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An der Teutoburger und Cheruskerstraße sind Diebe in den Gärten unterwegs

»Polizei zeigt sich zu selten«

Verl (WB). »Man fühlt sich nicht mehr sicher«, sagt Siegfried Heyse (70). Sein Grundstück an der Cheruskerstraße hat er von allen Seiten einen Meter hoch umzäunt. Die Gartentore sind abgeschlossen. Und trotzdem sind vor vier Wochen Diebe in sein Gartenhaus eingedrungen.

Matthias Kleemann

Siegfried Heyse in seinem Gartenhaus. Hier haben Diebe die Getränke kisten- und fassweise herausgeschleppt. Auch in der Nachbarschaft sei schon so einiges weggekommen, berichtet Heyse und kritisiert, dass die Polizei zu wenig Präsenz zeige. Foto: Matthias Kleemann

Sie haben dort den gesamten Getränkevorrat gestohlen, der aus mehreren Kisten sowie einigen Partyfässern Bier und anderen Getränken bestand, außerdem eine Kiste mit Äpfeln und eine mit Kartoffeln. »Das Ganze hat sich unweit unseres Schlafzimmerfensters abgespielt«, berichtet Heyse. Er räumt ein dass der Schuppen selbst nicht abgeschlossen gewesen ist, der Zugang zum Grundstück aber schon.

Seit der Verkehr auf der Teutoburger Straße zugenommen habe, sei es mit den Einbrüchen schlimmer geworden. Heyses Grundstück grenzt auf einer Seite an die Teutoburger Straße. Er hat auf Anraten der Polizei Lücken in der Grenzbepflanzung gelassen, weil Einbrecher sich dann eher beobachtet fühlen. Genutzt habe es nichts. Zuerst sei ein Schlauchwagen weggekommen. »Ich vermute, dass die Täter bei der Gelegenheit den Ort ausspioniert haben.«

Einem Nachbarn sei vor kurzem eine komplette neue Garnitur Gartenmöbel vom Grundstück entwendet worden. Außerdem seien die Täter in eine Garage eingedrungen und hätten Werkzeug gestohlen.

Das Phänomen sei nicht neu, seit Jahren gebe es in der Umgebung immer wieder Einbrüche. Vor etwa einem Jahr sei in einem Haus, dass der neue Besitzer gerade renoviert hatte, ein Fenster eingeworfen und Computer sowie anderer Besitz gestohlen worden. Anderswo seien Fahrräder aus Garagen verschwunden. Auch Autoaufbrüche habe es gegeben. Einmal sogar hätten Täter in der Nähe mehrere wertvolle Papageien aus eine Voliere mitgehen lassen. Auch der Einbruch in den Verler Bauhof zählt für Heyse dazu.

»Die Polizei muss mehr Präsenz zeigen«, sagt Heyse. Darin sei er sich mit seine Nachbarn einig. Aber die Wachen seien unterbesetzt und die Sprechzeiten der Bezirksbeamten in Verl zu kurz. »Da trifft man fast nie jemanden an.« Symptomatisch sei auch, dass es nach der kürzlichen Sprengung des Geldautomaten am Edeka-Markt geschlagene acht Minuten gedauert habe, bis ein Martinshorn zu hören gewesen sei.

Dazu erklärt Corinna Koptik, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde, dass die Polizei häufig aus taktischen Gründen auch ohne Martinshorn anrückt. »Wir wollen die Täter fangen und nicht verscheuchen.« Im übrigen sei besagter Siedlungsbereich zurzeit unauffällig. Auch in den vergangenen Wochen habe es keine signifikante Abweichung von den Einbruchszahlen gegeben. Koptik verweist auf die Internetseite der Kreispolizei. (guetersloh.polizei.nrw). Unter der Rubrik »Riegel vor« gibt es einen Einbruchradar für die aktuelle Woche.

Eine Besonderheit gibt es allerdings doch. Es komme in dieser Gegend auffällig viel Garteninventar weg, teilt Markus Wolff, Leiter der Polizeistation Schloß Holte-Stukenbrock mit, also Möbel, Polster, Gartengerät.

Solche Dinge würden häufig nicht weggeschlossen, dann sei das Delikt kein Einbruch, sondern nur Diebstahl und Hausfriedensbruch. Wolff bringt die Häufung mit dem beginnenden Sommer in Zusammenhang und vermutet Gelegenheitsdiebe. Mit solchem Diebesgut sei kein Geld zu machen, das werde eher für den eigenen Gebrauch geklaut. Seltsam sei es allerdings schon, dass die Delikte sich gerade in dieser einen Gegend häufen.

Im Rahmen des Möglichen fahre die Polizei aber auch dort Streife und achte verstärkt auf verdächtige Personen.

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