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Alexander Auler spielt in „Cats“ – erste Erfahrungen am Gymnasium

Verler erobert die Musical-Bühne

Verl (WB). „Cats“ ist eines der bekanntesten Musicals aller Zeiten; die tanzenden und singenden Katzen begeistern seit der Uraufführung 1981 Millionen Menschen weltweit. Ein Verler spielt nun eine der Hauptrollen bei der Aufführung in Wien. Alexander Auler gibt den Kater Munkustrap.

Andreas Berenbrinker

Im berühmten Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber steht Alexander Auler als Kater „Munkustrap“ auf der Bühne am ehrwürdigen Ronacher-Theater in Wien. Foto: VBW / Deen van Meer

Gut 50 Minuten braucht Alexander Auler (26), um sich zu schminken und in die Rolle des Munkustrap zu schlüpfen. „Wir schminken uns alle selbst und am Anfang habe ich dafür über zwei Stunden gebraucht“, erzählt Auler, der am altehrwürdigen Ronacher-Theater in Wien seinen Traum lebt. In der österreichischen Hauptstadt ist der Verler am vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere angekommen, zumal er auf der Bühne eine der Hauptrollen spielt.

Alexander Auler hat 2012 sein Abitur am Verler Gymnasium gemacht und sammelte hier auch erste Erfahrungen in der Schauspielerei. „In der Oberstufe war ich in der English Drama Group bei Paula Salas“, erinnerte sich Auler. Bei den Produktionen „Wizard of Oz“, „Hood“ und „Three Musketeers“ stand er auf der Bühne des Pädagogischen Zentrums. Auch musikalisch hat Alexander Auler dem Gymnasium viel zu verdanken. Er sang im Chor und spielte in der Big Band von Dr. Ares Rolf, außerdem war er als Trompeter im Jugendorchester aktiv.

Nach dem Abitur machte Auler zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann, ehe er seinem Herzen folgte und eine Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste in Berlin absolvierte – auch Tanz-, Gesang- und Schauspielunterricht nahm der Verler in der Hauptstadt. Im Studium hat Alexander Auler in den Stücken „Lieber Tod/t“, eine Neufassung von Romeo und Julia, sowie in „Welcome to Hell“ mitgewirkt.

Erstes professionelles Engagement für “Sunset Boulevard”

Im April und Mai dieses Jahres hatte er sein erstes professionelles Engagement in Bozen. In Südtirol spielte er in „Sunset Boulevard“ mit. Als der Verler hörte, dass das berühmte Musical „Cats“ nach Wien kommt, bewarb er sich sofort. „Beim Vorspiel musste ich zwei Runden mit einer Gesangs- und Tanzeinlage zeigen“, so Auler. Ein Teil der Choreografie wurde einstudiert und dann in Zweierteams gezeigt. Ganz genau kann sich Alexander Auler noch an den Anruf erinnern, als er vom Engagement bei „Cats“ erfuhr. „Ich war da gerade beim Rosenmontagszug mitten in Köln“, lacht der 26-Jährige, der Theater und Musik als Teil seines Lebens bezeichnet. Er habe sich vom Gefühl lenken lassen, ein „hättest Du mal...“ habe er sich selbst in einigen Jahren nicht sagen wollen.

Das Gefühl auf der Bühne beschreibt Alexander Auler als „wunderbar“. „Es fühlt sich befreiend an und trotz der Vorgaben versuche ich, im Stück immer gewisse Freiräume zu finden.“ Außerdem sei es ein großes Geschenk, jeden Abend in der Woche vor über tausend Menschen in dem geschichtsträchtigen Ronacher in Wien zu spielen. Die Arbeitsatmosphäre bezeichnet Auler als toll. „Jeder unterstützt sich, wir haben alle Spaß auf der Bühne.“ Besonders dankbar ist der Verler seiner besten Freundin, die Choreografin und Wertungsrichterin für Tanz ist. „Sie hat mir bei der Vorbereitung sehr geholfen.“ Auch sein erster Gesangslehrer Michael Dixon habe ihn immer bestärkt, Musical zu studieren.

In Österreich als bester Newcomer nominiert

In Österreich wurde Alexander Auler nun sogar für den „Broadway World Regional Award“ als bester Newcomer nominiert. Auler: „Diese Wertschätzung bedeutet mir sehr viel.“ Zeit für Hobbys bleibt indes nur wenig, „aber ich genieße es, einen Kaffee mit Freunden zu trinken oder durch die weihnachtlich beleuchteten Straßen Wiens zu spazieren.“ Außerdem habe er sich vorgenommen, bald Gitarre zu lernen, „weil ich das Musizieren schon vermisse.“

Gedanken an Fernsehproduktionen hat Auler momentan nicht, auch wenn er bereits einige Werbedrehs vor der Kamera absolviert hat. „Mich reizt das Bühnenerlebnis und der direkte Draht zum Publikum.“ Es sei ein tolles Gefühl, in faszinierte Gesichter zu schauen. Aber einen Traum möchte sich Alexander Auler doch irgendwann erfüllen. „Eine Rolle im Tatort, das wär's!“

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