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Die Stadt muss eine Umstellung möglichst früh vorbereiten

Wertstofftonne oder Gelbe Tonne?

Verl (WB). Wenn das alles so einfach wäre. Mal eben beschließen, dass der Gelbe Sack von der Gelben Tonne abgelöst wird – schön wär’s. Da sind Verträge und Fristen zu beachten, und dann ist da noch die Neufassung des Verpackungsgesetzes, das Anfang kommenden Jahres die bisherige Verpackungsverordnung ablöst.

Matthias Kleemann

Der Deckel ist gelb, ob jedoch nur Verpackungsmüll oder auch anderer Wertstoff in der Tonne landen darf, das hängt konkret vom jeweiligen Entsorgungskonzept der Kommune ab. In Verl soll darüber im kommenden Jahr beraten werden. Foto: Bezim Mazhiqi

»Wenn Sie umstellen wollen, müssen Sie das mehrere Jahre im Voraus planen«, diesen Tipp gab Bernd Nagel vom Bielefelder Umweltbetrieb den Politikern und Verwaltungsleuten während der Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses. Nagel war als Experte zu diesem Thema von der Verwaltung eingeladen worden. Ein Experte für den Gelben Sack war so schnell nicht zu bekommen gewesen, soll jedoch auch noch gehört werden.

Der Bielefelder berichtete, dass die Stadt Bielefeld die Wertstofftonne mit einem langen Vorlauf eingeführt hat. Dem Umweltbetrieb sei es dabei letztlich auch darum gegangen, die Entsorgung wieder in die kommunale Regie zu bekommen. Der Betrieb hat auch die Tonnen angeschafft, die bei einer Neuausschreibung der Entsorgungsleistung gewissermaßen ein Pfand sind, um den Status Quo möglichst zu wahren.

Dr. Kurt Peitzmeier vom Verler Fachbereich Bauverwaltung wies darauf hin, dass die Stadt bereits jetzt über das Wertstoffmobil eine gewisse Menge Wertstoff erfasst. Künftig wird das Einsammeln von Wertstoffen jedoch verpflichtend. Für die Wertstofftonne müssten die Bürger eine Gebühr zahlen, die aber nur dem Anteil der Wertstoffe entspricht, die in ihr landen, der Rest wäre weiterhin vom DSD zu finanzieren. Nagel sprach von einem Wertstoffanteil von etwa 20 Prozent.

Gelbe Tonne oder Wertstofftonne, der Entsorger müsse mit etwa einem Drittel Fehlwürfen rechnen, weil man in eine Tonne nicht so gut hineinsehen kann. Allerdings habe sich in Bielefeld die Menge der eingesammelten Stoffe gleichzeitig erhöht, von 21 Kilo pro Einwohner und Jahr im Gelben Sack auf jetzt 38 Kilo. Die Wertstofftonne habe sich etabliert. Letztlich werde mit dem Stichtag 1. Januar 2019 mit einer schrittweisen Verbesserung der Verwertungsquote von 36 auf 63 Prozent gerechnet.

Für Verl bedeutet das: »Sie müssen entscheiden, was Sie wollen, dann treten wir in entsprechende Verhandlungen ein«, sagte Technischer Beigeordneter Thorsten Herbst.

Eine Rolle spielt bei diesen Überlegungen auch die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, wenn alle Kommunen des Kreises die künftige Wertstoffentsorgung gemeinsam umsetzten. Beschlossen wurde, das Thema Anfang 2019 erneut auf die Tagesordnung zu setzen und dann die Marschrichtung festzulegen.

Angestoßen hatte die SPD-Fraktion die Debatte mit einem Antrag, in dem es zuvorderst um die Ablösung des Gelben Sacks durch die Gelbe Tonne geht. Mit Blick auf die Vertragslaufzeit mit dem DSD, die am 1. Januar 2021 eine Wahlmöglichkeit vorsieht sollten entsprechende Gespräche geführt werden.

Die CDU möchte den Bürgern die Wahl lassen, ob sie den Sack oder die Tonne haben wollen. Die Stadt Werther habe ein entsprechendes System.

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