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Schnupperangeln mit Kindern: Verein wehrt sich gegen Vorwürfe

PETA zeigt Angler an

Versmold (WB). Weil er mit Kindern ein Schnupperangeln durchgeführt hat, ist der Angelsportverein Versmold (ASV) von der Tierrechtsorganisation PETA bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld angezeigt worden. Der Vorwurf lautet: Verstoß gegen Tierschutz- und Fischereigesetze.

Stefan Küppers

Der Angelsportverein Versmold ist von der Tierrechtsorganisation PETA angezeigt worden. Es geht um einen Verstoß gegen das Landesfischereigesetz, wonach Kinder unter zehn Jahren gar nicht angeln dürften. Foto: dpa

Es war Mitte Mai, als der Angelsportverein ein gutes Dutzend Kinder und Jugendliche zwischen drei und 14 Jahren zu einem Schnupperangeln am Idingsee in Versmold begrüßte.

Der 160 Mitglieder starke Verein hat bisher erst 13 Jugendliche in seinen Reihen und möchte darum Nachwuchs gewinnen. Das räumt ASV-Vorsitzender Michael Lipper freimütig ein. Der Aktionstag sei gelungen. Die harten Vorwürfe von PETA kann Lipper in keiner Weise nachvollziehen.

»Erziehung zur Grausamkeit«

In der Anzeige bei der Staatsanwaltschaft macht PETA einen Verstoß gegen das Landesfischereigesetz geltend, wonach Kinder unter zehn Jahren gar nicht angeln dürften. Die Anzeige gegen die Organisatoren der Veranstaltung sowie alle erwachsenen Betreuer wird von PETA mit Verstößen gegen das Tierschutzgesetz begründet, da die Fische beim Schnupperangeln länger anhaltenden Leiden und Schmerzen ausgesetzt seien.

Eine solche Werbeveranstaltung zur Rekrutierung von Nachwuchs stelle auch keinen gesetzlich vorgeschriebenen »vernünftigen Grund« für das Töten von Wirbeltieren dar. »Schnupperangeln ist Erziehung zur Grausamkeit«, erklärt Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.

»Kinder sollten lernen dürfen, wie man Tieren mit Empathie und Freundlichkeit begegnet und nicht lernen müssen, wie man sie am Haken aufspießt, erschlägt und ausnimmt.« Selbst wenn die Angler vorgäben, dass sie alle Tiere zum Verzehr getötet hätten, seien die Fische auch und insbesondere zu dem Zweck getötet worden, um die Kinder (und ihre Eltern) zum Angeln zu verleiten, so PETA.

Nicht verboten

ASV-Vorsitzender Michael Lipper, der auch Geschäftsführer einer 16 Angel- und Fischereivereine umfassenden Interessengemeinschaft im Kreis Gütersloh ist, betont, dass der Verein nichts Falsches gemacht habe.

Das Schnupperangeln sei beim Landesfischereiverband angemeldet. Lipper beruft sich für das rechtmäßige Handeln zudem auf die Oberste Fischereibehörde bei der Bezirksregierung Detmold.

Früher sei das Mitangeln von Kindern unter zehn Jahren tatsächlich verboten gewesen. Durch erfolgte Änderungen könnten heute sogar Erwachsene an Schnupperangeln teilnehmen, wenn sie unter Aufsicht stünden. Zu kleine Fische, die nicht zum Verzehr geeignet seien, würden vom Haken genommen und zurück ins Wasser gelassen.

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