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Versmold-Oesterweg: Kita-Leiterin Gudrun Berger geht (fast) in den Ruhestand

Eine Erzieherin in Teilzeit-Rente

Versmold-Oesterweg

So ganz kann Gudrun Berger es nicht lassen. Anstatt komplett in den Ruhestand zu gehen, wird sie für ein paar Stunden in der Woche noch eine neue Aufgabe übernehmen. Nach 18 Jahren als Leiterin der Kita Oesterweg wurde sie nun in einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Dr. Sven Keppler verabschiedet.

Nach 18 Jahren als Leitung verabschiedet sich Gudrun Berger in die Teilzeitrente. Foto: Kerstin Panhorst

Aber ihrem Arbeitgeber, dem Kirchenkreis Halle, bleibt sie noch länger treu. Als Vollzeitleitung wird sie aufhören, aber ab dem 1 August mit 16 Stunden die Kita „Himmelszelt“ in Marienfeld unterstützen.

„Dies habe ich bereits in der Vergangenheit in anderen Einrichtungen auch schon übernommen. Mein Ziel war und ist es, Kindertageseinrichtungen zu Orten zu machen, in denen sich alle Beteiligten wohl fühlen, an Prozessen beteiligt werden, Verantwortung übernehmen. Dafür ist es wichtig, Teamarbeit zu entwickeln, Prozesse anzuregen, offen für Neues zu sein“, sagt Gudrun Berger, die sich auf das neue Team freut.

Ihr altes Team wird sie allerdings sehr vermissen. „Sie ist für alle Mitarbeiter eine tolle Chefin gewesen, hat gerne auf vielen Hochzeiten gleichzeitig getanzt“, erzählt Kita-Mitarbeiterin Maike Neuhäuser. In der Kita Oesterweg hat Berger viele Veränderungen begleitet. 2004 ist sie dort mit drei Gruppen gestartet, inzwischen ist die Einrichtung viergruppig. „Es bedarf eines ganzen Dorfes, um ein Kind zu erziehen“, war immer das Motto von Gudrun Berger.

Wie viele Kinder sie schon „miterzogen“ hat, lässt sich kaum schätzen. „Man muss sich als Anwalt der Kinder verstehen“, sagt die 63-Jährige, der es stets eine Herzensangelegenheit war, den Kindern ein sicheres, gutes und geborgenes Umfeld zu bieten.

In einem feierlichen Gottesdienst segnete Pfarrer Dr. Sven Keppler Gudrun Berger gemeinsam mit ihren Weggefährten, Kollegen und ihrer Familie. Foto: Kerstin Panhorst

Auch wenn gerade die Corona-Jahre eine Herausforderung waren, an ihrer Berufswahl hat Berger nie gezweifelt. Deshalb ist sie nun froh, durch die neue Teilzeitaufgabe behutsam in den Ruhestand zu gleiten, anstatt einen klaren Schnitt zu vollziehen. Künftig wird sie nur noch zwei Tage die Woche arbeiten, das gibt ihr die Gelegenheit, sich statt um fremde Kinder um die eigenen zu kümmern. „Meine Eltern haben mir ermöglicht, dass ich arbeiten konnte, das will ich jetzt auch für meine Töchter tun und mich mehr um meine fast drei Enkel – das dritte ist unterwegs – kümmern.“

Das kann sie guten Gewissens machen: Die Kita Oesterweg weiß sie bei ihrer Nachfolgerin Nadja Schmidt, bisher ihre Stellvertreterin, und dem gesamten Team in guten Händen.

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