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Gelungene Premiere: Lebendige Krippe auf Hof Bremehr lockt viele Besucher an

Maria und Josef bei Amazon bestellt

Verl (cas/WB). Hofchef Ludger Bremehr, der beim Verteilen der Strohballen selbst mit anpackt, ist überwältigt. „Mit so einem Ansturm habe ich nicht gerechnet, wir sind förmlich überrumpelt worden“, staunt der Zwei-Meter-Hüne über die vielen Besucher. Der Hof Bremer hat zu einem ungewöhnlichen Weihnachts-Event eingeladen: Auf dem riesigen Gelände gibt es vergangenen Freitag eine lebendige Krippe zu bestaunen – die erste überhaupt in Verl.

Auch vor dem Krippenstall drängen sich viele Besucher. Hier beobachten sie die Fütterung von Schafen, die begeisterten Kinder dürfen die sanften Tiere auch streicheln. Das Team des Hofes Bremehr denkt über eine Wiederholung 2020 nach. Fotos: Uwe Caspar Foto:

In Bethlehems Stall der Neuzeit stehen zwei friedliche Ochsen, die Kinder dürfen auch den Esel und die großen Kaninchen streicheln. Auf dem Hof Bremehr tummeln sich zahlreiche, zum Teil exotische Tiere: Unter anderem Rentiere, Elche, 16 verschiedene Schafrassen, Wasserbüffel und Longhornrinder. Fast schon ein kleiner Zoo, aber (noch) ohne Esel. „Den mussten wir für unsere Krippe ausleihen“, erzählt Mitarbeiterin Janine Schemann-Nüssen.

Die Idee mit Bethlehems Stall sei eher spontan gewesen und reifte während der Dreharbeiten eines WDR-Fernsehteams kürzlich auf dem Bremehr-Areal (der Bericht wird Anfang nächsten Jahres gesendet). „Es war schon immer der Traum meines Mannes, zur Weihnachtszeit eine lebendige Krippe aufzubauen. Jetzt hat er sich seinen Traum endlich erfüllen können“, freut sich Elisabeth Bremehr mit. Maria, Josef und das Jesuskind sind natürlich auch präsent, allerdings sind sie nicht aus Fleisch und Blut. Das waren mal Schaufensterpuppen, die die Familie bei Amazon gefunden hat.

Josefs Hose truf früher Ludger Bremehr

Die stummem Darsteller mussten nur noch entsprechend bekleidet und geschminkt werden. Josef bekam eine alte Hose von Ludger Bremehr übergestreift. „Die passt ihm auch, weil ich früher schlanker war“, sagt das 58-Jährige Schwergewicht schmunzelnd. Nur das Gesicht von Marias Mann scheint nicht ganz gelungen: Der Verler Josef sieht mit seinem Vollbart eher aus wie Räuber Hotzenplotz – die mit einem Kopftuch ausgestattete Maria indes kommt dem Original schon sehr nahe. Ob beide mit dem Jesuskind tatsächlich in einem Stall nächtigten, darüber streiten sich die Historiker. Angeblich soll das Trio im Obergeschoss einer Herberge Zuflucht gefunden haben.

Wie dem auch sei: Schade, dass Bethlehems Stall am Samstag wieder abgebaut worden ist. Doch die Bremehrs wollen ihn im nächsten Jahr wieder auferstehen lassen. „Dann vielleicht sogar an zwei Tagen“, verrät Janine Schemann-Nüssen. Ihr Arbeitgeber bietet im Sommer auch Hochsafaris auf dem Gelände an.  Ludger Bremehr führt den Hof in dritter Generation. Urkundlich erwähnt wurde der Betrieb erstmals im 15. Jahrhundert. “Die Abgabe an der Fürsten betrug damals ein Zentner Roggen“, beruft sich der Senior auf die Familienchronik.

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