1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Verl
  6. >
  7. Nachbarschaftshilfe für Preis nominiert

  8. >

Verl

Nachbarschaftshilfe für Preis nominiert

Verl (matt) - Die Aktion „Helfende Hände für Sürenheide“ unter der Regie der Nachbarschaftshilfe Verl ist für den Nachbarschaftspreis, der mit insgesamt 58.000 Euro dotiert ist, nominiert worden. Hintergrund ist der Einsatz während der Corona-Krise.

Anonymous User

Foto:

„Wir haben uns zwar beworben, aber dass ausgerechnet unser Projekt zu den acht besten in NRW zählt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagt Julia Held von der Bürgerinitiative. Als Mitte Juni die Helfgerd-Siedlung im Zuge des Corona-Ausbruchs bei Tönnies abgeriegelt wurde, war nicht nur das mediale Interesse groß, sondern auch die Hilfsbereitschaft der Verler. Koordiniert wurden die zahlreichen Spenden und Sammelaktionen von der Nachbarschaftshilfe, die die Verlerin Julia Held federführend als Einkaufshilfe ins Leben rief.

Zusammen mit dem Integrationsverein Libelle, der Kolpingsfamilie Sürenheide und der Stadt hat das Bürgerbündnis zahlreiche Zeichen der Solidarität mit den 650 vorwiegend aus Osteuropa stammenden Werksarbeitern und deren Angehörigen gesetzt. „Die Botschaft war: Wir geben euch nicht die Schuld für den Lockdown im Kreis und wollen euch helfen, die Quarantäne so erträglich wie möglich zu gestalten“, so Julia Held, die Kuchen-, Sammel- und Spendenaktionen mit Susanne Jasper (Kolpingsfamilie), Margret Lütkebohle (Libelle) und Barbara Menne (Stadt Verl, Fachbereich Soziales) organisiert hat.

„Allein die Nominierung ist bei 930 Bewerbungen für alle, die mitgemacht haben, schon eine Auszeichnung“, findet die Verlerin. Aber gegen die Finanzspritze für den Gewinn des Landespreises hätte Held nichts einzuwenden. Mit einem Sieg auf Landesebene, der 2000 Euro einbringen würde, würde sich die Initiative für den Bundes-Nachbarschaftspreis qualifizieren.

Zusammen mit der Stadt Verl und dem Kreis Gütersloh will die Nachbarschaftshilfe dazu beitragen, Anschlussprojekte zur Integration und Information für ausländische Tönnies-Arbeitnehmer auf den Weg zu bringen. „Dafür könnten wir die Siegerprämie schon gut gebrauchen“, erklärt Julia Held. Gleich zwei Chancen hat das Verler Projekt.

Außer der Nominierung für den Nachbarschaftspreis hat die Nebenan-Stiftung, die den Preis seit 2017 vergibt, für Hilfs-Aktionen, die jetzt während der Corona-Pandemie entstanden und sich für Bürger engagiert haben einen Publikumspreis ausgelobt. Die Entscheidung auf Landesebene fällt am 22. September durch eine Fachjury. An dem Tag startet auch das Online-Voting für den Publikumspreis.

Am 10. November werden per Internetstream die drei Bundessieger, die ebenfalls von einer Jury bestimmt werden, bekannt gegeben und auch der Publikums-Gewinner 2020. Aus den 930 Bewerbungen wurden bundesweit 107 Aktionen und Vereine nominiert. Für das Land Nordrhein-Westfalen sind es acht. Die Verler Nachbarschaftshilfe ist eine davon.

Startseite