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Fünfköpfige Delegation aus Valmiera zu Gast in Halle – gemeinsame Projekte anstoßen

"Viele wertvolle Impulse"

Halle

Der erst Ende März in Halle als Verein gegründete Freundeskreis Valmiera hat seine ersten Impulse, die Partnerschaft mit der lettischen Stadt Valmiera zu beleben, erfolgreich in die Wege geleitet. Beim Besuch der fünfköpfigen Delegation rund um das Haller Willem-Stadtfest sind bei mehreren Treffen und Gesprächsrunden zahlreiche Kontakte geknüpft worden.

Stadt und Haller Freundeskreis Valmiera begrüßen gemeinsam die Gäste aus der Partnerstadt Valmiera (stehend von links): Björn Hüllbrock (Stadt Halle), Marceline Daukant (Partnerschaftsbeauftragte Stadt Halle), Axel Reimers, Anne Rodenbrock-Wesselmann (beide Freundeskreis), Toms Treimanis (Tourismusleiter Valmiera), Toms Upners (Leiter Kulturverwaltung Valmiera), Klaus-Peter Schillig (Freundeskreis) sowie (sitzend von links) Liene Jakobsone (stellvertretende Leiterin Kulturverwaltung Valmiera), Liene Rockpelne (Leiterin Geschichte Museum Valmiera), Bürgermeister Thomas Tappe und Sanita Loze (Leiterin Jugendzentrum Valmiera). Foto: Stadt Halle

Bürgermeister Thomas Tappe empfing die Gäste gleich am ersten Tag zu einer offiziellen Begrüßung im Rathaus: „Städtepartnerschaften stehen für Frieden, Freundschaft und den Austausch neuer Ideen. Genau diese Dinge brauchen wir in diesen Tagen mehr denn je.“

Eingeladen hatte die lettischen Gäste der Haller Freundeskreis Valmiera, der auch während der Besuchstage die Begleitung übernommen hatte. Dabei kam auch recht Interessantes zu Tage. So zum Beispiel auf Grabsteinen des alten Haller Friedhofs an der Bahnhofstraße. Dort hat Liene Rockpelne, Leiterin der geschichtlichen Abteilung des Stadtmuseums von Valmiera, die gleichen Namen entdeckt wie in den Annalen ihrer Heimatstadt, die dort versehen mit dem Zusatz „eingewandert aus Westfalen“vermerkt sind.

Wie sollen Touristen in Halle, ebenso wie in Valmiera, in die Stadt geholt werden? Ein Thema, das Timo Klack und Anne Prell (beide Stadtmarketing) mit ihrem Kollegen Toms Treimanis, der in Valmiera die Tourismusverwaltung leitet, diskutierten. Freundeskreis-Vorsitzende Anne Rodenbrock-Wesselmann war zeitgleich mit Sanita Loze, Leiterin der Jugendarbeit in Valmiera, in den weiterführenden Haller Schulen unterwegs und sie führten gemeinsame Gespräche mit Almuth Burghardt-Bader (Gesamtschule-Leiterin) über Möglichkeiten eines Schüleraustausches. Nach zwei Jahren Corona-Pause stießen sie dabei auf offene Ohren und auf Bereitschaft dies zu entwickeln.

Sie sprachen über einen möglichen Schüleraustausch: Freundeskreis-Vorsitzende Anne Rodenbrock-Wesselmann, Sanita Loze (Leiterin des Jugendzentrums in Valmiera und Almuth Burghardt-Bader (Leiterin Gesamtschule Halle). Foto: Stadt Halle

Freundeskreis-Mitglied Klaudia Defort-Meya empfing die Delegation in der Kunstsparte der Haller Musikschule am Klingenhagen. Zwischen den beiden Kunstschulen war für 2020 schon ein gemeinsames Projekt verabredet. Toms Upners, Leiter der Kulturverwaltung, und seine für Kulturpolitik zuständige Stellvertreterin Liene Jakobsone, wollen auf lettischer Seite dazu beitragen, einen erneuten Versuch zu unternehmen.

Zudem wurde auch auf musikalischem Gebiet mehr Zusammenarbeit verabredet. Kirchenmusikdirektor Friedemann Engelbert kann sich zudem eine Reise des Bachchors zum großen lettischen Sängerfest in Riga vorstellen. Schon im August wird es ein Wiedersehen geben mit Hannelore Petschulat, der Vorsitzenden des Sängerkreises Halle, die die Gesprächsrunde in der Remise vorbereitet hatte. Im Sommer wird eine Reisegruppe des Sängerkreises das Baltikum besuchen, dabei auch zusammen mit drei einheimischen Chören ein Konzert in Valmiera geben.

Halles Bürgermeister Thomas Tappe machte deutlich, dass er nicht nur „pro forma“ Mitglied im Freundeskreis-Vorstand ist, er nahm auch an mehreren Programmpunkten teil. Etwa am Vorbereitungstreffen für einen Jugendaustausch während der Sommerferien 2023, der gemeinsam mit dem deutsch-lettischen Freundeskreis in Borgholzhausen organisiert werden soll. In der Alten Lederfabrik stellten Halles Kulturmanagerin Jana Wieking und einige Künstler die Städtische Galerie vor. Gut möglich, dass es in Zukunft gegenseitige und/oder gemeinsame Ausstellungen gibt. Der Kulturtag endete letztlich mit einer Führung durch das Wertheraner Böckstiegel-Museum.

Recht konkret wurde es beim Stadtfest am Stand des Freundeskreises aus der französischen Partnerschaftsstadt Ronchin. Hier soll es im kommenden Jahr bereits einen gemeinsamer Stand mit lettischen und französischen Produkten geben, Georg Major (Motor der Städtepartnerschaft in Ronchin) war sofort Feuer und Flamme. Außerdem könnten eine lettische Volkstanzgruppe und eine Rockband aus Valmiera das Programm bereichern.

Die 1. Vorsitzende des Freundeskreis Valmiera, Anne Rodenbrock-Wesselmann, war mit dem Besuch sehr zufrieden: „Der Austausch mit unseren lettischen Freunden hat uns wertvolle Impulse gebracht und ich bin mir sicher, diese Ideen werden unserer Freundschaft intensivieren.“ Auch Bürgermeister Thomas Tappe zog Bilanz: „Ich sehe große Potenziale für zukünftige Kooperationen zwischen Künstlern, Musikern und Touristikern, die unsere Partnerstädte räumlich und vor allem auch emotional noch näher zusammenrücken lassen.“

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