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Mit neuer Aufnahmetechnik macht Ben Wadewitz Baustelle in Werther zum Internet-Erlebnis

3D-Blick in den »Betonklotz«

Werther (WB/kg). Außen vielleicht ein Betonklotz, innen reine Magie? Um alle Einzelheiten auf Werthers Vorzeige-Baustelle an der Arrode zu betrachten, braucht man bald nicht einmal mehr die Gummistiefel anzuziehen. Wer schon im Rohbau dem Zauber des Böckstiegel-Museums nachspüren will, der kann das demnächst im Internet – dank eines Scans in aufwändigem 3D-Verfahren.

Ein Blick auf die Baustelle: Ben Wadewitz, Lilian Wohnhas und David Riedel wollen Besucher neugierig machen auf die magie des Museums. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Eine Frage der Perspektive: Räume in all ihren Dimensionen erlebbar machen will die junge Start-Up-Firma »Spacemakers 360«. Einer ihrer Gründer ist Ben Wadewitz, 37 Jahre alt und aus Werther. Der Unternehmer, der schon mit 17 Jahren sein erstes Gewerbe angemeldet hat, um Computer und Webseiten zu verkaufen, lebt seit 13 Jahren in Hamburg. Die junge Firma will Räume und Objekte so zeigen, wie sie noch nie jemand gesehen hat. Das funktioniert mit einer Aufnahmetechnik »direkt aus dem Silicon Valley«, wie Ben Wadewitz sagt: Ein sich drehender 3D-Scanner auf einem Stativ ist mit zwei Kameras ausgestattet, die in alle Richtungen spähen. Ein eingebauter Infrarot-Distanzmesser ersetzt dabei den Zollstock. Bedient wird der Scanner über ein iPad.

Für das 620 Quadratmeter große Erdgeschoss des Museums (die 350 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, ja sogar den Platz für die Ehrentafel der Mäzene) benötigt Ben Wadewitz ungefähr zwei Stunden. Denn der Scanner muss immer ein Stück versetzt werden, um alle Details mit Tiefe und Geometrie zu erfassen: Grundriss, Aufsicht, Seitenansicht. Anschließend werden die Bilder fürs Internet aufbereitet. Der Betrachter kann im digitalisierten Raum schließlich einzelne Stellen heranzoomen, auf »Tags« Texte, Bilder, Links finden.

Den interaktiven Rundgang im Erdgeschoss mit dem künftigen Museums-Foyer hat Ben Wadewitz gestern »gedreht« – damit Interessierte sehen können, was in den Räumen mit den ungewöhnlichen Scharten oberhalb der Fenster steckt. Mit einem Blick die Treppe herunter in den Keller soll der »Film« enden, den das Museum in wenigen Tagen mit seiner Internet-Seite verlinken will.

»Wir wollen mit den Bildern möglichst früh die Öffentlichkeit einladen, das Museum zu erleben«, sagt David Riedel, der künstlerische Leiter des Museums. Einig ist er sich mit Lilian Wohnhas, dass kein Blick in die Zukunft einen realen Besuch ersetzen kann – »die Aura des Originals«, wie die Diplom-Museologin aus dem Team sagt. Den 3D-Rundgang spendiert Ben Wadewitz dem Museum gratis. Ein Verfahren mit vielen Chancen für Werther – aber das ist noch Zukunftsmusik.

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