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Verl

Orlando-Ensemble überzeugt Zuhörer

Verl (matt)

Das jährliche Sommerkonzert der Kolpingsfamilie ist längst zu einem musikalischen Kleinod mittelalterlicher Musik mit fester Fangemeinde geworden. Zum zweiten Mal in neun Jahren trat das Orlando-Ensemble in Verl auf. Diesmal aber ohne Jugendchor.

Aber mit einem neuen Programm, in dessen Zentrum erneut der Sonnengesang von Franz von Assisi stand. Aber in einer gänzlich neuen Interpretation. „Man konnte eine Stecknadel fallen hören“, bemerkte Ferdinand Hensler beim achten Sommerkonzert der Kolpingsfamilie. Mit 70 Besuchern war die St.-Anna-Kirche voll besetzt. Die Nachfrage war allerdings deutlich größer.

Mittelalterliche Musik in Verl hat in neun Jahren ein Stammpublikum gefunden. Kein Wunder. Sind die Kolping-Konzerte doch mit hervorragenden Musikern wie dem Orlando-Ensemble besetzt. Das Quartett aus Potsdam war bereits zum zweiten Mal in der Ölbachstadt zu Gast und brillierte erneut. Diesmal mit seinem Programm „Lichtstrahl“, das 18 Stücke umfasste.

Sonnengesang steht im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt stand der Sonnengesang Franz von Assisis, der allerdings von Tim Florence komplett neu vertont worden war. Die Neuinterpretation begeisterte nicht nur das äußerst aufmerksame und konzertierte Publikum, sondern auch die Macher im Hintergrund. 

Der Gesang von Juliane Esselbach, sie führte auch durch das Programm, füllte das Kirchenschiff mit Dichte und enormer Präsenz, die unter freiem Himmel wohl nie so eindrucksvoll rübergekommen wäre.

Uraufführung in St. Anna

Nicht minder beeindruckend war die künstlerische Leistung von Petra Prieß (Fideln), Konrad Navosak (Laute und Percussion), Tilman Muthesius (Vioal da Gamba) und eben Tim Florence (Tasteninstrumente). Insofern ist die Entscheidung, künftig die Reihe als Kirchenkonzerte fortzusetzen, schon allein aus musikalischer Sicht richtig.

Als i-Tüpfelchen wurden die Verler Konzertbesucher sogar mit einer Uraufführung belohnt. Außer „Ovirtus Sapientiae“ Hildegard von Bingens oder Stücken von Llibre Vermell de Montserrat verzauberte der Australier Tim Florence mit der Vertonung von Ingeborg Bachmanns Gedicht „Die Taube“.

Konzerte künftig immer in der Kirche

Seit neun Jahren veranstaltet der Kommunalpolitische Arbeitskreis mittlerweile mittelalterliche Konzerte, hat aber das Konzept gänzlich umgestellt: Statt als Freiluftkonzert an den Stelen des Verler Kirchwegs fand jetzt erstmals ein Konzert in einer Kirche statt. 

Für die Organisatoren ist der Wechsel schlicht mit weniger Arbeit und Unabhängigkeit von Witterungsbedingungen verbunden. Diese Entscheidung war allerdings schon vor zwei Jahren gefallen. Durch Corona fiel das Konzert 2020 aus. Es wurde jetzt nachgeholt. „Allerdings ohne das wir viel Werbung im Vorfeld betrieben haben“, so Hensler. Auch so war die Nachfrage größer als das Platzangebot.

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