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Wie Daten der Schüler geschützt werden

Verl (matt) - 24 Seiten und insgesamt 30 Abfragen über den Umgang mit persönlichen Daten: Die Gesamtschule Verl hat eine umfassende Broschüre zum Thema Medienarbeit und Datenschutz erstellt. Sie  macht deutlich, wie ernst die Gesamtschule das Thema im Zusammenhang mit der Digitalisierung nimmt.

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„Der Schutz der Daten unserer Schüler ist uns wichtig. Datenschutz ist ein Grundrecht“, machen Schulleiterin Tanja Heinemann und ihr Stellvertreter Matthias Geukes bei der Vorstellung des Hefts deutlich. Umso mehr seit die weiterführende Schule ihr Lernmangementsystem (LMS) Itslearning vom Probebetrieb in den Schulalltag umgestellt hat und wenn am Jahresende das gesamte Kollegium und die gesamte Oberstufe mit iPads ausgestattet sein werden.

Mit den vielen Möglichkeiten, die Itslearning mit Messenger-Dienst, Office-Programmen, dem Video-Konferenzsystem Big-Blue-Button gepaart mit Lernplattform-Applikationen bietet, steigt automatisch die unterschiedliche Nutzung personenbezogener Daten. Angefangen vom Recht am eigenen Bild bis hin zur Speicherung von Dokumenten. Es fängt mit der Einverständniserklärung der Eltern an, dass die Schule Fotos von Schülern für Unterrichtsprojekte machen darf, geht über den Einsatz von Videos im Unterricht, Klassenlisten, Tonaufnahmen, elektronische Klassenbücher bis hin zum Identitätsmanagement bei der Nutzung eines einheitlichen Zugangs für unterschiedliche Programme innerhalb des pädagogischen Netzwerks, das die Gesamtschule aufbaut und nun bei Eltern und Schülern abgefragt wird.

„Selbstverständlich haben die Eltern das Recht, deutlich zu machen, dass sie dieses oder jenes nicht möchten“, zeigt Tanja Heinemann Verständnis, wenn Erziehungsberechtigte mal an der einen oder anderen Stelle das Nein-Kästchen ankreuzen. „Das ist auch völlig in Ordnung“, findet die Schulleiterin, die mit ihrem Kollegen ganz tief in das Thema Datenschutz eingestiegen ist. Wie tief, das wird anhand des Erklärhefts deutlich.

Außer dem Erklärheft bekommen die Schüler ein Handout mit nach Hause, die ausgefüllt dann wieder in die Schule gebracht werden sollen. 1050 Schüler besuchen aktuell die Gesamtschule. Also müssen mehr als 30 000 einzelne Datenpositionen erfasst werden. Am Ende entsteht ein individuelles Datenschutzprofil für jeden Schüler – und auch für Eltern, die einen eigenen Zugang bekommen sollen.

Bei der Befragung geht es nicht nur um die rechtliche Absicherung der Schule. „Es geht uns auch darum, ein Bewusstsein zu schaffen und zu erklären, warum wir so ausführlich informieren. Wir möchten die Eltern und Schüler bei diesem Prozess mitnehmen“, sagt Tanja Heinemann. Die Seiten im Informationsheft sind identisch aufgebaut mit themenbezogener Überschrift, Erklärung, warum und wofür im Schulalltag die Elternerlaubnis benötig wird. Es folgt am Seitenende die Aufklärung, wie lange Daten gespeichert werden.

Wer Gesetzestexte nachlesen möchte, kann dies tun – QR-Codes leiten online den Weg. Damit auch junge Schüler wissen, worum es bei der Abfrage geht, wurden Inhalte außerdem in einfacher Sprache aufbereitet. Mit der Art, wie die Gesamtschule ihre Datenschutzmaßnahmen angegangen ist, nimmt sie im Kreis Gütersloh eine Ausnahmestellung ein. „Ich weiß aber, dass die Gesamtschule Rietberg sich der Thematik ähnlich intensiv gewidmet hat“, weiß Matthias Geukes.

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