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Dr. Katja Kosubek erarbeitet Buch über Nationalsozialismus – Hilfe der Bürger ist gefragt

Verler Geschichte greifbar machen

Verl (du/WB). Wie war das Leben in Verl zur Zeit der Nationalsozialisten? Dieser Frage will der Heimatverein Verl nachgehen. Mit Hilfe der Historikerin Dr. Katja Kosubek soll ein Buch mit dem Arbeitstitel „Das Amt Verl in der Zeit von 1933 bis 1945“ entstehen.

Josef Freise, Matthias Holzmeier, Katja Kosubek und Bürgermeister Michael Esken (von links) fordern die Verler auf, ihre Erinnerungen an die NS-Zeit in das Buchprojekt einzubringen. Foto: Dunja Delker

Zur Person

Katja Kosubek wurde 1970 in Halle geboren und studierte Geschichte und Germanistik in Bielefeld und Hamburg. Im Herbst 2015 promovierte sie an der Universität Hamburg zum Thema „Genauso konsequent sozialistisch wie national! Die alten Kämpferinnen der NSDAP von 1933 – 36 autobiografische Essays“. Ihre Dissertation erschien im Juli 2017 als Quellenedition in einer Schriftenreihe der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg.

Katja Kosubek ist Initiatorin und Leiterin der Haller Zeiträume, eines virtuellen Geschichtsmuseums der Stadt Halle. Außerdem ist die freiberufliche Historikerin für ein Virtuelles Geschichtsmuseum in Versmold und im Historischen Museum Bielefeld tätig. Sie wohnt in Werther.

Bereits 2017 hatte der Rat der Stadt Verl einen Antrag des Heimatvereins einstimmig befürwortet, die Historikerin Dr. Katja Kosubek mit dem Verfassen einer Publikation zu beauftragen. 25.000 Euro wurden dafür bereitgestellt. Vorangegangen ist das Projekt „Bewahren der Erinnerung“, für das Katja Kosubek 18 Tondokumente von Verler Zeitzeugen geschnitten hat, die ihre Erinnerungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit in Verl schildern. Diese Eindrücke sollen ebenso in das Buch einfließen wie bereits bekannte Materialien aus früheren Büchern, aber auch bisher unveröffentlichte Dokumente aus dem Stadtarchiv und eine umfassende Sammlung von Josef Freise.

Wie war Verl, ein 12.000-Seelen-Dorf mit unbefestigten Straßen und ohne Strom, in den 1930er Jahren? Wie standen Vereine und Verwaltung zum Nationalsozialismus? Wie lebte es sich auf dem Land in der Nähe der stark bombardierten Städte Bielefeld und Gütersloh? Und warum sahen sich die Kaunitzer bei Kriegsende mit der Realität der Konzentrationslager konfrontiert?

Diese Fragen will das gut lesbare Buch beantworten. „Ich will zuverlässige wissenschaftliche Arbeit mit lebensnahen Ereignissen verbinden. Denn dann ist Geschichte gut vermittelt“, betont Katja Kosubek und erinnert beispielsweise an den Verler Flaggenstreit. Über Jahre hätten sich NS-Regime und katholische Kirche darüber gestritten, in welcher Höhe die Hakenkreuz-Fahne am Kirchturm wehen darf.

Die Zeitzeugen-Befragung war der Startschuss für ein Buch, dessen Veröffentlichungsdatum noch offen ist. Aber: Die freie Autorin hat das kommende Jahr vorwiegend für dieses Projekt reserviert.

• Dr. Katja Kosubek und Matthias Holzmeier vom Heimatverein setzen auf die Unterstützung der Verler: Gefragt sind Dokumente und Fotos aus der Zeit des Nationalsozialismus. „Weihnachten ist doch der ideale Zeitpunkt für Familien, um in alten Schubladen zu kramen“, sagt Holzmeier. Die Erinnerungsstücke können bei ihm im Heimathaus und bei Stadtarchivarin Annette Huss zum Einscannen abgegeben werden.

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