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WB-Serie: Ferienspiele leben von ehrenamtlichen Helfern und fröhlichen Kindern

Langeweile hat keine Chance

Verl (WB). Dosenwerfen, Lose ziehen, Tanzeinlagen – wenige Wochen vor »Verler Leben« haben die Ferienspielkinder ihre eigene Kirmes gefeiert. Keine Chance der Langweile heißt es seit 37 Jahren im Droste-Haus. Der achte Teil unserer Serie rund um das 60-jährige Bestehen des Jugendaustauschwerkes widmet sich den beliebten Ferienspielen.

Andreas Berenbrinker

Pia, Leona und Inga (Mitte) haben sich Verbände anlegen lassen. Lukas Walter, Sascha Wittenborg mit Anna, Andrea Walter und Niklas Rehage (von links) sind mit ihren Autos vom DRK und den Maltesern zum Droste-Haus gekommen. Foto: Andreas Berenbrinker

In den Sommerferien gibt es jeden Tag ein attraktives Programm

für die Schulkinder. Die DLRG lädt ins Freibad, verschiedene Vereine bieten Schnupperkurse an, es wird gekocht, gebastelt und gespielt. Alle Angebote finden unter dem Dach des Droste-Hauses statt, so jetzt auch eine richtige Kirmes im Garten am Schillingsweg.

71 Mädchen und Jungen verdienten sich an verschiedenen Stationen Geld in Form von Kronkorken und durften dies für Zuckerwatte, Obst mit Schokoladenüberzug oder Lose ausgeben. Dazu wurde viel getanzt und gelacht. Und weil auf einer echten Kirmes auch immer das Rote Kreuz vertreten ist, waren auch am Droste-Haus Rotkreuzler sowie auch Malteser und zeigten ihre Wagen, Ausrüstung und verbanden Arme und Beine der Kinder.

Jeder Tag der Ferienspiele beginnt mit einem Ritual. Zu Beginn wird im Kreis gesungen und Margret Lütkebohle – neben Simone Pankoke Leiterin der Ferienspiele – erklärt einige Regeln, ohne die es nicht geht. In der Verler Ferienstadt gibt es sogar einen Bürgermeister und einen Postboten, die Kinder dürfen sich nämlich gegenseitig Briefe schreiben.

Seit 1982 gibt es die Ferienspiele vom Droste-Haus. »Es war damals wie heute die Idee, ein Angebot zu schaffen, das kostenlos und ohne Anmeldung möglich ist«, so Margret Lütkebohle. Eltern und Kinder sollen spontan entscheiden können, ob sie zu den Spielen kommen können. »Wir wollen uns hier flexibel zeigen.«

Und das klappt trotz vieler Teilnehmer – täglich sind zwischen 50 und 120 Kinder dabei – hervorragend. Lütkebohle: »Das geht nur mit vielen ehrenamtlichen Helfern, denen wir besonders dankbar sind.« Gut 30 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 20 Jahren helfen bei der Vorbereitung, Durchführung und den Aufräumarbeiten.

»Und sie bringen auch ihre ganz eigenen Ideen ein«, so Lüt

kebohle, die 1988 selbst als freiwillige Helferin eingestiegen ist. Die jungen Helfer müssen Lust haben, mit Kindern zu spielen »und auch mal ein Machtwort sprechen«, so Margret Lütkebohle lachend. »Sie arbeiten so an Selbstbewusstsein, Eigenständigkeit und Teamarbeit.« Vom Droste-Haus bekommen die Helfer eine Schulung und die Möglichkeit, die Jugendleiterausbildung zu machen. Zur Vor- und Nachbereitung geht es für ein Wochenende raus aus Verl. »Diese Wochen sind für die jungen Menschen eine besondere Erfahrung.«

Seit 1991 gibt es ein gemeinsames Ferienspielheft für ganz Verl, die Stadt Verl war grundsätzlich durch die Förderung der Kinder- und Jugendarbeit immer im Boot, seit 2002 gibt es eine Förderung für den Druck des Programms und eine kleine finanzielle Unterstützung. »Das Geld wird größtenteils dafür verwendet, die ehrenamtlichen Helfer in den Vereinen mit Getränken zu versorgen und ihnen ein kleines Abschiedsfest zu ermöglichen«, sagt Lütkebohle.

Das Droste-Haus möchte auch in Zukunft attraktive Programme und Themen-Workshops für Kinder anbieten. »Und wir wollen auf die Bedürfnisse der Familien reagieren.« Und so wird es auch im kommenden Jahr Rallyes, Tiertage, Kochangebote sowie Ausflüge geben.

»60 Jahre Jugendaustauschwerk«

In unserer Serie »60 Jahre Jugendaustauschwerk – Bunte Vielfalt im Droste-Haus« wurden bisher folgende Teile veröffentlicht:

Die Verler Brückenbauer

Sieben Etappen für die Ewigkeit : Friedenswanderung als Vermächtnis von Hugo Wöstemeyer – von Rouen nach Minsk

Kraftstoff fürs Gehirn : Mensa bereitet pro Jahr bis zu 120.000 Gerichte zu

Musik gehört schon immer dazu

Die Aushilfs-Mamas: Vermittlung von Tagesmüttern wichtige Aufgabe

Europa fängt in Verl an

Leuchtende Glühwürmchen, leuchtende Augen

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