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Umgestürzte Bäume und volle Keller – Waldstück am Ölbach gesperrt

Sturm war kurz, aber heftig

Verl (WB). Der Sturm am Dienstagabend hat in Verbindung mit Starkregen und Hagelschlag in Verl zu 67 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr geführt. Insbesondere mit umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellerräumen hatten die Einsatzkräfte zu kämpfen.

Andreas Berenbrinker

Erneut ist Verl besonders betroffen bei einem Sturm: Viele Verler werden sich am Dienstagabend an den schweren Sturm im Juli 2017 erinnert haben. Der Radweg zwischen Verl und Sende war am Mittwoch noch an einigen Stellen unpassierbar. Foto: Andreas Berenbrinker

Um Punkt 17.58 Uhr begann der Einsatz für die Leute der zwei Löschzüge aus Kaunitz und Verl sowie der Löschgruppe aus Sürenheide. Stadtbrandinspektor Martin Wanders: »Der Sturm war zwar kurz, aber relativ heftig.«

Besonders stark betroffen waren laut Wanders Bornholte, Sende und Sürenheide, speziell im Grenzgebiet zu Avenwedde, dem sogenannten »Toten Viertel« habe der Sturm gewütet. Hier und an anderen Stellen in Verl mussten die 72 Aktiven umgestürzte Bäume von Fahrbahnen entfernen.

Erheblichen Schaden hat der Sturm im Wald an der Straße Am Ölbach angerichtet. Das Gebiet bleibt in den nächsten Tagen für Spaziergänger, Radfahrer und Freizeitsportler gesperrt. Direkt hinter der Verler Grenze zu Gütersloh musste der Friedrichsdorfer Löschzug bis tief in die Nacht zahlreiche Bäume von der Paderborner Straße entfernen, um die wichtige Verbindung zwischen Verl und Bielefeld wieder befahrbar zu machen.

Kanalisation überfordert

Richtig unangenehm wurde es laut Martin Wanders im Bereich Eichendorffstraße und Paul-Linke-Weg. »Die Kanalisation war hier völlig überfordert und das Schmutzwasser wurde in zahlreiche Gebäude zurückgedrängt.« Hier mussten die Wehrleute Räume leer pumpen.

Die Freiwillige Feuerwehr war mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, dazu kamen zwei Kehrmaschinen sowie zwei Spülwagen zur Säuberung der Gullis. Diese hielten dem Starkregen oft nicht stand. In sozialen Netzwerken waren Videos von überfluteten Straßen wie der Gütersloher zu sehen. Aktiv geholfen haben auch Mitarbeiter des Bauhofes und der Abwasserbetriebe der Stadt Verl sowie einige Lohnunternehmer. Einsatzende für die Feuerwehrkameraden war um 1.58 Uhr in der Nacht.

Personen nicht verletzt

Beim Blick auf ganz Ostwestfalen wütete das Unwetter besonders im Kreis Gütersloh. Die meisten Einsätze verzeichnete die Feuerwehr dabei in Verl und in der Kreisstadt. Wegen umgestürzter Bäume mussten Straßen gesperrt werden. Besonders betroffen war die Paderborner Straße in Gütersloh. Zwischen Luise-Hensel-Straße und Siekstraße stürzten Bäume auf die Fahrbahn. Glück hatten die Insassen eines Mercedes in Versmold, der von einem Baum getroffen wurde. Die im Wagen sitzenden Personen blieben unverletzt.

Jugendturnier nicht gefährdet

Mit leichten Sorgenfalten haben auch die Mitarbeiter des SC Verl am Dienstag in den Himmel über der Arena geschaut. Hier wird ab diesem Donnerstag zum zehnten Mal das Jugendturnier mit 216 Mannschaften ausgetragen. Mitorganisator Dominik Mainka: »Ein paar Gedanken macht man sich da schon, schließlich kann immer mal ein Baum umfallen oder Zäune eingedrückt werden.« Obwohl der Kunstrasenplatz neben dem Stadion am Dienstagabend eher zum Wasser- als zum Fußball geeignet war, steht dem Turnier mit internationalen Vertretern und heimischen Klubs nichts im Weg.

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