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Wegen Hochzeitsfeier in Versmold-Bockhorst mit 190 Gästen

Mennoniten drohen Bußgelder

Versmold-Bockhorst

Weil eine Hochzeitsfeier in einem großen Bethaus mit 190 Gästen nicht angemeldet war und auch ansonsten gegen Corona-Regeln verstoßen worden sein soll, drohen den Veranstaltern und Gästen jetzt Bußgelder. Weil ein junger Gast mit dem Corona-Virus infiziert war, wurde für 60 junge Gäste der Feier Quarantäne angeordnet.

Stefan Küppers

Eine Hochzeit in einem Bethaus der Mennoniten-Brüdergemeinde Versmold hat für Veranstalter und Teilnehmer womöglich ein teures Nachspiel. Foto: dpa

Wegen des Verstoßes gegen Corona-Regeln wird sich die Mennoniten-Brüdergemeinde in Versmold-Bockhorst auf Bußgeld-Bescheide der Stadt Versmold einstellen müssen. Anlass ist die Durchführung einer Hochzeit im Bethaus der Brüdergemeinde mit 190 Gästen, so Angaben der Stadt Versmold, die in dieser Form nicht genehmigt gewesen sei. Die Hochzeit fand bereits am vorvergangenen Wochenende statt. Im Nachgang ist jetzt offenbar geworden, dass ein jugendlicher Gast der Hochzeitsfeier mit dem Corona-Virus infiziert war, was wiederum aktuell zu einer Quarantäne-Anordnung für 60 jugendliche Besucher der Veranstaltung geführt hat.

Im Bethaus mit 600 Plätzen hat Behörde nur 170 Teilnehmer genehmigt.

Wie Versmolds Bürgermeister Michael Meyer-Hermann erklärte, betreibt die Mennoniten-Brüdergemeinde in Bockhorst ein Bethaus, das bis zu 600 Gemeindemitglieder Platz bietet. Während der Pandemie müssen die Gemeinden für die Durchführung von Präsenzgottesdienste ein Hygienekonzept vorlegen, wodurch laut Meyer-Hermann die Höchstzahl auf 170 Personen beschränkt gewesen sei. Zudem müssten Veranstaltungen wie Gottesdienste, Trauerfeiern oder auch Hochzeiten mindestens zwei Tage vorher bei der Stadt angemeldet werden. Dies, so der Bürgermeister, sei im Falle der Hochzeit nicht geschehen. Bei der Hochzeit im Bethaus seien zudem nicht 170, sondern 190 Gäste zugegen gewesen.

Die Trauung habe mehrere Teile beinhaltet, erläuterte der Bürgermeister. Neben dem Traugottesdienst selbst habe es auch eine Verköstigung gegeben. Hinzu gekommen seien Übermittlungen guter Wünsche fürs Brautpaar durch erwachsene Gäste sowie in einem weiteren Teil durch jugendliche Gäste. Nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft sei das Ordnungsamt erschienen und habe den Feierteil mit den Jugendlichen abgebrochen. Es sei festgestellt worden, dass nicht alle Masken getragen hätten und auch Fotos ohne Abstand entstanden seien.

Gemeinde hat jetzt auf Präsenzgottesdienste verzichtet, weitere Hochzeit abgesagt.

„Wäre die Hochzeit bei uns angemeldet worden, hätten wir gewiss über den Umfang gesprochen. Eine Verköstigung der Gäste wäre erst recht nicht zulässig gewesen“, so der Bürgermeister. Auf die Gemeinde beziehungsweise den Veranstalter komme jetzt ein Bußgeld zwischen 500 und 5000 Euro zu. Die Anhörungsbögen sind verschickt. Auch müssen dem Bürgermeister zufolge die erwachsenen Gäste der Hochzeit mit einem Bußgeld von 250 Euro pro Kopf rechnen.

Meyer-Hermann ist froh, dass die Gemeinde angesichts hoher Inzidenzen bis auf weiteres auf Präsenzgottesdienste verzichtet. Seinen Angaben zufolge wurde eine weitere Trauung in der Gemeinde am vergangenen Wochenende abgesagt.

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