bekommen die Anfänger auch. Hier wird ein Sattel richtig eingestellt, dort ein Lenker und auch praktische Tipps wie das Wechseln eines Fahrradschlauches stehen auf dem Programm. Absolventin Britta Südhaus: »Ich werde hier fit und lerne auch noch etwas, das ist schon toll.«

Durststrecken

Das Trainingspensum ist nicht von schlechten Eltern. Selker: »Wir legen immer 40 bis 60 Kilometer zurück, ermuntern aber auch zu weiteren Ausfahrten.« Im Tri-Sport-Team ist Heinz Bukowski ein alter Hase unter den Pedaltretern. Er hat immer einen Spruch parat, zieht die Absolventen bei Durststrecken mit und animiert zu zusätzlichen Einheiten. »Geübte Radfahrer fahren auch schon bei uns im Tri-Sport-Team mit«, sagt Bukowski, der mit seinen Anekdoten rund um den Radsport ganze Zeitungsseiten füllen könnte.

Torsten Selker

Am meisten beansprucht wird bei der Triathlon-»Fahrradtour« die Oberschenkel- und Wadenmuskulatur. »Wichtig ist eine richtige Sitzposition«, sagt Torsten Selker. Ansonsten könne es zu Rückenschmerzen und Verspannungen im Nacken kommen. Gegen den am Anfang unumgänglichen Muskelkater helfe neben einer Massage auch die altbekannte Pferdesalbe, eine pflanzliche Salbe aus Menthol, Rosmarin und Arnika, die ursprünglich für die empfindlichen Sehnen und Muskeln von Rennpferden gedacht war.

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