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Wie sich die Verler Schulen vorbereiten

Verl (matt) - Ab Montag ist wieder mit vermehrtem Schüleraufkommen im Straßenverkehr zu rechnen. 50 Prozent aller Verler Kinder und Jugendlichen der weiterführenden Schulen in der Sekundarstufe I und der Einführungsstufe starten nämlich nach teilweise 15 Wochen des Distanzlernens wieder mit dem Präsenzunterricht.

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Nach zum Teil 15 Wochen im Distanzunterricht geht es für die Hälfte der Kinder und Jugendlichen an den weiterführenden Schulen am Montag wieder ins Schulzentrum. Dann beginnt der Wechselunterricht.

Ab Donnerstag ist die andere Hälfte an der Reihe. Von Schulnormalität wird dennoch keine Rede sein können. Wie Unterricht mit wechselnden Klassenbesetzungen funktioniert, damit hat die Gesamtschule Erfahrung in ihrer Oberstufe und mit den Zehntklässlern gesammelt.

Die Regelungen haben sich dabei als so erfolgreich gezeigt, dass das Gymnasium das Konzept laut Gesamtschuldirektorin Dr. Tanja Heinemann übernommen hat. Klassen werden dabei in zwei Lerngruppen eingeteilt. Die Gruppe A startet am Montag für drei Tage. Dann ist Gruppe B für den Rest der Woche an der Reihe, um nach dem Wochenende die erste Wochenhälfte im Präsenzunterricht zu lernen. Danach erfolgt der erneute Wechsel und die anderen sind dran. „Für die Schüler ist es schöner, wenn sie nicht wöchentlich, sondern im Versatz mit nicht so langen Phasen zur Schule gehen“, weiß Dr. Tanja Heinemann aufgrund von Rückmeldungen, dass ihre Zehntklässler mit dieser Regelung ziemlich glücklich sind.

An der Gesamtschule sind die Gruppenverbände nach Wohnorten, persönlichen und Lernbeziehungen unterteilt worden. Am Gymnasium haben Klassenlehrer vorwiegend alphabetisch von A bis K und L bis Z die Kleinklassen gebildet. Wechselunterricht bedeutet für Schüler eine noch größere Durchmischung unterschiedlicher Unterrichtsformen mit Präsenztagen, Phasen im Video-Unterricht, Distanzlernen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Schüler in der großen Masse total zufrieden ist“, so Heinemann. Zumal das Soziale erst einmal im Vordergrund stehe. So ist es auch vom Schulministerium gewünscht. An beiden Schulen werden vor den Osterferien keine Klassenarbeiten geschrieben, die von der Anzahl her ohnehin im Resthalbjahr auf zwei begrenzt sind. Dabei kann eine schriftliche Arbeit auch in einer alternativen Form stattfinden. Versetzungskriterien wurden ebenfalls vom Ministerium aufgeweicht.

Die veränderten Rahmenbedingungen führen zwangsweise auch zu neuen Gewichtungen im Unterricht. „Wir beschränken uns auf das Wesentliche. Kernfächer finden im Präsenzunterricht statt, Nebenfächer teils in der Schule, teils auf Distanz“, so Gesamtschuldirektorin Dr. Tanja Heinemann. Dafür hat die Gesamtschule neue Stundenpläne entwickelt, die den Fokus noch stärker auf Kompetenzbildung ausgerichtet.

Ähnlich handhabt es das Gymnasium, wobei „wir den Stundenplan im Wesentlichen wieder aufnehmen werden“, kündigte Dr. Ares Rolf, stellvertretender Schuldirektor, an. Beziehungsarbeit und die Gewöhnung an einen neuen Schul- und Lernrhythmus bilden erst einmal das Hauptziel in den kommenden Wochen bis Ferienbeginn. Sprachen-, Differenzierungs- und Religionsunterricht wird am Gymnasium in den Klassen fünf bis neun in den festen Lerngruppen erteilt. Beide Schulleiter sind mit dem digitalen Lernen ihrer Schüler zufrieden. „Es funktioniert mittlerweile richtig gut“, findet Dr. Ares Rolf.

Dr. Tanja Heinemann glaubt nicht, dass die Defizite, wie von manchen befürchtet, so groß sein werden, dass sie sich nicht aufholen ließen. Dennoch müsse sich Schule ein Stück weit neu erfinden, ergänzt Rolf. An beiden weiterführenden Schulen endet der Unterricht für die meisten Schüler nach der sechsten Stunde. Gymnasiasten der neunten Klasse haben montags und dienstags bis zur siebten Stunde Unterricht, EF’ler außerdem einen dritten Tag – und zwar donnerstags. Um die Mittagszeit wird es am Schulzentrum also wie zu Vor-Corona-Zeiten voll sein – eine Scheinnormalität, an die sich zu Stoßzeiten nicht nur Autofahrer wieder gewöhnen müssen.

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