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In der Oase gibt‘s Bifi statt Pizza

Verl (sib) - Gerade für junge Menschen waren die vergangenen Wochen eine Zeit der Entbehrung. Eine Zeit ohne direkten Kontakt zu Freunden, ohne Schule, ohne Sportvereine. Jetzt kommt das gesellschaftliche Leben wieder in die Gänge - und mit ihm das Sürenheider Jugendhaus Oase.

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Zum ersten Mal seit Wochen wurden dort am Mittwoch wieder Kinder und Jugendliche in Empfang genommen. Einen richtigen Ansturm gab es zwar nicht – am Nachmittag waren gerade einmal zwei junge Menschen vor Ort. Das hat allerdings nichts zu sagen, vermutet Jugendhaus-Leiterin Jutta Witte-Vormittag: „Viele Menschen sind noch sehr vorsichtig“, sagt sie.

Einer der beiden Jungen, die da gewesen sind, ist der elfjährige Hauke, der sagt: „Ohne das Jugendhaus war es langweilig.“ Klar, zu Hause hätte er sich schon die Zeit vertreiben können. Aber da gibt es keinen Billardtisch, keine drei Spielkonsolen und wenig Kontakt zu Gleichaltrigen.

Billard, ein gutes Stichwort für Hauke, der sich gleich in Richtung Keller begibt, wo der Tisch steht. Auf dem Weg setzt er seine Schutzmaske auf. „Da unten müssen wir die alle tragen“, betont Jutta Witte-Vormittag. Und maximal dürften zwölf Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter in die Räume. Wenn mehr kämen, müssten sie in den Garten.

Die Schutzmasken sind nicht das einzige, das jetzt anders ist. Jeder Dartpfeil, jede Billardkugel und jeder Stift muss direkt nach dem Gebrauch desinfiziert werden. Darauf sind auch die Mitarbeiter geschult. Genug Desinfektionsmittel sei da. Wie Leiterin Witte-Vormittag es sagt: „kanisterweise“. Gesellschaftsspiele hätte das Team aus dem Sortiment genommen.

„Wir hatten keine Lust, jede Spielkarte und jede einzelne Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Figur abzuwischen“, sagt Witte-Vormittag und lacht. Das Jugendhaus Oase ist eben ein Treff in reduzierter Form in diesen Tagen. Das ist auch am Kiosk im Keller zu sehen, bei dem es derzeit nur verpackte Süßigkeiten gibt. Statt Baguette und Pizza gibt’s Bifi.

Hanna (19) und die 17-jährige Nené arbeiten im Jugendhaus. Ihnen hat das Beisammensein gefehlt, sagen sie. Sie seien froh, dass der Treff ab jetzt wieder jeden Mittwoch stattfinde. Und darüber, dass es eine flexible Regelung für die Mitarbeiter gebe. Manche von ihnen studieren, manche gehen noch zur Schule. „Deswegen haben wir gesagt, dass jeder zu den Öffnungszeiten zwischen 11 und 19 Uhr einfach kommen kann, wenn er will“, betont Jugendhaus-Leiterin Witte-Vormittag.

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