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Verein appelliert, Tiere kastrieren zu lassen – sonst drohen Bußgelder

Problem auf vier Pfoten

Verl (WB/jmg). Für Katzenhalter kann es richtig teuer werden, wenn sie ihre Tiere unkastriert durch die Nachbarschaft streunen lassen. Bußgelder ab 100 Euro aufwärts können die Folge sein. Doch nicht nur des Geldes wegen appelliert der Verein Tiere in Not an Freunde der Samtpfoten.

»Dr. Sheldon Cooper« ist zurzeit zu Gast im »Katzenhaus« und sucht noch ein neues Zuhause. Der Verein bittet Halter dringend, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Foto: Jan Gruhn

Das Problem: Je mehr Katzen durch die Gegend tigern, umso schneller wächst der Bestand wilder Tiere. »Viele Halter lassen ihre Katzen aber trotzdem immer noch unkastriert nach draußen«, weiß Elke Schierl von Tiere in Not. Deshalb haben Schierl und Vereinskollegin Sabine Walter kürzlich erneut dazu aufgerufen, größere Katzenaufkommen – sei es wild lebend oder auf Bauernhöfen – zu melden.

»Es geht hier um das Wohl der Tiere«

Der Verein fängt die Tiere dann ein, um sie zu kastrieren. »Es geht hier um das Wohl der Tiere«, betont Schierl. Zusammen mit Sabine Walter versorgt sie die Fundkatzen in einem heruntergekommenen Haus auf dem Hof Diekämper am Schmiedestrang.

»Wir haben hier eine Kastrationspflicht«, erklärt Susanne Lükewille aus dem Fachbereich Sicherheit/Ordnung der Stadverwaltung. »Das ist im Ortsrecht verankert.« Doch zum einen wüssten wahrscheinlich viele Katzenbesitzer nicht, dass sie ihre freilaufenden Lieblinge von der Fortpflanzung abhalten müssen. Zum anderen scheuen viele vor den Kosten einer Kastration zurück, erklärt sich die Sachbearbeiterin die fehlende Sorgfalt in der Haltung der Tiere.

Anfeindung mit der Mistgabel

Doch auch wenn Halter ihre Vierbeiner nicht kas­trieren lassen: Teuer kann es trotzdem werden. »Die Bußgelder fangen bei 100 Euro an«, mahnt Lükewille. Übrigens gilt laut Ordnungsamt nicht nur derjenige als Katzenhalter, der sich das Tier auch bewusst angeschafft hat: Wer eine Katze über einen längeren Zeitraum füttert, der gilt ebenso als Halter.

Wie viele »Wildkatzen« aktuell in Verl unterwegs sind, ist laut Elke Schierl schwer zu sagen. Aber zurzeit ist sie wieder vermehrt auf den Höfen im Stadtgebiet im Einsatz, um herrenlose Tiger einzufangen. Dabei stößt die Tierschützerin nicht immer auf Gegenliebe: So mancher Landwirt habe schon versucht, sie mit der Mistgabel zu verscheuchen.

»Dr. Sheldon Cooper« sucht ein Zuhause

17 Tiere haben momentan ein zwischenzeitliches Heim im »Miezhaus« am Schmiedestrang gefunden. Einige davon müssen noch kastriert werden – wie zum Beispiel Neuzugang Merlin, eine Edelkatze. Jeden Samstag kommt ein Tierarzt, um die nicht immer zahmen Pelzträger unfruchtbar zu machen, bevor sie wieder ausgesetzt werden.

Andere Tiere, wie zum Beispiel Kater »Dr. Sheldon Cooper« suchen ein neues Zuhause. Ansprechpartner ist der Verein Tiere in Not. Wer außerdem Orte kennt, an denen größere Katzenbestände leben, kann das ebenfalls beim Verein unter Tel. 05209/5633 melden.

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