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Info-Abend: Konzept zur Wiederbelebung des Verler Sees wird weiter verfolgt

Müll und Verkehr sind ein Problem

Verl-Sürenheide (WB/abb). In den 80er Jahren gab es Woche für Woche wilde Partys im Bereich des Verler Sees, danach wurde alles rigoros abgeriegelt. Nun soll das Kleinod in Sürenheide wiederbelebt werden – aber auf die sanfte Tour. Ein Konzept der Firma Ökoplan wird mit Hilfe der Bürger weiter verfolgt.

Einst wurde der Verler See von Surfern, Schwimmern und Sonnenanbetern belagert, ehe eine dichte Bepflanzung und Stacheldrahtzaun dies unattraktiv machten. Nun soll das Kleinod in Sürenheide sanft wiederbelebt werden. Foto: Andreas Berenbrinker

Mehrfamilienhäuser

Thorsten Herbst erläuterte das Ziel der Stadt, im Bereich der Helfgerd-Siedlung am Verler See sechs neue Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs bis acht Wohnungen zu bauen. Diese Wohneinheiten sollen an der Stelle entstehen, wo einst ein Hochhaus stand und sich momentan noch eins befindet.

Bekanntlich hat die Stadt Verl das Hochhaus am Sportplatz gekauft und wird es abreißen, sobald hier keine Mieter mehr wohnen. „Es wird aber niemand auf der Straße landen“, stellte Herbst heraus, neue Bewohner würden befristete Mietverträge erhalten. In Zukunft soll es keine großen und wenig einladenden Garagenhöfe mehr geben, und nach Möglichkeit soll es eine Zuwegung von der Sürenheider Straße geben, um die Grillen- und Libellenstraße nicht noch mehr zu belasten.

Gut 60 Interessierte waren zur Versammlung in die Sürenheider Grundschule gekommen und ließen sich von Jennifer Kerkhoff (Ökoplan) das Konzept vorstellen, das sie im November 2019 bereits dem Bau-, Planungs- und Umweltausschuss aufgezeigt hatte (diese Zeitung berichtete). Speziell im Bereich Freizeit und Naherholung soll es Aufwertungen geben.

Mit der Planung zeigten sich die Bürger einverstanden, gaben aber auch kritische Punkte zu Protokoll. Größtes Ärgernis am Verler See sei der Müll, der wild entsorgt werde, obwohl es genügend Mülleimer gebe. Außerdem gaben Anwohner an, dass Hundekotbeutel in die Natur geworfen werden und dass es im gesamten Bereich des Sees – speziell auf dem Spielplatz – starke Verunreinigungen gebe. Mit einer weiteren Zunahme von Gästen werde dies noch mehr zunehmen, so die Befürchtung.

Auch das Problem des zunehmenden Verkehrs wurde angesprochen. Teilweise parkten die Autos auf Privatgrundstücken oder gar auf dem Sportplatz. Bürgermeister Michael Esken und der Beigeordnete Thorsten Herbst regten an, Parkflächen in gewisser Entfernung zum See zu schaffen, um die Helfgerd-Siedlung zu entlasten.

Ein alt bekanntes Problem sei zudem die Verunreinigung des Sees durch landwirtschaftliche Düngemittel. Aber auch Gartenabfälle würden im oder am See entsorgt und so für eine Gefahr für das Gewässer sorgen.

Kein Café in Bunten Mühle

Jennifer Kerkhoff versprach, die Kritikpunkte aufzunehmen und freute sich über Anregungen aus der Bevölkerung. Als wichtiges Thema stellte sich die Barrierefreiheit heraus. Der See soll mit Rollstühlen umrundet, aber auch erreicht werden können. Weitere Vorschläge waren das Anlegen eines Barfußpfades, eines Wasserspielplatzes sowie der Bau von Grillhütten. Unterm Strich gaben die Bürger dem Planungsbüro aus Essen das Okay, das Konzept weiter zu verfolgen. Auch die Ansiedlung eines gastronomischen Betriebes, etwa eines Cafés, soll weiterhin ein Ziel sein. Die dafür angedachte Bunten Mühle am Ölbach – der renaturiert werden soll – wird allerdings nicht zur Verfügung stehen. Dies hat die Familie Berenbrinker als Eigentümer bekräftigt.

Das abschließende Konzept soll im März fertiggestellt sein und dann vom Rat verabschiedet werden. „Erst danach sprechen wir mit Grundstückseigentümern, und da wird Zeit ins Land gehen“, so Bürgermeister Esken.

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