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Ehepaar Koech weiht Sonntag in Versmold die Gartenerweiterung ein

Zum Staunen und G(en)ießen

Versmold (WB). »Es ist ein immerwährendes Vogelzwitschern und Bienensummen.« Doris Koech kommt aus dem Staunen und G(en)ießen nicht mehr raus, dabei hat sie sich im Alter von 72 Jahren noch ganz viel aufgehalst.

Petra Kramp

»Ich hatte einen Traum, so wie Martin Luther Kind. Nur anders«, sagt Doris Koech (72) und blickt auf das üppige Grün ihres parkähnlichen Gartens. Beim Tag der offenen Gartenpforte am Sonntag wird es viel Gesprächsstoff geben. Foto: Petra Kramp

Aber keine Rede davon in einem Alter, in dem sich viele zur Ruhe gesetzt, ihr Häuschen verkauft, »sich kleiner gesetzt« haben, weil der Garten einfach zu viel Arbeit macht. Auch Doris Koech hat so manchen gesundheitlichen Schlag hinnehmen müssen. Doch ist das ein Grund zum Aufgeben? »Niemals. Das ist ein Grund für ‹Jetzt erst recht‹.« Als ihr Vater hochbetagt, und inzwischen leider verstorben, ins Altenheim, ging, konnte sie endlich ihren »Traum vom eigenen Park ausleben und umsetzen.«

Anfangs waren es 800, nun sind es 2000 Quadratmeter, »weitläufig, mit ganz vielen Bäumen.« Denn ihr Lieblingsspruch des libanesischen Philosophen Khalil Gibran – »Bäume sind wie Gedichte, die in den Himmel wachsen« – hängt als Schild am idyllischen Gartenhäuschen, mit Blick auf den baumhohen, mit überbordenden Blütenansätzen bestückten roten Perückenstrauch. Diesen Sonntag wird er bestimmt voll erblüht sein, wenn Doris Koech und ihr Mann Fritz von 11 bis 18 Uhr die Gartenpforte öffnen und ihre Gartenerweiterung ganz offiziell einweihen. Vielen Aussteller und ein Kaffee- und Kuchenausschank der Bürgerstiftung Versmold sind vertreten.

Doris Koech schmunzelt: »Ich hatte einen Traum. So, wie Martin Luther King. Nur eben anders.« Sie hatte wegen ihrer Scotch-Terrier-Zucht jahrelang nur einen Auslauf für Hunde. Dann gab sie auf 800 Quadratmetern alles. Es war ihr persönlicher Dschungel. »Ich hab sogar Clematis an Baumstämme hochwachsen lassen, so wie die Orchideen im richtigen Urwald die Bäume erklimmen.« Und in der Tat: Man sieht im »alten« Garten keine Erde. Viele eng aneinander gepflanzte Stauden, über 280 Rosenarten und Sträucher verhindern geradezu, dass Unkräuter eine Chance haben. Im neu angelegten Gartenteil, der durch den Abbruch des vorgelagerten Elternhauses erst möglich war, konnte Doris Koech nun die Weitläufigkeit eines Parks umsetzen. » Ich habe allein sieben verschiedene Blumenhartriegel gepflanzt.«

War Ehemann Fritz Koech (78) früher eher für die Rosen-Makro Fotografie zuständig, so ist er jetzt auch in Sachen Unkrautjäten unterwegs. Auf seinem Schemel sitzend befreit er die Beete im neuangelegten Skulpturenbeet von störenden Pflänzlein im Kiesbeet. Und er hilft beim Gießen, was täglich zwei Stunden in Anspruch nimmt. »Das ist so etwas mit Meditation.«

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