Verl

Weißrussische Kunst im Droste-Haus

Verl (sbr) - Normalerweise herrscht auf den Fluren des Droste-Hauses ein munteres Treiben. Kursteilnehmer und Jugendliche aus dem Ausland tummeln sich dann dort. Doch bekanntlich sind derzeit keine normalen Zeiten. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es still in der Verler Begegnungsstätte.

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Gemeinsames Projekt: Die Bundesfreiwilligen Karoline Rehage und Luke Wirth (auf dem Laptop-Bildschirm) haben eine digitale Kunstausstellung konzipiert. Einige der weißrussischen Werke sind in der Eingangshalle des Droste-Hauses in Verl zu sehen. Foto:

Um die Eingangshalle zumindest mit ein wenig Leben zu erfüllen, haben sich Karoline Rehage und Luke Wirth, die seit August vorigen Jahres ihren Bundesfreiwilligendienst in der Einrichtung leisten, etwas einfallen lassen: Sie nahmen die aktuell währende Europawoche im Kreis Gütersloh sowie den Gedanken der Völkerverständigung und des Austauschs zum Anlass für eine besondere Kunstausstellung.

„Wahl der Bilder fiel schwer“

Die Eingangshalle des Droste-Hauses zieren nun 18 Bilder von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Kunstschule in Witebsk in Weißrussland, Herkunft des Malers Marc Chagall. Seit Beginn der 1990er-Jahre kamen die Kunstschüler jedes Jahr für eine Jugendbegegnung nach Verl und stellten ihre Werke aus. Bis die Pandemie ausbrach. Nun erfahren die Kunstwerke dank der Bundesfreiwilligen zusätzliche Würdigung.

„Die Wahl der Bilder fiel uns so schwer, weil jedes von ihnen einzigartig ist“, erzählt Rehage. Die 18-Jährige gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie von dem langwierigen Sichtungsprozess berichtet: „Wenn man bedenkt, wie jung die Künstler teilweise sind, hat man großen Respekt vor der Arbeit.“ Sie weist auf ein Werk, das die abendliche Kulisse eines Sonnenuntergangs zeigt. „Sieht fast aus wie fotografiert“, stellt sie anerkennend fest. Das Bild stammt von Julia Denisowitsch. Gemalt hat sie es 2010. Im Alter von nur 14 Jahren.

Landschaften und Abstraktes

Für die Ausstellung haben sich Rehage und Wirth auf der einen Seite für Darstellungen belarussischer Landschaften in den vier Jahreszeiten entschieden. Auf Rahmen verzichteten sie bewusst, Die Werke sind wie ein Kreislauf mitten im Raum platziert. Auf der anderen Seite fiel die Wahl auf abstrakte Bilder. Diese bestehen entweder völlig losgelöst von realen Gegenständen nur aus Farben und Formen oder stellen Menschen realitätsfern und reduziert dar.

Da es sich ganz bewusst um eine digitale Kunstausstellung handeln sollte, haben Rehage und Wirth in aufwendiger Arbeit und mit Liebe zum Detail ein Video erstellt, das die Werke von Wirths Musik untermalt zeigt. Es ist auf der Plattform Youtube zu finden (www.youtube.com/watch?v=wx-JBPtzu4Y).

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